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Apples Software-Chef: Wer ist Craig Federighi?

Craig Federighi Apple

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Craig Federighi prägt als Senior Vice President für Softwareentwicklung maßgeblich die Zukunft von iOS, macOS und Künstlicher Intelligenz bei Apple. Wir fassen seine Rolle und seinen Werdegang für euch zusammen.

Vom NeXT-Entwickler zum Apple-Vorstand

Craig Federighi stammt aus San Leandro, Kalifornien, und kam durch seine Mutter erstmals mit Computern in Kontakt, als sie ihn ermutigte, in der Schule Apple-II-Rechner auszuprobieren. Er sparte später auf einen TRS-80 Color Computer und entschied sich für ein Berufsleben in der Tech-Welt. An der University of California in Berkeley schloss er 1991 einen Bachelor in Elektro- und Informatik ab, 1993 folgte der Master in Informatik. 1994 verfasste er dort einen technischen Bericht über einen „Verteilten hierarchischen Speichermanager für ein Video-auf-Abruf-System“.

Während des Studiums erlebte Federighi einen Auftritt von Apple-Mitgründer Steve Jobs, der damals bereits Apple verlassen hatte. Jobs präsentierte an der Universität den NeXTcube und inszenierte die Mac-Produktvorstellung nach. Danach entschied Federighi, lieber für NeXT als für Apple zu arbeiten, und entwickelte dort am Enterprise Objects Framework, das Anwendungen mit Datenbanken verband. Nach der Übernahme von NeXT durch Apple 1996 ging dieses Framework in Apples WebObjects auf.

Später verließ Federighi Apple als Entwicklungsdirektor und wechselte 1999 zu Ariba, einem Tech-Dienstleister aus Palo Alto. In zehn Jahren stieg er dort vom Vizepräsidenten für Internetdienste bis zum Technikchef und „Evangelisten für Benutzeroberflächentechnologie“ auf. Nach seinem Weggang 2009 wurde Ariba von SAP SE übernommen. Im selben Jahr kehrte Federighi zu Apple zurück, um die macOS-Entwicklung zu leiten, kurz nach der Arbeit an macOS Snow Leopard. Auf der WWDC 2009 präsentierte er erstmals auf der Bühne neue Funktionen von Snow Leopard, später auch macOS 10.7 Lion.

Aufstieg zum Gesicht von macOS, iOS und KI

Im März 2011 übernahm Federighi von Bertrand Serlet den Posten als Vizepräsident für Mac-Softwareentwicklung, ein Jahr später beförderte ihn CEO Tim Cook im Rahmen einer größeren Führungsumbildung zum Senior Vice President für Softwareentwicklung. Nach dem Abgang von Scott Forstall 2012 verantwortete er zusätzlich iOS und OS X. Sein Titel blieb seither unverändert, doch die Zuständigkeiten wuchsen: 2017 kamen Siri und 2025 die KI-Teams inklusive Modell-Entwicklung hinzu, nachdem die Einführung von Apple Intelligence zunächst schlecht ankam.

Seit seiner WWDC-Premiere 2009 ist Federighi ein Fixpunkt in Apples Software-Präsentationen. Er stellte unter anderem iOS 7 und OS X Mavericks (WWDC 2013), iOS 8 und OS X Yosemite (WWDC 2014) sowie iOS 9, OS X 10.11 El Capitan und die Programmiersprache Swift (WWDC 2015) vor. Später folgten Demonstrationen zu 3D Touch am iPhone 6s, iOS 10 mit Sperrbildschirm-Widgets, macOS 10.12 Sierra und der neuen macOS-Namensgebung sowie zahlreiche weitere Systemvorstellungen bis einschließlich der aktuellen WWDCs.

Ein missglückter Moment war die geplante Live-Demo von Face ID im iPhone X bei der Apple-Veranstaltung 2017, die auf der Bühne fehlschlug. Später stellte sich heraus, dass der Fehler durch frühere Versuche anderer Apple-Mitarbeiter ausgelöst worden war. Bekannter wurde Federighi aber vor allem durch humorvolle Auftritte: vom stummen Cameo im September-Event 2020 über den viralen Clip, in dem er im November 2020 ein MacBook aus dem Ruhezustand weckt, bis hin zu aufwendigen WWDC-Einspielern.

Dazu gehören etwa die „Spionage“-Fahrstuhlszene, ein Basketballwurf über den Apple Park und eine unterbrochene Apple-Fitness+-Session während der WWDC 2022. In einer Zeitlupensequenz mit „Blue-Steel“-Blick und Haarwisch-Geste spielte er bewusst mit seinem Spitznamen „Hair Force One“. Später kamen eine dreihalsige Gitarre (WWDC 2023), Fallschirmspringen und Parkour (2024) sowie eine Fahrt im Formel-1-Wagen auf dem Dach des Apple-Park-Hauptgebäudes mit Tim Cook (WWDC 2025) hinzu. So wirkt er in der Apple-Führung wie der „coole Onkel“, der dennoch tief in die Softwarestrategie eingebunden ist.

Datenschutz, Sicherheit, Entwickler:innen – und Apples KI-Kurs

Als Verantwortlicher für die Plattformen setzt Federighi konsequent auf Datenschutz und Sicherheit. 2016 veröffentlichte er einen Beitrag, in dem er erklärte, warum Apple trotz öffentlicher Forderung des FBI keine Verschlüsselung schwächt. Sicherheitsbehörden wollten Apple zwingen, „die Uhr zurückzudrehen“ zu weniger sicheren Technologien, während Apple Angreifenden immer einen Schritt voraus sein müsse. 2018 wandte er sich erneut gegen Forderungen nach Hintertüren in Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und betonte, das Schwächen von Sicherheit ergebe keinen Sinn, wenn Nutzer:innen Geräte zum Schutz persönlicher Daten verwendeten.

