Apple und Intel arbeiten wieder enger zusammen: Intel startet eine Testproduktion ausgewählter älterer Apple‑Chips auf einem neuen Fertigungsprozess. Die Massenfertigung soll 2027 anlaufen.
Damit entsteht für Apple ein zweites Standbein in der Chipfertigung – vor allem aus politischen Gründen und für ältere Prozessoren.
Rückkehr der alten Partner: Apple und Intel
Apple und Intel verbindet eine mehr als 40‑jährige Geschichte. Mit dem Wechsel auf Apple Silicon schien diese Partnerschaft beendet, doch die aktuelle politische Lage verschiebt die Gewichte erneut zugunsten von Intel.
Laut einem Bericht des Zulieferketten‑Analysten und Leakers Ming‑Chi Kuo hat Intel begonnen, Apple‑Chips auf seinem neuen 18A‑P‑Prozess zu testen. Dieser Fertigungsstand gilt als grob vergleichbar mit dem, den TSMC für aktuelle Apple‑Chips wie den A18 Pro nutzt.
Bis Intel die volle Produktionskapazität erreicht, wird es jedoch dauern. Kuo geht davon aus, dass 2026 als Anlaufphase für Tests dient, während 2027 als Zieljahr für den Start der Massenproduktion und erste größere Auslieferungen vorgesehen ist.
Produktionsfahrplan bis 2029 für ältere Apple‑Chips
Auch 2027 wird Intel nach Einschätzung von Kuo nur 50 bis 60 Prozent seiner geplanten Kapazität ausschöpfen. Die Fertigung soll im Laufe des Jahres 2028 weiter hochgefahren werden, dann ihren Höhepunkt erreichen und danach bis 2029 schrittweise zurückgefahren werden.
Dieser Lebenszyklus passt zu Apples Bedarf an älteren Prozessoren. Chips wie der A18 Pro werden voraussichtlich noch länger für günstigere iPhones und Macs benötigt. Zudem erscheint der Einsatz in einer aufgerüsteten Apple‑TV‑Set‑top‑Box plausibel.
Laut Kuo entfallen rund 80 Prozent der Intel‑Aufträge auf iPhone‑Chips. Damit fokussiert Apple die Intel‑Fertigung klar auf Modelle, die in künftigen iPhone‑Generationen im unteren Preissegment oder in älteren Linien weiterlaufen könnten.
TSMC bleibt dominanter Chip‑Partner, Politik setzt Rahmen
Trotz der neuen Vereinbarung mit Intel ändern sich die grundsätzlichen Kräfteverhältnisse kaum. TSMC wird nach wie vor mehr als 90 Prozent aller Apple‑Prozessoren liefern, und daran dürfte sich auf absehbare Zeit nichts ändern.
Gleichzeitig wächst der Druck, die starke Abhängigkeit von TSMC zu verringern. Rund 60 Prozent der TSMC‑Produktion liegen in Taiwan, während die USA und China über den Status der Insel verhandeln. Selbst während der laufenden Gespräche zwischen US‑Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping steht Taiwan im Fokus.
Für Apple kommt zusätzlicher Druck aus den USA hinzu. Die Regierung erwartet, dass Konzerne wie Apple mehr Fertigung und Endmontage ins eigene Land zurückholen. Die Vereinbarung mit Intel könnte diese Erwartung erfüllen – oder zumindest teilweise entschärfen.
Die Lage ist komplex: Die Trump‑Regierung hatte eine Beteiligung von 10 Prozent übernommen, um Intel in einer kritischen Phase zu stützen. Seitdem werben Trump und der Intel‑CEO bei US‑Unternehmen darum, direkt in Intel zu investieren.
Aus Apples Sicht liegt eine begrenzte Verlagerung klar auf der Hand. Es schadet dem Konzern nicht, einen kleinen Teil älterer Chips bei einem US‑Unternehmen fertigen zu lassen. Gleichzeitig sendet Apple damit ein politisches Signal, das in Washington gut ankommt.
Solche Schritte haben Apple bisher geholfen, Konflikte mit der umstrittenen Regierung zu vermeiden. Will der Konzern seine übliche Geschäftspraxis fortsetzen, werden ähnlich gelagerte Maßnahmen wohl regelmäßig nötig sein.
Via: https://appleinsider.com
Titelbild KI (Zur Illustration)
