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Apple bündelt Hardware-Macht: Johny Srouji rückt ins Zentrum der Chip-Strategie

Titelbild KI (Zur Illustration) Apple Silicon Apple Chips 2027

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Apple stellt seine Führung im Hardwarebereich neu auf und stärkt gleichzeitig die eigene Chip-Entwicklung. Johny Srouji übernimmt künftig eine Schlüsselrolle für alle hauseigenen Prozessoren.

Neuer Chef-Hardwareentwickler neben künftigen CEO

Parallel zur Ernennung des bisherigen Hardwarechefs John Ternus zum künftigen Apple-Chef hat das Unternehmen Johny Srouji befördert. Er übernimmt Ternus’ Aufgaben als Hardwareverantwortlicher und trägt ab sofort den neu geschaffenen Titel Chef-Hardwareingenieur. Ternus wird sein Amt als Vorstandschef am 1. September antreten.

Srouji leitet bereits seit Jahren das Team hinter Apples eigenen Chips. Gemeinsam stehen Ternus und Srouji für eine Strategie, die auf vollständige Eigenentwicklung der wichtigsten Prozessoren für iPhone, Mac, AirPods und weitere Geräte zielt. In einem Interview mit CNBC im Jahr 2023 erklärten beide, dass Apple so Hard- und Software enger verzahnen und Funktionen gezielt auslegen könne, ohne Rechenleistung zu verschwenden.

„Da wir unsere Chips nicht extern verkaufen, konzentrieren wir uns auf das Produkt, und das gibt uns Freiheit zur Optimierung“, sagte Srouji damals. Die skalierbare Architektur erlaube es, Bausteine zwischen verschiedenen Produkten wiederzuverwenden.

Apple setzt voll auf Eigenentwicklungen für KI und Modems

Im Dezember wies Srouji Gerüchte über einen möglichen Abschied zurück, während andere Führungskräfte das Unternehmen verließen. Seine neue Rolle unterstreicht Apples Bekenntnis zu einer Silizium-Strategie, die mit wachsender Bedeutung von künstlicher Intelligenz auf Geräten an Gewicht gewinnt. Unter seiner Leitung hat Apple nach und nach mehr Chiptypen selbst entwickelt und die Abhängigkeit von Intel, Qualcomm und Broadcom reduziert.

Analyst:innen werten die Personalie als ähnlich wichtig wie die CEO-Nachfolge. Das Analysehaus Oppenheimer bezeichnete die Berufung Sroujis zum Chef-Hardwareverantwortlichen als positivste Einzelmeldung, weil Apple damit einen der weltweit führenden Chipdesigner halte und die integrierte Strategie aus Silizium, Hardware und Software weiter absichere.

Srouji kam 2008 nach Stationen bei Intel und IBM zu Apple, kurz nachdem das Unternehmen den ersten iPhone-Prozessor mit Samsung-Kern eingesetzt hatte. Einen Monat nach seinem Start übernahm Apple den Chipentwickler P.A. Semiconductor für 278 Millionen US-Dollar (rund 259 Millionen Euro). 2010 folgten die ersten eigenen iPhone-Prozessoren. Inzwischen setzen auch Google, Amazon, Meta, Microsoft und Tesla auf maßgeschneiderte Chips, um ihre Abhängigkeit von Nvidias Grafikprozessoren zu verringern.

Für Cloud-Arbeitslasten nutzt Apple derzeit Googles Tensor-Prozessoren statt Nvidia-Chips. Im Mittelpunkt steht aber weiter der KI-Einsatz direkt auf den Geräten. Die M‑Serie für Macs sowie die A‑Serie im iPhone, beides Systemchips, bilden das Herzstück dieser Strategie. Mit den Generationen A19 und M5, vorgestellt 2025, integrierte Apple neuronale Beschleuniger für KI-Berechnungen auf dem Gerät.

Srouji betonte 2023, Apple habe im KI-Bereich einen Vorteil, weil Silizium, Hardware, Software und maschinelles Lernen in einem Team vereint seien. Apple rüstet jede Grafikeinheit mit einem neuronalen Beschleuniger aus, um schneller zwischen Aufgaben wechseln zu können. Die erste spezielle KI-Einheit stellte das Unternehmen 2017 vor.

Beim Mobilfunkmodem löst sich Apple seit 2019 schrittweise von Qualcomm. Damals übernahm der Konzern den Großteil von Intels Modemsparte für 1 Milliarde US-Dollar (rund 931 Millionen Euro), nachdem mehrere Rechtsstreitigkeiten mit Qualcomm beigelegt worden waren. Anfang 2025 erschien mit dem C1 das erste eigene iPhone-Modem, im iPhone 19 folgte der C1X. Branchenbeobachter:innen erwarten, dass bis Ende nächsten Jahres alle iPhone-Modems aus eigener Entwicklung stammen.

Hardware wird unter Srouji neu geordnet

Im September führte Apple mit dem N1 ein eigenes Funkchipdesign für das iPhone ein und ersetzte damit Broadcom in diesem Bereich. Die Funkchips in AirPods und Apple Watch entwickelt Apple bereits seit fast zehn Jahren selbst. Dennoch bleibt das Unternehmen bei vielen kleineren Bauteilen auf Zulieferer angewiesen. Die Architektur der Hauptprozessoren lizenziert Apple von Arm, weitere Technologien von Broadcom und Qualcomm. Speicherchips stammen unter anderem von Samsung, analoge Komponenten beispielsweise von Texas Instruments.

In einer internen E‑Mail kündigte Srouji an, die Hardwareentwicklung unter einem gemeinsamen Dach zu bündeln. Künftig soll sie in fünf Teams organisiert sein: Hardwareentwicklung, Silizium, fortgeschrittene Technologien, Plattformarchitektur und Projektmanagement. Tim Millet leitet die Plattformarchitektur und bezeichnete eigene Chips in einem Interview als den Bereich, „wo die Magie passiert“.

Parallel dazu baut Apple seine Lieferkette in den USA aus. Das Unternehmen lässt Chips bei Taiwan Semiconductor Manufacturing in Asien und in neuen Werken in Arizona fertigen und beteiligt sich zudem an der Produktion in zwei neuen US-Fabriken von Texas Instruments. Als Teil eines Investitionsprogramms über 600 Milliarden US-Dollar (rund 559 Milliarden Euro) bis 2029 will Apple nach eigenen Angaben eine vollständige Silizium-Wertschöpfungskette in den USA mit aufbauen.

Laut Apple arbeiten inzwischen Tausende Entwickler:innen in Chiplaboren weltweit, darunter in Israel, Deutschland, Österreich, Großbritannien, Japan und den USA. Zwar produziert Apple derzeit keine Rechenzentrumsprozessoren für KI-Lasten in der Cloud, doch einige Analyst:innen halten eine Kooperation mit Broadcom für einen Serverchip noch in diesem Jahr für möglich.

Während der Markt die Ausrichtung von Apples KI-Strategie kritisch begleitet, verweist der Konzern auf seine Stärke beim Rechnen direkt auf dem Endgerät und bei Datenschutz. 2023, knapp ein Jahr nach dem Start von ChatGPT, wies Srouji Zweifel an Apples Wettbewerbsfähigkeit im KI-Bereich zurück, Ternus zeigte sich ebenfalls gelassen.

Via: https://www.cnbc.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Tags: KI, Modem, Broadcom, Apple, Apple Silicon, iPhone, John Ternus, Mac, Intel, TSMC, Johny Srouji, Qualcomm

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