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Brandenburg startet mit neuen Rechenzentren in Richtung europäischer Digital-Souveränität

US-Behörden Cloud-Zugriff

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In Brandenburg entstehen künftig Rechenzentren, die die digitale Abhängigkeit Europas von den USA reduzieren sollen. Die sogenannte „European Sovereign Cloud“ setzt dabei auf Infrastruktur und Kontrolle vor Ort.

Europäische Cloud für mehr Unabhängigkeit

Die digitalen Infrastrukturen Europas hängen bisher stark von US-amerikanischen Unternehmen ab. Besonders in politisch angespannten Zeiten steht die Frage nach mehr Unabhängigkeit im Fokus. In Potsdam wurde ein Projekt vorgestellt, das dieser Entwicklung entgegenwirken soll. In Brandenburg werden in den kommenden Jahren zwei neue Rechenzentren gebaut, die als Zentrum einer unabhängigen, europäischen Cloud dienen sollen. Ziel dieser „European Sovereign Cloud“ ist es, die Kontrolle über Daten und Software in Europa nicht aus der Hand zu geben. Ein Zugriff oder gar die Abschaltung durch Dritte außerhalb Europas soll ausgeschlossen sein. Zur Präsentation dieses Projekts betonte auch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) die Bedeutung des Standorts und erklärte, dass hier das Rückgrat der modernen Wirtschaft gestärkt werde.

Kritik an US-Beteiligung trotz europäischer Kontrolle

Die grundsätzliche Idee: Unternehmen speichern und verarbeiten ihre Daten auf digitalen Plattformen, die als Cloud dienen. Solche Angebote gelten heute als kritische Infrastruktur, deren Ausfall wirtschaftliche Schäden und Produktionsstillstand bedeuten kann. Daher ist die Frage nach digitaler Souveränität essenziell.
Projektbefürworter:innen verweisen auf deutlich mehr Schutz und Kontrolle, weil Server und Anlagen in Europa stehen, europäische Mitarbeitende die Regie führen und europäische Behörden die Kontrolle übernehmen. Auch vertraglich sei die Eigenständigkeit der Cloud festgelegt.
Trotzdem sorgt die Beteiligung des Cloud-Betreibers Amazon Web Services (AWS), einer Tochter des US-Konzerns Amazon, für Kritik. Einige Expert:innen hinterfragen, ob eine echte Unabhängigkeit möglich ist, wenn ein US-amerikanisches Unternehmen federführend bleibt. Mustafa Isik, bei AWS zuständig für digitale Souveränität, hält dagegen: Alle wichtigen Abläufe und Kontrollen blieben in europäischer Hand, kritische Abhängigkeiten außerhalb der EU gebe es nicht.

Großer Schritt, aber noch kein vollständiger Wandel

Viele Fachleute unterstützen das Ziel, Europas digitale Eigenständigkeit zu stärken. Sie bezweifeln allerdings, dass eine vollständige Souveränität derzeit erreichbar ist. Der technologische Vorsprung der US-Anbieter im Cloud-Bereich ist erheblich. Wie Dennis-Kenji Kipker vom Cyber Intelligence Institute betont, dominiert der Markt für Cloud-Dienste weiterhin die Vereinigten Staaten und Fernost, während Europa erst aufholt. Auch Bernhard Rohleder vom Branchenverband Bitkom sieht in der neuen Cloud-Lösung eine deutliche Verbesserung. Zwar gibt es weiterhin eine Abhängigkeit von Technologie aus den USA, aber mehr Datenschutz, mehr Sicherheit und mehr Souveränität werden dennoch erreicht. Im internationalen Vergleich bleibt allerdings ein deutlicher Rückstand: Die zehn größten US-Rechenzentren verfügen laut Bitkom über die gleiche Rechenleistung wie rund 40.000 deutsche Rechenzentren zusammen.
AWS plant für das Projekt in Brandenburg in den kommenden Jahren Investitionen von 7,8 Milliarden Euro. Das ist ein erheblicher Schritt für den Standort und Europas Infrastruktur.

Via: https://www.tagesschau.de
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Tags: Infrastruktur, digitale Souveränität, Brandenburg, Amazon, Cloud, Europa

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