Apple hat in den USA (und auch in anderen Ländern) mehrere leistungsstarke Konfigurationen von Mac mini und Mac Studio aus dem Online-Store genommen. Gleichzeitig steigen Lieferzeiten und Engpässe weltweit deutlich an.
Seit dem 11. April 2026 lassen sich bestimmte Ausstattungen von Mac mini und Mac Studio in Apples US-Store nicht mehr bestellen. Betroffen sind Mac-mini-Modelle mit 32 oder 64 GB Arbeitsspeicher sowie Mac-Studio-Konfigurationen mit 128 oder 256 GB RAM, die als „derzeit nicht verfügbar“ geführt werden, ohne Liefertermin oder Bestellmöglichkeit. Ähnliche Verfügbarkeitsprobleme melden auch Apple-Stores in Großbritannien und Australien, wo diese Varianten ebenfalls nicht mehr gekauft werden können. Auch im deutschen Store sind einige Modelle derzeit nicht verfügbar. Andere Konfigurationen bleiben zwar im Programm, weisen aber teils extrem lange Lieferzeiten von mehreren Wochen bis hin zu vier oder fünf Monaten auf. Bereits im März hatte Apple unauffällig die 512-GB-RAM-Option beim Mac Studio gestrichen, die ausschließlich mit dem M3-Ultra-Chip angeboten und mit 4.000 US-Dollar (rund 3.700 Euro) bepreist war. Gleichzeitig erhöhte sich der Aufpreis für das Upgrade von 96 auf 256 GB Speicher von 1.600 auf 2.000 US-Dollar (rund 1.500 auf 1.850 Euro), was den Preisdruck im DRAM-Markt widerspiegelt.
Die aktuelle Lage fällt in eine Phase massiver Verwerfungen am weltweiten Speichermarkt. Seit Anfang 2026 steigt die Nachfrage nach DRAM stark, vor allem durch Investitionen in KI-Infrastruktur. Marktforscher:innen von TrendForce meldeten im Februar für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der Vertragspreise für Server-DRAM um 90 bis 95 Prozent gegenüber dem Vorquartal, bei PC-DRAM sogar um mehr als 100 Prozent. TrendForce schätzt, dass KI-Anwendungen 2026 fast 20 Prozent der globalen DRAM-Wafer-Kapazität verbrauchen, während Hochbandbreitenspeicher inzwischen 23 Prozent der gesamten DRAM-Produktion bindet und dabei viermal so viel Fertigungskapazität wie herkömmliche Module benötigt. Die starke Nachfrage nach KI-Rechenzentren verschiebt damit Ressourcen weg von klassischer PC- und Consumer-Hardware, was auch Apples Lieferkette trifft. Branchenbeobachter:innen verweisen zudem auf Infrastrukturprojekte einzelner Anbieter, die den Druck erhöhen, etwa große KI-Workloads, die neue Speicher- und Chipkapazitäten binden. Apple selbst hat die Hintergründe der Engpässe bisher nicht kommentiert.
Parallel zur DRAM-Knappheit steigt die Nachfrage nach Mac mini und Mac Studio für lokale KI-Anwendungen. Die kompakten, oft ohne Monitor betriebenen Desktop-Macs gelten als attraktive Plattform für Werkzeuge wie OpenClaw, die große Sprachmodelle direkt auf der Hardware ausführen. Dank der gemeinsam genutzten, einheitlichen Speicherarchitektur von Apple-Chips können Modelle mit vielen Parametern auf Macs mit hoher RAM-Ausstattung effizient betrieben werden, ohne separate Grafikkarten. Entsprechend häufen sich Berichte über „extreme Nachfrage“ nach den höher ausgestatteten Modellen, was die ohnehin angespannte Liefersituation weiter verschärft. Gleichzeitig reduziert Apple die Produktion der aktuellen Generation und bereitet neue Desktop-Modelle vor. Für Mitte beziehungsweise Ende 2026 werden aktualisierte Mac-mini- und Mac-Studio-Versionen mit M5-Chip erwartet, nachdem MacBook Air sowie MacBook Pro mit M5, M5 Pro und M5 Max bereits erschienen sind. Diese Planung bestand laut Berichten schon vor dem jüngsten KI-Boom, die neuen Chips dürften aber besser zu den nun typischen lokalen KI-Workloads passen. Zudem hat Apple bestätigt, den Mac mini später im Jahr in einer erweiterten Fertigungsstätte in Houston, Texas, zu montieren. Dieser Schritt fügt sich in die breitere Produktionsstrategie ein, wird die aktuelle Verfügbarkeit jedoch kurzfristig voraussichtlich nicht verbessern.
Via: www.theapplepost.com · www.iClarified.com · thenextweb.com · www.techradar.com
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