Die US-Regierung steht nun offiziell als Anteilseignerin von Intel fest. Ziel ist es, die Halbleiterproduktion im eigenen Land zu stärken und die Abhängigkeit von China zu verringern.
Staat steigt bei Intel ein
Die Vereinigten Staaten investieren 8,9 Milliarden US-Dollar in Intel und sichern sich damit einen Anteil von 9,9 Prozent am Unternehmen. Intel gab in einer öffentlichen Mitteilung an, dass sich die Summe aus zwei Teilen zusammensetzt: 5,7 Milliarden stammen aus Fördergeldern des CHIPS Act von 2022, weitere 3,2 Milliarden Dollar kommen aus dem Secure Enclave Programm.
Präsident Trump präsentierte die Einigung vor der Presse im Weißen Haus. Er sagte, er habe Intel vorgeschlagen, dem Staat einen Anteil von zehn Prozent zu überlassen. Intel habe mit „Ja“ geantwortet – das sei ungefähr zehn Milliarden Dollar wert. Trump bezeichnete die Vereinbarung als fair für beide Seiten.
Hintergründe zur Entscheidung
Der CEO von Intel, Lip-Bu Tan, habe laut Trump seine Position sichern wollen. Vorher hatte Trump wegen angeblicher finanzieller Verbindungen Tans nach China dessen Rücktritt gefordert. Nach einem persönlichen Treffen in Washington zeigte sich Trump aber besänftigt.
Sowohl Präsident Trump als auch US-Handelsminister Howard Lutnick betonten, dass der Schritt Intels Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze und die Halbleiterproduktion in den USA stärken soll. Damit verfolgen sie das Ziel, weniger abhängig von Lieferungen aus China zu werden.
Auch juristisch sorgt der Deal für Diskussion. Brian Quinn, Professor an der Boston College Law School, wundert sich, warum sich die Regierung auf Stammaktien einließ und nicht auf Vorzugsaktien. Vorzugsaktien hätten feste Dividenden geboten und eine Rückzahlung an die Steuerzahler:innen gesichert. Nach Quinns Ansicht bleibt die Wirkung für die Steuerzahlenden so unklar.
Ungewöhnliches Vorgehen und zukünftige Auswirkungen
Rechtsexperten weisen darauf hin, dass eine Minderheitsbeteiligung des Staates an einem Unternehmen dieser Größe in den USA selten ist. Nach der Finanzkrise 2008 gab es ähnliche Eingriffe, allerdings nur zur Abwendung akuter Krisen. Im Fall Intel steckt jedoch eine strategische Absicht dahinter: Die Regierung will mit dem Einstieg gezielt den US-Halbleitermarkt stärken.
Timothy Meyer, Professor für internationales Wirtschaftsrecht an der Duke University, meint, dass sich zeigen wird, inwieweit die Regierung ihre neue Position ausnutzt. Sie könnte etwa staatliche Aufträge gezielter an Intel vergeben und somit die Wettbewerbsposition des Unternehmens stärken.
Trump betonte, die USA hätten für die Aktien nichts bezahlt, deren Wert nun auf elf Milliarden Dollar gestiegen sei. Für ihn sei das ein Vorteil sowohl für die USA als auch für Intel. Er bezeichnete die Arbeit von Intel – die Entwicklung führender Halbleiter und Chips – als grundlegend für die Zukunft des Landes.
Via: https://www.wired.com
Titelbild: KI
