Der App Store von Apple verliert seit Juli deutlich an Wachstum. Neue Vorgaben in der EU und alternative Vertriebswege für Apps setzen das bisherige Geschäftsmodell spürbar unter Druck.
Sensor Tower: Wachstum verlangsamt sich deutlich
Aktuellen Daten von Sensor Tower zufolge hat sich das jährliche Wachstum der Ausgaben im App Store seit Juli etwa halbiert. Im November 2025 stiegen die Ausgaben nur noch um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, nach 9 Prozent im Oktober und 12 Prozent im Juli 2025.
Besonders betroffen sind Spiele, die mit einem Anteil von 44 Prozent die größte Kategorie im App Store darstellen. In diesem Segment gingen die Ausgaben im November 2025 im Jahresvergleich um 2 Prozent zurück, nachdem sie im Oktober noch um 3 Prozent zugelegt hatten. Damit verliert ausgerechnet der wichtigste Umsatztreiber des App Store an Dynamik.
Auch geografisch zeigen sich Bremsspuren. Die vier wichtigsten Märkte des App Store – die USA, Japan, das Vereinigte Königreich und Kanada – stehen gemeinsam für rund 52 Prozent der Gesamtausgaben. In allen diesen Regionen kam es zuletzt zu aufeinanderfolgenden Rückgängen beim Wachstum, was den globalen Abschwung zusätzlich verstärkt.
Druck durch EU-Regulierung und alternative App-Marktplätze
Eine zentrale Ursache für den nachlassenden Schwung des App Store liegt in regulatorischen Änderungen in der Europäischen Union. Apple erlaubt Nutzer:innen in der EU inzwischen, Apps über alternative App-Marktplätze zu installieren. Dazu war das Unternehmen nach verschiedenen kartellrechtlichen Maßnahmen der EU gezwungen, darunter die Einstufung als „Torwächter“ im Rahmen des Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA).
Parallel dazu hat Apple im März 2024 ein angepasstes Programm für App-Entwickler:innen eingeführt. Wer sich für dieses Modell registriert, zahlt einen geringeren Anteil der appbasierten Umsätze an Apple. Diese niedrigeren Gebühren reduzieren die Erlöse, die Apple direkt über den App Store erzielt.
Beide Entwicklungen zusammen schwächen das Wachstum des App Store spürbar, sowohl im Jahresvergleich als auch von Monat zu Monat. Die Kombination aus mehr Wettbewerb durch Drittanbieter-Stores und geringeren Provisionssätzen wirkt sich direkt auf die bisherige Wachstumskurve aus.
Dienste-Geschäft bleibt vergleichsweise stabil
Trotz der Schwäche im App Store bleibt Apples Dienstesparte insgesamt auf Wachstumskurs. Laut einer Analyse von Goldman Sachs wird zwar eine kurzfristige Abkühlung beim App-Store-Geschäft erwartet, gleichzeitig rechnet das Institut mit einem robusten Wachstum im gesamten Dienste-Bereich.
Treiber sind hier vor allem iCloud+, AppleCare+, Apple Musik und Apple Pay. Diese Angebote sind weniger direkt von alternativen App-Marktplätzen oder geänderten Provisionsmodellen betroffen und stützen damit das Servicegeschäft. Dennoch dürfte es Apple auf absehbare Zeit schwerfallen, die Verlangsamung beim App-Store-Wachstum zu stoppen.
Via: https://wccftech.com
Titelbild: Apple
