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Diese Länder wollen soziale Medien für Kinder verbieten

Urteil gegen Meta und Google

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Immer mehr Länder planen, den Zugang zu sozialen Medien für Kinder und Jugendliche zu beschränken oder ganz zu verbieten. Australien hat Ende vergangenen Jahres den Anfang gemacht, nun zieht Frankreich nach.

Hintergrund: Schutz junger Nutzer:innen und Kritik an Altersprüfungen

Mit den neuen Regelungen wollen Regierungen weltweit den Druck und die Risiken verringern, denen junge Nutzer:innen in sozialen Netzwerken ausgesetzt sind. Dazu zählen Cybermobbing, Suchtverhalten, psychische Belastungen und die Gefahr durch sexuelle Täter:innen. Gleichzeitig stehen die Vorhaben wegen möglicherweise stark eingreifender Altersprüfungen und umfangreicher staatlicher Kontrolle in der Kritik. Organisationen wie Amnesty Tech halten solche Verbote für wirkungslos und werfen ihnen vor, die Lebensrealität junger Generationen zu ignorieren. Trotzdem treiben zahlreiche Staaten entsprechende Gesetze voran oder haben sie bereits beschlossen. Im Folgenden findet Ihr eine Übersicht der Länder, die ein Verbot von sozialen Medien für junge Nutzer:innen planen oder schon umgesetzt haben.

Länder mit beschlossenen oder konkret geplanten Verboten

Australien war im Dezember 2025 das erste Land, das soziale Medien für Kinder unter 16 Jahren verboten hat. Betroffen sind unter anderem Facebook, Instagram, Snapchat, Threads, TikTok, X, YouTube, Reddit, Twitch und Kick, nicht jedoch WhatsApp oder YouTube Kids. Die Unternehmen müssen nach Vorgabe der australischen Regierung Maßnahmen ergreifen, um Kinder von ihren Diensten fernzuhalten. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 49,5 Millionen Australischen Dollar (34,4 Millionen US-Dollar / ca. 31,5 Millionen Euro). Die Plattformen sollen mehrere Verfahren zur Altersprüfung einsetzen und sich nicht allein auf die freiwillige Altersangabe der Nutzer:innen verlassen.

In Dänemark soll ein Verbot für Kinder unter 15 Jahren kommen. Die Regierung kündigte im November 2025 an, dafür Unterstützung von drei Koalitionsparteien und zwei Oppositionsparteien im Parlament gesichert zu haben. Laut der Nachrichtenagentur Associated Press könnten die Pläne bereits Mitte 2026 in Kraft treten. Das digitale Ministerium führt zudem eine App für digitale Nachweise ein, die Altersverifikations-Tools enthält und im Rahmen des Verbots genutzt werden könnte.

Frankreich hat am 21. Juli ein Gesetz verabschiedet, das Personen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Medien verbietet. Es könnte bereits am 1. September in Kraft treten. Zusätzlich wird die Nutzung von Mobiltelefonen an weiterführenden Schulen untersagt, womit ein bestehendes Verbot an Grund- und Mittelschulen ausgeweitet wird.

Griechenland will ab Januar 2027 soziale Medien für Kinder unter 15 Jahren sperren. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis begründet den Schritt mit zunehmender Angst und Schlafproblemen bei Kindern sowie der gezielt suchtfördernden Gestaltung vieler Plattformen.

Indonesien hat Anfang März angekündigt, Kinder unter 16 Jahren von sozialen Medien und anderen populären Online-Plattformen auszuschließen. Zunächst sollen unter anderem YouTube, TikTok, Facebook, Instagram, Threads, X, Bigo Live und Roblox betroffen sein.

In Malaysia plant die Regierung seit November 2025 ein Verbot für Kinder unter 16 Jahren. Dieses Verbot soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

In der Türkei verabschiedete das Parlament im April ein Gesetz, das den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren einschränkt. Präsident Recep Tayyip Erdogan muss das Gesetz noch billigen, damit es in Kraft treten kann.

Im Vereinigten Königreich kündigte Premierminister Keir Starmer am 15. Juni ein Verbot der Nutzung sozialer Medien für Kinder unter 16 Jahren an. Es soll für zahlreiche Plattformen gelten, darunter Snapchat, TikTok, YouTube, Instagram, Facebook und X. Messaging-Dienste wie WhatsApp und Signal sind ausgenommen. Zudem sollen KI-Werkzeuge eingeschränkt werden: KI-Chatbots mit „romantischer Begleitung“ müssen sicherstellen, dass sie nur von Personen über 18 Jahren genutzt werden. Fachleute zweifeln an der Wirksamkeit eines pauschalen Verbots. Starmer räumt die Schwierigkeiten ein, hält eine Umsetzung aber für möglich und strebt eine Einführung bis zum Frühjahr 2027 an.

Länder mit Entwürfen und politischen Vorstößen

Österreich will soziale Medien für Kinder bis zum Alter von 14 Jahren verbieten. Ein Gesetzesentwurf soll bis Juni fertiggestellt werden. In Kanada brachte die Regierung Anfang Juni ein Gesetz für digitale Sicherheit ein, das soziale Medien für Kinder unter 16 Jahren untersagt. Konzerne könnten das Verbot umgehen, wenn sie nachweisen, dass sie Richtlinien zum Schutz junger Nutzer:innen haben. Nach Angaben der Verantwortlichen könnte die Verabschiedung des Gesetzes bis zu ein Jahr dauern.

In Deutschland diskutierten die konservativen Parteien von Bundeskanzler Friedrich Merz Anfang Februar laut Reuters einen Vorschlag, Kindern unter 16 Jahren soziale Medien zu verbieten. Aus der Mitte-links-Koalition kamen allerdings zögerliche Signale zu einem vollständigen Verbot.

Polens Regierungspartei arbeitet laut einem Bericht von Bloomberg im Februar an einem Gesetz, das Kindern unter 15 Jahren die Nutzung sozialer Medien untersagt. In Slowenien wird ein Gesetz vorbereitet, das Kindern unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verbieten soll. Die Regierung will vor allem Plattformen regulieren, auf denen Inhalte geteilt werden, etwa TikTok, Snapchat und Instagram.

In Spanien kündigte der Regierungschef Anfang Februar an, soziale Medien für Kinder unter 16 Jahren verbieten zu wollen, das Parlament muss noch zustimmen. Zusätzlich arbeitet die Regierung an einem Gesetz, das soziale Medien-Verantwortliche persönlich für Hassrede auf ihren Plattformen haftbar machen soll.

Via: https://techcrunch.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Tags: Jugendliche, Altersprüfung, EU, Frankreich, Australien, Datenschutz, Kinder, Soziale Medien, Verbot, Regulierung

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