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Apple testet CXMT‑Speicher: Druckmittel gegen Samsung, SK hynix und Micron?

Apple prüft offenbar erstmals Arbeitsspeicher des chinesischen Herstellers CXMT für eigene Produkte. Parallel dazu verstärkt der Konzern sein politisches Lobbying rund um Speicherimporte aus China.

Apple testet CXMT‑DRAM trotz US‑Sicherheitsbedenken

Wie die Financial Times berichtet, testet Apple derzeit DRAM‑Produkte des chinesischen Speicherherstellers CXMT. Das deutet darauf hin, dass CXMT künftig Teil der umfangreichen Lieferkette von Apple werden könnte.

Die Tests fallen in eine Phase, in der Apple bei der US‑Regierung unter Donald Trump auf Ausnahmen für den Einkauf von CXMT‑Speicher drängt. CXMT steht weiterhin auf einer Sperrliste des Pentagons, weil dem Unternehmen Verbindungen zur Volksbefreiungsarmee Chinas zugeschrieben werden.

Bloomberg‑Reporter Mark Gurman ergänzte, Apple arbeite mit der Trump‑Administration daran, mögliche politische Reaktionen in Washington abzufedern, falls der Konzern Speicher von CXMT und dem chinesischen Hersteller YMTC für in China verkaufte Produkte bezieht.

Bereits damals wurde darauf hingewiesen, dass der Schritt wirtschaftlich nur begrenzt sinnvoll erscheint. Ein Großteil der CXMT‑Kapazitäten ist durch langfristige Verträge gebunden, die auf KI‑Anwendungen ausgerichtete DDR‑Produktion ist für Apple uninteressant, und die verfügbare LPDDR‑Kapazität wird zu Preisen angeboten, die in etwa denen von Samsung, SK hynix und Micron entsprechen. Zudem darf der CXMT‑Speicher ausschließlich in Geräten genutzt werden, die innerhalb Chinas verkauft werden.

Technologische Aufholjagd von CXMT

Trotz dieser Einschränkungen holt CXMT technologisch schnell zu den drei großen Speicheranbietern Samsung, SK hynix und Micron auf. Das Unternehmen arbeitet an Wafer‑zu‑Wafer‑Hybrid‑Bonding für die nächste Generation von gebundenem DRAM.

Bei dieser Technik werden die Speicherzellen und die Steuerschaltungen des Speicherchips auf getrennten Siliziumscheiben gefertigt und anschließend vertikal über modernes Packaging miteinander verbunden. Das erhöht die Speicherdichte deutlich, reduziert die Latenzzeiten und verbessert die Energieeffizienz.

CXMT testet diese Technologie nach eigenen Angaben derzeit in einer Pilotfertigung im chinesischen Hefei. Ziel ist die Massenproduktion hochdichter Speichermodule. Nimmt Apple CXMT in die eigene Lieferkette auf, würde der Konzern damit voraussichtlich auch Zugang zu dieser Speichertechnik erhalten.

Bank of America: Apple stärkt Verhandlungsposition

Für die Bank of America liegt der größte Nutzen von CXMT für Apple allerdings nicht im Volumen, sondern in der Verhandlungsposition gegenüber etablierten Speicherlieferanten. Das Institut geht davon aus, dass Apple vor allem bei künftigen Preisrunden profitieren will.

Laut Bank of America könnte Apple DRAM von CXMT einsetzen, um bei den Verhandlungen über die Vertragspreise für die zweite Jahreshälfte oder für das Jahr 2027 zusätzlichen Druck auf Samsung, SK hynix und Micron aufzubauen. Das tatsächlich von CXMT abgenommene Volumen bleibt nach dieser Einschätzung aber gering.

Im Gespräch ist dabei vor allem die Nutzung weniger leistungsfähiger LPDDR5X‑Chips von CXMT in einem möglichen iPhone‑Modell der 18‑Serie mit einfacher Ausstattung. Diese Option würde Apples Verhandlungsspielraum erweitern, ohne die bisherigen Hauptlieferanten vollständig zu ersetzen.

Via: https://wccftech.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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