Apple will ins Bankgeschäft

Bankgeschäft



Apple will ins Bankgeschäft. Fast beiläufig erwähnte man während der WWDC Keynote Apple Pay Later als neues Produkt.

Buy Now, Pay Later (BNPL), so die Branchenbezeichnung,  meint kurz laufende Konsumentenkredite für den Erwerb von Konsumgütern wie MacBooks, AirPods und Spielekonsolen.  Bislang bedient diesen BNPL Markt in Europa vor allem von Klarna und Paypal. Spätestens seit Apple 2014 Apple Pay einführte, strebt Cupertino ins Bankgeschäft. Aktuell kaschiert noch der Partner Goldman Sachs diese Strategie.

Laut einem Bloomberg Bericht existiert ein langfristiges Projekt namens Breakout, mit dem Apple zum FinTech, zum Finanzdienstleister werden will. Dabei geht es darum, Zahlungsabwicklung, Risikobewertung für Kreditvergaben, Betrugsanalyse, Bonitätsprüfungen und zusätzlichen Kundendienst wie die Bearbeitung von Streitigkeiten inhouse abzuwickeln. Oder anders: Apple will sich mittelfristig unabhängig machen. Bislang erledigen in den USA zumeist die beiden Finanzdienstleister CoreCard  und Green Dot dies für Apple.

Bankgeschäft als Umsatztreiber

Apples Vorstoß überrascht nicht. Bereits Facebook versuchte sich an einer eigenen Digitalwährung. Google wollte unter dem Namen Plex in Kooperation mit Banken eigene Konten anbieten. Beides ist Stand heute gescheitert. Apples Breakout könnte gelingen. Cupertino verfügt über leistungsfähige IT, finanzielle Ressourcen von rund 73 Milliarden US-Dollar Bargeld und einen riesigen Schatz an Kundendaten. So stellt man schnell Angebote in bislang unbekannter Qualität und Kundenfreundlichkeit auf die Beine.

Experten sehen in der jüngsten Vorstellung noch keinen ganz großen Vorstoß.

Zahlungen mit relativ niedrigen Summen im kurzen Zeitraum von sechs Wochen sind ein kleines Marktsegment, in dem Banken noch kaum aktiv sind. Anders sieht es aus, wenn Kunden mittelfristig auch höhere Summen über längere Zeiträume strecken können.

sagt Philipp Bulis von der Unternehmensberatung Oliver Wyman.

Apple erwirtschaftet mit Services, wozu Apple Pay gehört, bereits 70 Milliarden Dollar pro Jahr. Apple Card und Peer-to-Peer-Zahlungen sind bisher nur in USA verfügbar. Erst durch ein eigenes Verarbeitungssystem und Tools zur Berechnung von Zinsen, zur Genehmigung von Transaktionen, zur Kontaktaufnahme und Meldung von Daten an Kreditauskunfteien, aber auch zur Annahme oder Ablehnung von Anträgen auf Grundlage eigener Risikobewertungen, zur Bestimmung und Erhöhung von Kreditlimits oder zur Bearbeitung von Transaktionshistorien hat Apple die Chance dies weltweit auszurollen.

Übernahmen

Gerade erwarb Apple das britische Startup Credit Kudos Ltd., das Bankdaten verwendet, um Kreditentscheidungen zu treffen. Auch dies ist nur die aktuellste Übernahme in Bereich Bankgeschäft.

Apple legt stets Wert auf ein positives Image seiner Produkte. Apple Pay Later vermarktet der Konzern bereits mit dem Schutz der Daten seiner Kunden vor dem Zugriff Dritter. In einer teils undurchsichtigen Branche will Apple offensichtlich als gute Kraft dastehen, um dann womöglich den Banken mehr Geschäft streitig zu machen.

Via Bloomberg

Bildquelle Apple




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