Die Creator-Ökonomie verschiebt sich spürbar weg von klassischen Stores wie App Store und Steam. Spezialisierte Plattformen wie STOVE und Picsart setzen auf neue Modelle, um Indie-Künstler:innen direkt zu vergüten.
STOVE: Indie-Spieleplattform mit Creator-Fokus
Die Spieleplattform STOVE von Smilegate entwickelt sich laut einem Bericht von The Elec zu einem zentralen Knotenpunkt für den Indie-Gamemarkt. Die Plattform verfügt inzwischen über rund 3.500 Titel und positioniert sich als Drehscheibe für ein kreatives Ökosystem.
STOVE nutzt das nach eigenen Angaben größte Indie-Lineup Südkoreas und kombiniert es mit einem umfassenden Unterstützungsrahmen für Creator. Ziel ist es, die veränderte Nachfrage von Spieler:innen aufzugreifen, die verstärkt nach unabhängigen, experimentellen Inhalten suchen.
Für Indie-Developer eröffnet das eine Alternative zu großen Stores wie Steam. Statt im Überangebot unterzugehen, profitieren sie von einer Umgebung, die gezielt auf kleine Studios und Solo-Entwickler:innen ausgerichtet ist. Für Euch als Unity- oder VisionOS-Entwickler:innen kann STOVE damit eine zusätzliche Vertriebssäule neben den bekannten Ökosystemen werden.
Picsart: Vergütung nach Engagement statt Followerzahl
Die Design-Plattform Picsart geht einen anderen Weg und entwickelt sich von einem reinen Werkzeug hin zu einer Monetarisierungsplattform. Laut The Next Web hat das Unternehmen ein Programm mit dem Titel „Mit Picsart verdienen“ gestartet, das direkt an seine Community aus über 130 Millionen Benutzer:innen adressiert ist.
Besonders relevant: Das Programm ist ohne Einladung und ohne Mindestanzahl an Followern zugänglich. Creator werden auf Basis der Engagement-Leistung ihrer Inhalte bezahlt, nicht nach der Größe ihres Publikums. Damit rückt die tatsächliche Nutzung und Interaktion mit den Werken in den Mittelpunkt.
Für Designer:innen, 3D-Artists und AI-Artists, die bisher im App-Store-Umfeld nur schwer Sichtbarkeit und Erlöse aufbauen konnten, kann das neue Perspektiven eröffnen. Entscheidend ist nicht mehr, ob Ihr bereits eine große Community mitbringt, sondern wie stark Eure Werke auf der Plattform genutzt und geteilt werden.
Die Einführung des Monetarisierungsprogramms folgt auf einen KI-Agent:innen-Marktplatz, den Picsart im März gestartet hat. Zusammen unterstreichen beide Angebote den Kurswechsel hin zu einer Plattform, auf der Kreative direkt Geld verdienen können.
Chancen für Apple-nahe Kreative und neue Strategien
Für Euch als Procreate-Künstler:innen, VisionOS-Entwickler:innen oder Indie-Studios mit Unity- oder Apple-Fokus ergeben sich damit konkrete Handlungsoptionen. Statt sich ausschließlich auf App Store oder klassische Spieleplattformen zu verlassen, könnt Ihr Inhalte gezielt auf STOVE oder Picsart ausrichten.
Auf STOVE stehen spielbare Indie-Projekte im Zentrum, die von einem wachsenden Lineup und einem Creator-Support profitieren. Hier lohnt sich für Euch vor allem ein klar abgegrenztes Konzept, das sich im Portfolio der Plattform wiederfindet und eine bestimmte Nische bedient.
Auf Picsart zählen dagegen Format, Wiederverwendbarkeit und Interaktion. Inhalte, die zu Remixen anregen, sich gut teilen lassen und in KI-gestützte Workflows passen, dürften in einem Engagement-basierten Vergütungssystem bessere Chancen haben.
Die Trendrichtung ist klar: Statt nur Produkte in überfüllte Stores einzustellen, gewinnen spezialisierte Plattformen an Bedeutung, die Creator:innen direkter beteiligen. Wer Inhalte und Geschäftsmodelle darauf abstimmt, kann in der Creator-Ökonomie 2026 zusätzliche Einnahmequellen erschließen.
Via: www.thelec.net · thenextweb.com
Bild Stove