Apple ist mit seinem Einspruch im Rechtsstreit mit Masimo endgültig gescheitert und muss 634 Millionen US-Dollar (rund 584 Millionen Euro) an den neuen Eigentümer Danaher zahlen. Ein US-Bundesrichter hat Apples Berufung abgewiesen und damit das Urteil rechtskräftig gemacht.
Benutzer:innen der Apple Watch können die Blutsauerstoffmessung weiter nutzen. Bereits seit Januar 2024 ist die Funktion nach einem Software-Update wieder aktiv, das ein zuvor verhängtes Verkaufsverbot umging. Masimo wollte dieses Verbot erneut durchsetzen, scheiterte jedoch mit allen entsprechenden Anträgen. Damit blieb als einziges offenes Ergebnis des Verfahrens die Geldzahlung von Apple an Masimo.
Apple hatte die Entscheidung der Jury angefochten und sich dabei insbesondere an der Auslegung des Begriffs „Patientenmonitor“ gestört. Nach einem Bericht von Law360 lehnte der Richter am US-Bezirksgericht, James V. Selna, den Antrag auf Anfechtung der Juryentscheidung ab. Gleichzeitig verwarf er auch die Anträge auf ein neues Urteil oder einen neuen Prozess.
Damit ist Apple zur Zahlung der 634 Millionen US-Dollar (rund 584 Millionen Euro) verpflichtet. Aus dem bisherigen Verfahren ergibt sich nach Einschätzung des Gerichts keine weitere offensichtliche Möglichkeit für Apple, gegen das Urteil vorzugehen.
Masimo konnte letztlich weder ein dauerhaftes Verkaufsverbot für die Apple Watch durchsetzen noch eine grundlegende Änderung ihres Designs erzwingen. Das Unternehmen erhält zwar die zugesprochene Zahlung, die Auswirkungen auf das Apple-Produkt selbst bleiben jedoch gering. Hinzu kommt, dass die Patente, auf die sich die Klage stützte, ohnehin in den Jahren 2028 und 2029 auslaufen.
Masimo gilt nicht als klassischer „Patenthändler“, da das Unternehmen eigene Produkte auf Basis seiner Patente entwickelt. Dennoch bleibt offen, warum die Unternehmensführung diese Auseinandersetzung so energisch verfolgt hat, obwohl das Verfahren viel Zeit und Geld gekostet hat. Wie so oft in solchen Patentstreitigkeiten dürften am Ende vor allem die Kund:innen die Leidtragenden sein, auch wenn die Apple-Watch-Funktionen jetzt gesichert scheinen.
Masimo wurde am 10. Juni 2026 vom Technologieunternehmen Danaher für 9,9 Milliarden US-Dollar (rund 9,1 Milliarden Euro) übernommen. Unklar ist, wie hoch das Interesse der neuen Eigentümer:innen an dem abgeschlossenen Rechtsstreit und den zugrunde liegenden Patenten tatsächlich ist. Die Übernahme liefert jedoch einen Hinweis auf die wirtschaftlichen Erwartungen: Danaher geht davon aus, dass Masimo im Jahr 2027 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von mehr als 530 Millionen US-Dollar (rund 488 Millionen Euro) erzielen wird.
Vor diesem Hintergrund kommt Apples Zahlung von 634 Millionen US-Dollar (rund 584 Millionen Euro) für Danaher zur rechten Zeit und dürfte die Bilanz des neuen Mutterkonzerns deutlich stärken. Ob das Masimo-Verfahren dennoch irgendwann wieder Thema wird, bleibt abzuwarten.
Via: https://appleinsider.com
Titelbild: KI (Zur Illustration)
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