Google schärft mit Android 17 den Fokus auf Netzwerksicherheit und Privatsphäre. Für Apple-Nutzer:innen stellt sich die Frage: Hält iOS mit – und was könnt Ihr heute schon selbst absichern?
Android 17: Verschlüsseltes DNS und besserer Netzwerkschutz
Mit Android 17 führt Google standardmäßig verschlüsselte DNS-Anfragen ein. Dabei werden Domainnamen auf dem Weg zum DNS-Server verschlüsselt, sodass Internetanbieter weniger Einblick in das Surfverhalten haben. Laut einem Bericht zu Android 17 steht dieser Schutz im Zentrum des Updates und soll die Netzwerkkommunikation insgesamt besser absichern.
Zusätzlich stärkt Android 17 den Schutz lokaler Netzwerke. Das System begrenzt, welche Apps im Heimnetzwerk mit anderen Geräten kommunizieren dürfen, und reduziert so potenzielle Angriffsflächen. Für Pixel-Geräte kommen weitere Sicherheits- und Assistenzfunktionen hinzu, die speziell auf diese Modelle zugeschnitten sind. Details dazu gehen über den Netzwerkbereich hinaus, zeigen aber, dass Google das Gesamtpaket aus Privatsphäre und Sicherheit deutlich ausbauen will.
Der Ansatz: Möglichst viel Schutz wird direkt ins Betriebssystem integriert und automatisch aktiviert. Nutzer:innen müssen sich weniger mit Spezialoptionen beschäftigen, um ein höheres Datenschutzniveau zu erreichen.
Apples Datenschutzversprechen und offene Baustellen beim Netzwerk
Apple betont seit Jahren, dass Privatsphäre ein zentrales Merkmal von iPhone, iPad und Mac ist. Viele Schutzfunktionen wie Tracking-Transparenz, lokale Verarbeitung von Daten und restriktive App-Berechtigungen sind tief in iOS und macOS eingebaut. Beim Schutz der Netzwerkverbindungen und bei DNS bleibt Apple jedoch in mehreren Bereichen zurückhaltender als Google mit Android 17.
Verschlüsselte DNS-Anfragen sind unter iOS und macOS zwar möglich, werden aber nicht flächendeckend und standardmäßig auf Systemebene ausgerollt. Stattdessen verlassen sich viele Nutzer:innen auf Drittanbieter-Apps, Konfigurationsprofile oder Einstellungen, die eher Poweruser:innen ansprechen. Auch beim Schutz lokaler Netzwerke ist vieles granular über App-Berechtigungen lösbar, erfordert aber oft manuelle Entscheidungen.
Dazu kommt: Neue Angriffsformen setzen nicht nur am Betriebssystem an. Sicherheitsforscher:innen haben etwa eine Phishing-as-a-Service-Plattform dokumentiert, die per KI-gestützten Sprachagenten iPhone-Nutzer:innen gezielt anruft. Für rund 10 Cent pro Angriff versuchen solche Dienste, an Zugangsdaten und Entsperrcodes zu gelangen und sogar die Aktivierungssperre zu umgehen. Parallel warnen Expert:innen davor, „zufällig“ zugesandte iPhones einfach in Betrieb zu nehmen, weil darüber Bankdaten und Passwörter kompromittiert werden können.
Diese Beispiele machen deutlich: Ein gutes Datenschutzversprechen auf Systemebene ist wichtig, ersetzt aber keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen beim Netzwerk und im Alltag.
So bringt Ihr iPhone und Mac auf Android‑17‑Niveau
Viele der mit Android 17 adressierten Themen könnt Ihr auf iPhone und Mac heute schon nachrüsten. Ein zentraler Punkt ist die DNS-Verschlüsselung. Ihr könnt DNS-Dienste konfigurieren, die verschlüsselte Protokolle anbieten, etwa per DNS-over-HTTPS oder DNS-over-TLS. Unter iOS und macOS funktioniert das über vertrauenswürdige Konfigurationsprofile oder passende Apps, die das System auf einen solchen Dienst umstellen.
Eine weitere Ebene sind VPN-Lösungen. Ein seriöser VPN-Dienst verschlüsselt den gesamten Datenverkehr zwischen Gerät und VPN-Server. Das erschwert es Internetanbietern und lokalen Netzwerken, Euer Surfverhalten nachzuvollziehen. Wichtig ist hier eine sorgfältige Auswahl: Nicht jede VPN-App hält, was sie verspricht, und einige liefern eher ein Gefühl von Sicherheit als messbaren Schutz.
Alternativen zu Apples iCloud Private Relay könnt Ihr ebenfalls über VPN- oder Proxy-Dienste umsetzen, die IP-Adressen verschleiern und Anfragen über Zwischenstationen leiten. Auf dem Router lassen sich zusätzliche Filter und Schutzfunktionen aktivieren, etwa verschlüsselte DNS-Dienste direkt im Heimnetz oder restriktive Firewall-Regeln. So erhöht Ihr das Schutzniveau für alle Geräte – unabhängig vom Betriebssystem.
Entscheidend ist die Einordnung: Maßnahmen wie verschlüsseltes DNS und ein seriöses VPN bieten nachvollziehbaren Mehrwert gegen Mitlesen im Netz und gegen Profilbildung durch Provider. Andere Schritte erzeugen eher „Privacy-Feeling“, ohne viele reale Angriffswege zu schließen. Angesichts neuer KI-gestützter Betrugsmaschen, die auch iPhone-Nutzer:innen ins Visier nehmen, bleibt zudem ein wachsames Verhalten im Alltag unverzichtbar – egal ob Ihr auf Android 17 oder iOS setzt.
