Der vollständige Exploit-Code für den iOS-Angriff „DarkSword“ ist öffentlich auf GitHub aufgetaucht. Apple hat die Schwachstellen geschlossen, doch gefährdet sind alle Geräte ohne aktuelles Update.
Nach dem Auftauchen des mutmaßlich von der US-Regierung entwickelten Angriffs-Werkzeugs Coruna auf dem Schwarzmarkt ist nun auch ein weiteres Tool öffentlich geworden: DarkSword. Der Exploit, der vor allem ältere Versionen von iOS angreift, wurde vollständig auf GitHub hochgeladen.
DarkSword zielte in erster Linie auf iOS 18.4 bis iOS 18.7, betraf aber auch frühere iOS-Versionen. Der Angriff begann über Safari und die WebKit-Engine, die für die erste Codeausführung missbraucht wurden. Anschließend durchbrach DarkSword mehrere Sandbox-Ebenen und konnte so ein iPhone oder iPad vollständig kompromittieren.
Apple hat die genutzten Sicherheitslücken bereits geschlossen. Geschützt sind Geräte mit iOS 26.3 und iOS 18.7.3, außerdem ältere Modelle mit den Versionen iOS 15.8.7 und iOS 16.7.15. Das Problem: Viele Benutzer:innen haben diese Aktualisierungen noch nicht installiert.
Wie das Magazin TechCrunch berichtet, lässt sich die auf GitHub veröffentlichte Version von DarkSword vergleichsweise einfach nutzen, um Geräte mit älteren iOS-Versionen gezielt anzugreifen. Der Exploit ist so vorbereitet, dass er ohne vertiefte iOS-Kenntnisse eingesetzt werden kann.
„Das ist schlecht“, sagt Matthias Frielingsdorf, Mitgründer des Sicherheitsunternehmens iVerify. Seiner Einschätzung nach „funktionieren die Exploits direkt“, da „keine iOS-Expertise erforderlich“ sei. Frielingsdorf erwartet, dass Kriminelle und andere Akteur:innen DarkSword nun aktiv einsetzen werden. Laut TechCrunch teilt auch eine Sprecher:in von Google diese Einschätzung.
Apple verweist dagegen auf die bereits veröffentlichten Sicherheitsupdates, mit denen DarkSword entschärft wurde. Das Unternehmen betont erneut, wie wichtig zeitnahe Updates für die Sicherheit von Apple-Geräten sind.
„Die Aktualisierung Deiner Software ist das Wichtigste, was Du für die Sicherheit Deiner Apple-Produkte tun kannst“, erklärt Apple-Sprecherin Sarah O’Rourke. Sie weist außerdem darauf hin, dass der Sperrmodus ebenfalls wirksam gegen DarkSword war.
Die auf GitHub veröffentlichte DarkSword-Version enthält Entwicklernotizen, die den Exploit, seine Abläufe und seine Fähigkeiten beschreiben. Darin wird DarkSword als Werkzeug charakterisiert, das „forensisch relevante Dateien über HTTP von iOS-Geräten ausliest und abfließen lässt“.
Ein weiterer Abschnitt des Codes beschreibt die Aktivitäten nach der eigentlichen Kompromittierung. Dort ist detailliert aufgeführt, wie Kontakte, Anrufverläufe, Nachrichten und der iOS-Schlüsselbund eines iPhones gesammelt und an einen entfernten Server übertragen werden.
Um zu verhindern, dass der geleakte Exploit gegen Euch eingesetzt wird, bleibt nur eine Maßnahme: so schnell wie möglich aktualisieren. iOS 26.3 und neuere Versionen sowie iOS 18.7.3 schließen alle von DarkSword ausgenutzten Schwachstellen. Wenn Euer Gerät ältere iOS-Zweige nutzt, solltet Ihr auf die bereitgestellten Versionen iOS 15.8.7 oder iOS 16.7.15 wechseln.
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