DuckDuckGo meldet deutlich mehr Zugriffe auf seine „Kein KI“-Suchseite, seit Google eine umfassend überarbeitete Suche mit künstlicher Intelligenz angekündigt hat. Viele Nutzer:innen weichen offenbar bewusst auf Suchangebote ohne KI-Unterstützung aus.
Googles KI-Umbau treibt Nutzer:innen zu „Kein KI“-Suche
Auslöser für den Anstieg ist Googles Präsentation auf der Entwicklerkonferenz am 19. Mai. Dort stellte Google eine neu gestaltete, „intelligente“ Suchleiste vor, die stark auf KI setzt. Die Suche bietet nun KI-Vorschläge als Erweiterung der bisherigen Autovervollständigung, unterstützt Nachfragen zu Suchanfragen und baut die persönliche Intelligenz weiter aus, etwa durch Verknüpfungen mit Gmail und Google Fotos. Außerdem führt Google sogenannte Suchagenten ein.
Gegenüber MacRumors erklärte DuckDuckGo, dass die Aufrufe der „Kein KI“-Suchseite nach Googles Ankündigung mehr als das Dreifache erreicht haben. Am 28. Mai lag der Traffic erstmals beim Dreifachen des üblichen Niveaus und steigt seitdem weiter. Seit dem 19. Mai liegen die Zugriffe im Schnitt dauerhaft rund 84 Prozent über dem Ausgangswert.
DuckDuckGo setzt auf Erweiterungen für „Kein KI“-Standard
DuckDuckGo reagiert auf die gestiegene Nachfrage nach einer Suche ohne KI-Funktionen und bewirbt neue Erweiterungen für Chrome und Firefox. Diese stellen die „Kein KI“-Suche automatisch als Standard ein. So könnt Ihr DuckDuckGo gezielt ohne KI-Unterstützung nutzen, ohne jedes Mal die spezielle Seite aufrufen zu müssen.
Die „Kein KI“-Suche verzichtet vollständig auf KI-gestützte Antworten, bietet keine Chat-Oberfläche und zeigt deutlich weniger KI-Bilder an. Auf Apple-Geräten könnt Ihr DuckDuckGo als Standard-Suchmaschine festlegen, allerdings nicht direkt die spezielle „Kein KI“-Seite. DuckDuckGo verfügt zwar über eigene KI-Werkzeuge, diese werden jedoch für alle deaktiviert, die sich bewusst für die „Kein KI“-Variante entscheiden.
In nächster Zeit will DuckDuckGo die „Kein KI“-Einstellungen auch in seine bisherigen Erweiterungen für Chrome, Firefox, Edge und Opera integrieren. Damit sollt Ihr die Option künftig direkt in den bestehenden Browser-Erweiterungen aktivieren können.
Weitere Suchmaschinen mit Fokus auf Datenschutz und wenig KI
Neben DuckDuckGo gibt es weitere datenschutzorientierte Suchmaschinen, die KI-Ergebnisse bewusst begrenzen. Ein Beispiel ist die kostenpflichtige Suchmaschine Kagi. Dort seht Ihr keine sichtbaren KI-Informationen, solange Ihr die entsprechenden Werkzeuge nicht aktiv nutzt.
Kagi kostet 5 US‑Dollar (rund 5 Euro) pro Monat für ein begrenztes Suchkontingent und 10 US‑Dollar (rund 9 Euro) monatlich für unbegrenzte Suchanfragen. Da Kagi als bezahlter Dienst arbeitet, blendet die Suchmaschine keine Werbung ein. Außerdem sammelt sie nach eigenen Angaben keine Nutzungsdaten zu Werbezwecken und verkauft diese nicht weiter.
