Audacity gehört seit Jahren zu den bekanntesten kostenlosen Programmen zur Audiobearbeitung. Die Software ist plattformübergreifend verfügbar und eignet sich für einfache Schnittaufgaben ebenso wie für komplexere Mehrspur-Projekte.
Was Audacity leisten kann
Audacity ist freie und quelloffene Audio-Software für Mehrspur-Aufnahmen und -Bearbeitung. Ihr könnt damit Live-Audio über Mikrofon oder Mixer aufnehmen oder Aufnahmen von anderen Medien digitalisieren. Unter Windows, mit passenden Soundkarten und aktuellen Versionen des Systems, lässt sich zudem Streaming-Audio mitschneiden.
Ihr könnt bestehende Audiodateien importieren, schneiden, bearbeiten und mit anderen Dateien oder neuen Aufnahmen kombinieren. Anschließend exportiert Ihr Eure Projekte in mehrere gängige Dateiformate. Unterstützt werden unter anderem WAV, AIFF, AU, FLAC und MP3 direkt in der Anwendung.
Die Software kommt mit mehr als 100 Audioeffekten und unterstützt 16‑Bit-, 24‑Bit- und 32‑Bit-Dateien. Dazu gibt es einen einfachen Audio-Kompressor, einen eingebauten Mixer, ein Spektrum-Anzeige-Fenster für detaillierte Frequenzanalysen und Stapelverarbeitung, um mehrere Dateien in einem Durchgang zu bearbeiten.
Podcast, Sicherheit, Plattformen und Funktionen
Für Podcasts bringt Audacity zahlreiche Effekte, vorgefertigte Entzerrungs-Kurven und Echtzeit-Vorschau mit. Eine automatische Absenkungsfunktion hilft dabei, mehrere Audiospuren oder Sprachaufnahmen so zu mischen, dass sich etwa Musik und Stimme nicht gegenseitig überlagern.
Audacity ist seit vielen Jahren als kostenlose Open-Source-Software verfügbar und gilt als sicher in der Nutzung. Nach der Übernahme durch Muse Group im Jahr 2021 sorgten Änderungen an der Datenschutzrichtlinie zwar kurzzeitig für Kritik, doch die Reaktionen aus der Community führten dazu, dass das Projekt wieder in die gewohnte Richtung zurückgelenkt wurde.
Auf Android und iOS gibt es Audacity nicht. Wer mobil arbeiten möchte, kann auf WavePad ausweichen, das eine ähnliche Funktionsvielfalt bietet und kostenlos für Mobilgeräte erhältlich ist.
Unterstützt werden bei der Klangqualität 16 Bit, 24 Bit und 32 Bit, wobei Abtastraten und Formate mit hochwertiger Neuberechnung und Dithering konvertiert werden. Für Effekte stehen LADSPA-, LV2-, Nyquist-, VST- und Audio-Unit-Erweiterungen bereit. Effekte lassen sich in einem Texteditor anpassen, eigene Erweiterungen können ebenfalls erstellt werden.
Die Bearbeitung erfolgt mit bekannten Werkzeugen wie Ausschneiden, Kopieren, Einfügen und Löschen. Eine unbegrenzte, schrittweise Rückgängig-Funktion erlaubt es, beliebig viele Bearbeitungsschritte innerhalb einer Sitzung zurückzunehmen oder wiederherzustellen. Für die Analyse bietet Audacity eine Spektrogramm-Ansicht zur Visualisierung und Auswahl von Frequenzen, ein Spektrum-Fenster für detaillierte Auswertungen und Unterstützung für Vamp-Analyse-Erweiterungen.
Aktuelles Patch-Update und Alternativen
Die aktuelle Version ist ein Patch-Release mit einer Reihe von Fehlerkorrekturen und kleineren Verbesserungen. Unter anderem wurde ein Fehler behoben, der beim Einfügen in eine neu erstellte Spur eine Ausnahme ausgelöst hat. Probleme mit Tongenerierung, Wellenform-Skalierung, dem Parameter zur Clip-Benennung sowie Befehlsnamen an Clip-Grenzen für Skripte und Makros wurden ebenfalls korrigiert.
Außerdem funktioniert nun das Laden von Voreinstellungen für den Verzerrungs-Effekt wieder korrekt. Ein weiterer Fix sorgt dafür, dass beim Einfügen in eine leere Audiospur die ursprüngliche Abtastrate erhalten bleibt. Die Bearbeitung von Beschriftungen und Clip-Namen erlaubt jetzt die Nutzung der Alt-Gr-Taste.
Neu hinzugekommen sind Optionen, um festzulegen, ob Stille am Anfang, in der Mitte oder am Ende gekürzt wird. Für Beschriftungsspuren gibt es nun einen Export von Podcast-2.0-Kapiteln im JSON-Format. Verbesserungen betreffen außerdem die Darstellung auf HiDPI-Bildschirmen unter Linux mit wxGTK und die Anzeige der Stummschalten- und Solo-Tasten im Mixer. Fehler bei der Mehrkanal-FLAC-Importfunktion und bei Hüllkurven nach dem Zusammenführen von Clips wurden ebenfalls behoben.
Audacity ist kostenlos und quelloffen und kann privat wie kommerziell ohne Einschränkungen eingesetzt werden. Zu den bekannten Alternativen gehören WavePad und Ocenaudio, die ebenfalls für Aufnahme und Bearbeitung von Audiodateien ausgelegt sind.
