Amazon Web Services (AWS) hat sich eine große Zahl von Mac Studio-Workstations mit M3 Ultra gesichert – Rechner, die Ihr aktuell kaum im Handel bekommt. Während Apple-Besteller:innen auf Lieferzeiten von über zwei Monaten blicken, bietet AWS die Geräte bereits in seiner Cloud an.
Mac Studio mit M3 Ultra: Vergriffen für viele, verfügbar in der AWS-Cloud
Der Mac Studio ist derzeit schwer zu bekommen, weil es an Arbeitsspeicher mangelt und die Nachfrage durch KI-Anwendungen hoch ist. Laut Apple müssen Käufer:innen mehr als zwei Monate auf die Workstation warten, weil KI-Enthusiast:innen die Lagerbestände leerkaufen, um lokale Sprachmodelle wie OpenClaw auf der Hardware auszuführen.
Offiziell verkauft Apple den Mac Studio im Online-Store mit maximal 96 Gigabyte einheitlichem Speicher. AWS hat nun jedoch eine Konfiguration angekündigt, die dort nicht auftaucht: einen Mac Studio mit M3 Ultra und 256 Gigabyte einheitlichem Speicher, der ausschließlich in der Cloud zur Verfügung steht.
Gleichzeitig verschwinden weitere Varianten von Mac Studio und Mac mini aus dem Apple Store, einige Modelle sind laut Berichten aufgrund „extremer Nachfrage“ nicht mehr verfügbar. Die globale RAM-Knappheit erschwert die Lage zusätzlich und macht bestimmte Mac-Konfigurationen für Endkund:innen noch seltener.
Ausstattung und Einschränkungen bei der Nutzung
Die von AWS eingesetzten Mac Studios sind mit Apples bislang leistungsstärkstem M3-Ultra-Chip ausgestattet. Diese Systeme verfügen über eine 28‑Kern-CPU, eine 60‑Kern-GPU und eine 32‑Kern-Neural Engine und werden von AWS in Racks verbaut und als Cloud-Rechner bereitgestellt.
AWS empfiehlt diese Cloud-Macs als Entwicklungs- und Testplattform für Anwendungen, die auf allen Apple-Betriebssystemen laufen sollen. Dazu gehört auch visionOS, das Betriebssystem für Apples Vision Pro-Headset, das sich bislang schwer tut, eine breite Nutzerbasis zu finden.
Apple erlaubt zwar die Erstellung und Ausführung virtueller macOS-Geräte, schränkt dies aber stark ein. Virtuelle Maschinen dürfen nur auf Apple-Hardware laufen, und pro Host-Gerät sind lediglich zwei virtuelle macOS-Instanzen zulässig. Zudem begrenzt Apple die Nutzung dieser VMs auf vier genaue Zwecke, darunter Softwareentwicklung, Tests und persönliche, nicht-kommerzielle Nutzung.
Begrenzte Verfügbarkeit und offene Preisfrage
Die Verfügbarkeit der neuen Mac-Instanzen ist zunächst stark eingeschränkt. AWS bietet die M3-Ultra-Macs derzeit nur in zwei Regionen an: US East und US West in Oregon. Kund:innen in anderen Teilen der Welt, die einen Cloud-Mac mit niedriger Latenz suchen, müssen daher weiterhin auf physische Hardware warten. Da haben wir uns in der EU zu früh gefreut.
Nachdem AWS sich einen Teil der begehrten Mac Studio-Bestände gesichert hat, werden diese nun als Cloud-Instanzen an Entwickler:innen weitergereicht, die auf das Apple-Ökosystem angewiesen sind. Ob sich dieses Modell finanziell lohnt, hängt von der Dringlichkeit ab: Wer den über zweimonatigen Lieferverzug aussitzen kann, könnte mit einem Kauf besser fahren, während Eilige auf AWS angewiesen sind.
Unklar ist, ob die knappen Bestände der Hochleistungs-Macs bei Apple auch mit der AWS-Thematik zusammenhängen, also ob Amazon die ohnehin knappen Bestände bei Apple „leergekauft“ hat.
Für alle, die nicht warten wollen, ist AWS aktuell die einzige Möglichkeit, vor Ende des Sommers an Rechenleistung mit M3 Ultra zu kommen. Dieser vorübergehende, faktische Alleinzugang gibt dem Cloud-Anbieter Spielraum bei der Preisgestaltung. Konkrete Preise sind jedoch noch nicht bekannt, denn AWS hat die neuen M3-basierten Mac-Instanzen bislang nicht in den EC2-Übersichten aufgeführt. Ebenso bleibt offen, ob Amazon weiterhin ausschließlich Bare-Metal-Macs anbietet oder künftig auch macOS-VMs in der Cloud bereitstellt.
Die ursprünglichen Informationen stammen von The Register.