2020 bezeichnete er Datenschutz auf der WWDC als fundamental wie ein Menschenrecht. Die Einführung der App-Tracking-Transparenz ordnete er den Kernwerten Apples zu und betonte, sie solle Werbetreibende weniger hart treffen, als behauptet werde. Wichtiger sei eine „bedeutsame Wahl“ für Nutzer:innen. Gleichzeitig musste Apple Kritik an Funktionen wie iCloud-Fotoerkennung und Mitteilungen in Nachrichten zur Bekämpfung von Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern (CSAM) einstecken. Federighi räumte ein, die Ankündigung sei missverständlich gewesen und habe den Eindruck erweckt, Apple scanne iPhones nach Bildern.

Im Rahmen des Rechtsstreits mit Epic Games hob er 2027 Sicherheitsunterschiede zwischen macOS und iOS hervor. Mehrere App Stores würden auf dem Mac regelmäßig ausgenutzt, das Malware-Niveau sei „nicht akzeptabel“. iOS habe durch das App-Store-Modell eine „dramatisch höhere Hürde“ für Kundenschutz. Entsprechend warnte er davor, Apple zum Sideloading auf dem iPhone zu zwingen, da dies den Nutzer:innen die Wahl einer sichereren Plattform nehmen würde.

Parallel treibt Federighi die Entwickler:innen-Community voran. Mit der Öffnung von Swift als Open Source im Dezember 2015 forderte er dazu auf, Swift als Hauptsprache zu lernen – vom Skript über mobile Apps bis zu Cloud-Code. Er unterstützte die Initiative „Stunde des Codes“ und nannte Programmieren die „nächste Stufe der Alphabetisierung“, nachdem er selbst mit zehn Jahren begonnen hatte. Er kündigte eine tiefe Swift-Integration in iCloud und die Mac-Entwicklung an, unter anderem im Dock von El Capitan.

2019 stellte Federighi iPadOS als Abzweigung von iOS vor, um dem iPad ein „wirklich eigenständiges Erlebnis“ zu geben, weder iPhone- noch Mac-ähnlich. Projekt Catalyst solle die Qualität von Mac- und iPad-Apps steigern, indem iPadOS-Apps leichter auf den Mac kommen. In einer E-Mail an eine:n angehende:n Programmierer:in riet er, im Studium Zeit zum Lernen zu reservieren, in die Breite und Tiefe zu gehen und auf Teamarbeit zu achten.

Als Apple intern seine iOS-Strategie überarbeitete, startete Federighi einen Prozess, bei dem fehlerhafter Code in Tests deaktiviert und markiert wurde, um weniger fehlerhafte Releases zu liefern. Die Einführung von Apple Silicon und dem M1-Chip war ein weiterer Meilenstein. Federighi sagte, man habe die Leistung „übertroffen“ und zeigte sich vom Energieverbrauch überrascht. 2020 erklärte er, ein ARM-Windows könne in Emulation laufen, das liege aber an Microsoft.

Gerüchte, iPadOS und macOS zu verschmelzen, wies er 2025 zurück. Ein macOS auf dem iPad würde die Touch-Bedienung verschlechtern und dem Gerät seine Besonderheit nehmen. In der KI-Ära drängte er Apple zu einem Neustart. Ein Bericht von Juni 2024 beschrieb, wie die von John Giannandrea geleiteten KI-Bemühungen wegen Ressourcenmangels und eines zu lockeren Ansatzes ins Stocken geraten waren. Nach einem Weihnachtsurlaub 2022 mit Microsoft Copilot wurde Federighi offenbar zum KI-Befürworter und sicherte seinem Softwareteam Ressourcen für generative KI. Er war auch an dem Deal beteiligt, der zur ChatGPT-Integration in Siri führte.

Im Oktober 2024 kündigte er Verbesserungen für Siri an, ohne eine „fühlende“ Assistentin in Aussicht zu stellen. Im April 2025 wurde bekannt, dass eine große interne KI-Umstrukturierung Siri direkter unter seine Aufsicht stellte. Im Juni 2025 erklärte er, Siri mit Kontext und App-Befehlen funktioniere nun, und Apple müsse nicht alle Technologien der Welt liefern. Die Welt erwarte zwar, Apple solle einen KI-Chatbot bauen, obwohl das Unternehmen weder ein Shopping-Riese noch YouTube-Konkurrent sei. Mit Private Cloud Compute versuche Apple seit dem „Es ist Glowtime“-Event im September 2024, Nutzerdaten zu schützen und zugleich neue KI-Technik zu nutzen. Federighi sieht darin einen Sicherheits- und Datenschutzkampf, der noch viele Jahre dauern wird.

Auch mit dem für den Herbst geplanten Wechsel zu CEO John Ternus deutet nichts auf einen baldigen Abschied Federighis hin. Sein Einfluss auf Software, Datenschutz, Entwickler:innen und KI dürfte Apple noch länger prägen.

Via: https://appleinsider.com

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Tags: Siri, Entwickler, Swift, Datenschutz, Craig Federighi, macOS, KI, Apple, iPadOS, iOS, Apple Silicon, Apple Intelligence, Sicherheit

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