Apple bringt mit den AirPods Max 2 nach über fünf Jahren erstmals ein echtes Update für seine Over-Ear-Kopfhörer. Optisch bleibt fast alles beim Alten, technisch holen sie zu AirPods Pro 3 und AirPods 4 auf.
Gleiches Design, identische Specs – und die alten Schwächen
Wer auf ein neu gestaltetes Gehäuse gehofft hat, wird enttäuscht: Die AirPods Max 2 sehen aus wie die bisherigen AirPods Max mit USB‑C. Maße, Gewicht von rund 385 Gramm, Metallgehäuse, Mesh-Kopfband und die bekannte Digital Crown mit zusätzlicher Hörmodus-Taste bleiben unverändert. Auch Zubehör wie USB‑C-Kabel oder magnetische Hüllen passt weiter, und die Ohrpolster sind wie gehabt austauschbar.
Die Farbpalette ist identisch: Blau, Violett, Mitternacht, Polarstern und Orange. In der Praxis wirken die Töne eher gedämpft, ähnlich wie bei den farbigen iMacs, mit einem auffälligen Case, aber zurückhaltenderem Metallkörper. Die Verarbeitung mit Aluminium, Stahl und Silikon wird weiterhin gelobt, gleichzeitig bleiben bekannte Kritikpunkte bestehen: hohes Gewicht, unveränderter Kopfbügel, kein Netzschalter, die umstrittene Minimal-Hülle und eine unveränderte Akkulaufzeit von bis zu 20 Stunden mit Geräuschunterdrückung.
Am Anschluss setzt Apple weiter auf USB‑C. Über das beiliegende Kabel unterstützen sowohl die bisherigen USB‑C‑Max als auch die AirPods Max 2 24‑Bit/48‑kHz‑Audio. Für klassische 3,5‑mm-Klinke legt Apple jedoch kein Kabel bei; das optionale USB‑C‑auf‑3,5‑mm-Kabel kostet 39 US‑Dollar (rund 36 Euro). Der Preis bleibt mit 549 US‑Dollar (rund 515 Euro) auf dem Niveau des Vorgängers und damit am oberen Ende des Markts.
H2-Chip: Deutlich bessere ANC-Leistung und neue Funktionen
Der zentrale Unterschied steckt im Inneren: Statt des alten H1 arbeitet nun der H2‑Chip, der die AirPods Max 2 funktional an AirPods Pro 3 und AirPods 4 heranführt. Apple spricht von einer 1,5‑fach stärkeren aktiven Geräuschunterdrückung, und Tester:innen bestätigen eine klar verbesserte ANC-Leistung, etwa im Vergleich zur ersten Generation und auf Augenhöhe mit Modellen wie Bose QuietComfort Ultra Kopfhörer (2. Generation) und Sony WH‑1000XM6.
Im Alltag schirmen die AirPods Max 2 in U‑Bahn, Büro und Wohnung Umgebungsgeräusche sehr effektiv ab. Gespräche, Tastaturklackern oder laute Zuggeräusche werden weitgehend ausgeblendet, bei Bedarf sorgt der Transparenzmodus für Durchlässigkeit – ein Bereich, in dem die AirPods Max weiterhin als besonders stark gelten. Neu ist Adaptives Audio, das ANC und Transparenz in Echtzeit je nach Umgebung mischt und dabei im Test unauffällig und zuverlässig arbeitet.
Weitere H2‑Features bringen die Over‑Ears funktional auf den aktuellen Stand: Gesprächserkennung senkt automatisch die Lautstärke und aktiviert Transparenz, wenn ihr sprecht. Personalisierte Lautstärke passt Pegel anhand eurer Hörgewohnheiten an, während Lautstärkereduzierung laute Umgebungsgeräusche dämpft, ohne die Klangsignatur zu verfälschen. Sprachisolierung verbessert Sprachqualität bei Anrufen, und mit Siri-Interaktionen könnt ihr Ankündigungen per Kopfnicken oder Kopfschütteln beantworten, ohne zu sprechen.
Hinzu kommen Studioqualität-Audioaufnahmen für Voice-Memos und Kamera-App sowie eine Kamerafernbedienung: Über die Digital Crown löst ihr Fotos aus oder startet und stoppt Videoaufnahmen auf iPhone oder iPad. Bluetooth 5.3 reduziert die Latenz im Spielemodus unter iOS, macOS und iPadOS; im Vergleich zur vorherigen USB‑C‑Version mit Bluetooth 5.0 bringt das leichte Vorteile bei der Drahtlosperformance.
Klangqualität: Feinere Abstimmung, größerer Raumklang
Klanglich bauen die AirPods Max 2 auf der bereits hochwertigen Basis der ersten Generation auf, liefern aber hörbare Verbesserungen. Tester:innen berichten von mehr Trennung zwischen Höhen, Mitten und Bässen sowie einem kräftigeren, dennoch kontrollierten Tieftonbereich. Bassläufe wirken druckvoll, ohne andere Frequenzen zu überdecken, während Gesang und Instrumente klar im Mix positioniert bleiben.
In Kombination mit 3D-Audio entsteht eine breitere Bühne und ein immersiveres Hörerlebnis, bei dem sich einzelne Instrumente leichter orten lassen. Im Vergleich zur ersten Generation ist der Fortschritt laut Reviews nicht dramatisch, aber klar hörbar und wirkt wie eine sorgfältige Feinabstimmung „aus der Box“. Gegenüber Konkurrenten wie Bose QuietComfort Ultra Kopfhörer (2. Generation) punkten die AirPods Max 2 mit größerer Dynamik und räumlicherer Darstellung.
Über USB‑C mit 24‑Bit/48‑kHz‑Audio holen die Hörer klanglich am meisten heraus; die kabellose Wiedergabe profitiert vom neuen Bluetooth‑Standard, bleibt aber naturgemäß etwas hinter der kabelgebundenen Variante zurück. Insgesamt zählen die AirPods Max 2 laut mehreren Tests zu den besten Over‑Ear‑Kopfhörern für Nutzer:innen im Apple‑Ökosystem, die mit Gewicht, Case und Preis leben können.
Via: www.cnet.com · appleinsider.com · gizmodo.com · www.macrumors.com · www.engadget.com
