Apple hat eine neue Entdeckungsfunktion im App Store eingeführt, die auf personalisierten Empfehlungen basiert. Sicherheitsforscher:innen sehen darin jedoch mögliche Risiken für den Datenschutz.
Personalisierte Sammlungen im App Store
In der vergangenen Woche hat Apple die Funktion „Personalisierte Sammlungen“ im App Store vorgestellt. Sie soll Nutzer:innen auf Basis ihrer individuellen Interessen und ihres Verhaltens passende App-Empfehlungen anzeigen. Gleichzeitig präsentiert Apple die Neuerung als weiteren Weg, über den Entwickler:innen ihre Apps sichtbarer machen können. Bereits kurz nach der Ankündigung gibt es jedoch Kritik aus Datenschutzkreisen.
Forschende: Apple protokolliert jeden Tipp
Die Sicherheitsforscher Mysk berichten, dass Apple für die neuen Empfehlungen „jeden Tipp“ in der App-Store-App protokolliert. Laut einem von ihnen geteilten Beitrag auf X (vormals Twitter) setzt Apple dabei umfangreiche, identifizierbare Analysedaten ein, die im App Store gesammelt werden. Demnach zeichne Apple jeden Fingertipp auf, ohne dass es eine Möglichkeit gebe, diese Erfassung zu deaktivieren. Nach Angaben von Mysk kann Apple daraus sogar die Tippgeschwindigkeit berechnen.
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Dem Beitrag war ein Screenshot beigefügt, der zeigen soll, welche Daten beim Suchen im App Store übertragen werden. Einer der Forschenden erklärte dazu, dass es sich um die Daten handele, die beim Suchen nach „Tim Cook“ an Apple gesendet wurden. In einer Antwort auf eine Rückfrage stellte Mysk klar, dass der Screenshot nicht die Suchergebnisse selbst zeige, sondern ausführliche Analysedaten. Gleichzeitig verwiesen die Forschenden darauf, dass Nutzer:innen im Bereich Musik immerhin auf andere Streaming-Dienste wie Spotify ausweichen könnten, wenn ihnen die Datenschutzoptionen von Apple Music nicht zusagen. Für das Herunterladen von Apps auf dem iPhone gebe es jedoch keine alternative Quelle zum App Store.
Nach Angaben von Mysk sind die im Screenshot sichtbaren Analysedaten Teil der persönlichen Datenauskunft, die einzelne Nutzer:innen bei Apple über privacy.apple.com anfordern können. Wer eine solche Auskunft beantragt, soll diese Informationen also in seinem persönlichen Datenarchiv wiederfinden können.
Datenschutz oder Komfort? Diskussion um Opt-in
Ob das umfassende Erfassen aller Aktivitäten in der App-Store-App einen Eingriff in die Privatsphäre darstellt, bleibt umstritten. Die Bewertung hängt stark davon ab, wie wichtig Euch personalisierte Empfehlungen im Vergleich zu einem möglichst zurückhaltenden Umgang mit Nutzungsdaten sind. Gleichzeitig steht die Frage im Raum, ob Apple die Funktion „Personalisierte Sammlungen“ als freiwillige Option anbieten sollte. Ein Opt-in-Modell würde bedeuten, dass Nutzer:innen der Datenerfassung aktiv zustimmen müssen, bevor ihre App-Store-Aktivitäten zur Personalisierung ausgewertet werden.
Derzeit hat Apple die Funktion jedoch als Standard eingeführt, ohne Wahlmöglichkeit direkt in Bezug auf diese Empfehlungstechnik. Wie Ihr die Abwägung zwischen Komfort und Datenschutz einschätzt, wird unterschiedlich ausfallen. Eure Meinung dazu könnt Ihr in den Kommentaren teilen.
