Apple ordnet seine Mac-Chip-Planung neu und stellt künftige Prozessoren klar auf künstliche Intelligenz aus. Die etablierte Taktung der Apple‑Silicon‑Familien gerät damit deutlich ins Wanken.
M6 ohne Pro, Max und Ultra: Bruch mit dem bisherigen Rhythmus
Der Basis-Chip der M6-Generation soll wie geplant noch in diesem Jahr in günstigeren Macs erscheinen, doch Apple streicht erstmals die gewohnten Pro-, Max- und Ultra-Varianten. Statt die M6-Familie zu komplettieren, will das Unternehmen direkt zur M7-Reihe übergehen. Laut Mark Gurmans Newsletter „Power On“ hat Apple das Design des M7 bereits nur sechs Monate nach dem M6 finalisiert. Dieser ungewöhnlich kurze Abstand zeigt, wie stark KI-Anforderungen die Prioritäten verschieben.
Zwischenzeitlich soll Apple bei leistungsstärkeren Macs auf bestehende M5-Pro- und M5-Max-Chips setzen. Diese SoCs werden demnach auch in den ersten überarbeiteten MacBook-Pro-Modellen mit Touchscreen verbaut, die zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 erwartet werden. Parallel dazu plant Apple, seine Serverplattform für Apple-Intelligence-Dienste zunächst auf Basis des M5 Ultra auszubauen, bevor später ein Wechsel auf M7 Ultra vorgesehen ist.
M7-Generation: Fokus auf Neural Engine und Speicher für KI
Auslöser für die Neuaufstellung sind umfangreiche KI-Verbesserungen, die ursprünglich für die M7-Familie vorgesehen waren. Apple bewertet diese Fortschritte bei der Neural Engine und der KI-Verarbeitung offenbar als so wichtig, dass die Einführung vorgezogen wird. Der M7 soll in der ersten Jahreshälfte 2027 erscheinen und ein neu gestaltetes MacBook Pro antreiben, das unter anderem mit einer verbesserten Dampfkammer-Kühlung ausgestattet sein soll. Gegen Ende 2027 sollen M7 Pro und M7 Max folgen, der M7 Ultra wird derzeit für 2028 erwartet.
Der Basischip der M7-Reihe soll eine deutlich höhere Bandbreite für den einheitlichen Speicher bieten: Berichten zufolge sind 240 GB/s geplant, was rund 56 Prozent mehr wären als die 153 GB/s beim M5. Damit richtet Apple seine kommenden SoCs klar auf leistungsfähige KI-Berechnungen direkt auf dem Gerät aus. Besonders der M7 Ultra soll die KI-Leistung „dramatisch“ steigern und damit in eine Klasse mit spezialisierten KI-Beschleunigern aufrücken.
M7 Ultra mit bis zu 1,5 TB RAM – aber mit Einschränkungen
Für den M7 Ultra sind weitere Details bekannt: Der Chip soll bis zu 1,5 TB einheitlichen Arbeitsspeicher unterstützen und damit doppelt so viel wie der kommende M5 Ultra. Diese Obergrenze entspricht zugleich dem Speicherausbau des Mac Pro von 2019. Geplant ist, den M7 Ultra in einem intern überarbeiteten Mac Studio mit höheren Leistungsanforderungen einzusetzen. Ob Apple die maximale RAM-Ausstattung tatsächlich anbietet, ist jedoch unklar und hängt von der Verfügbarkeit von DRAM und NAND-Flash sowie den Speicherpreisen ab.
Aktuell unterstützt der M3 Ultra zwar bis zu 512 GB Arbeitsspeicher, konfigurierbar sind jedoch nur noch 96 GB, weil Apple aufgrund von DRAM-Engpässen die höheren Optionen gestrichen hat. Ähnliche Beschränkungen könnten auch die Konfigurationen kommender M7-Ultra-Systeme beeinflussen. Parallel arbeitet Apple bereits an der M8-Generation mit weiter ausgebauten KI-Funktionen. Diese Chips sollen zunächst auf TSMCs 2‑nm‑Fertigung setzen, bevor das Unternehmen wegen der hohen Nachfrage durch KI-Chip-Hersteller auf einen 1,4‑nm‑Prozess umsteigt.
