Viele Apple-Produkte verschwinden aus dem Sortiment, obwohl ihre Zeit noch nicht wirklich vorbei ist. Mit aktueller Technik könnten einige davon heute deutlich erfolgreicher sein.
Ein Blick in die eigene Geschichte könnte Apple helfen, neue Ideen zu finden – und alte Produktlinien sinnvoll zu modernisieren.
In den 1980er- und 1990er-Jahren probierte Apple vieles aus: Rack-Server, Spielkonsolen, Kameras und sogar Drucker. Vieles wurde aus gutem Grund eingestellt – an Nintendo 64 oder Sony PlayStation erinnern sich mehr Menschen als an die Apple Bandai Pippin.
Manche Verluste schmerzen trotzdem. Das MacBook Air ist zwar leicht und leistungsfähig, doch das vor zehn Jahren eingestellte MacBook wirkt mit seinem noch schlankeren Design bis heute beeindruckend. Hier sind zehn Produkte, die Apple mit moderner Technik wiederbeleben könnte.
Der LaserWriter war 1985 ein Durchbruch: Hochwertige Text- und Grafikdrucke direkt vom Computer revolutionierten das Desktop-Publishing. Bis 1997 baute Apple respektierte Laserdrucker, dann wurde die komplette Druckersparte gestrichen – und der Rest des Marktes entwickelte sich in eine Richtung, die viele Nutzer:innen frustriert. Überteuerte Tinte, gesperrte Fremdpatronen, zweifelhafte Füllstandsanzeigen und kaum verständliche Fehlermeldungen prägen heute den Alltag. Ein klar bedienbarer Apple-Drucker, der so einfach funktioniert wie eine Datei per AirDrop zu verschicken und dessen Verbrauchsmaterialien gut zugänglich sind, könnte diese Kategorie grundlegend vereinfachen – auch wenn ein solches Gerät wohl teuer wäre.
Mit AirPort brachte Apple 1999 zusammen mit iBook und AirPort-Karte drahtloses Netzwerk in den Alltag vieler Haushalte. 2016 stoppte Apple die Weiterentwicklung, kurz darauf verschwanden die Router aus dem Programm. Inzwischen dominieren Mesh-Systeme von Anbietern wie Eero und Ubiquiti, die ganze Wohnungen abdecken, aber oft komplex einzurichten sind. Ein neues AirPort-System mit einfacher Einrichtung per iPhone, kompakten Steckdosen-Nodes und aktuellen eigenen WLAN-Chips könnte starke Heimnetze deutlich zugänglicher machen.
Vor dem Macintosh standen Apple I, II und III für einen ganz anderen Ansatz: keine grafische Oberfläche, keine Maus, stattdessen Kommandozeile und Selberprogrammieren – beliebt bei Hobby-Bastler:innen bis zum Ende des Apple IIe 1993. Der Raspberry Pi knüpft seit 2012 an diese Tradition an: ein kompletter Rechner auf einer kleinen Platine für 35 US-Dollar (rund 33 Euro). Apple könnte mit eigenen ARM-Chips, die deutlich schneller sind als der im Raspberry Pi 5 genutzte Cortex-A76, ein extrem leistungsfähiges Bastelsystem schaffen – samt zusätzlicher eigener Chips für WLAN, Bluetooth und Smart-Home-Funktionen. Passend zur Reihe würde es Apple IV heißen.
Das 12‑Zoll‑MacBook (2015–2019) war konzeptionell spannend, scheiterte jedoch an unzuverlässiger Butterfly-Tastatur, nur einem USB‑C‑Port und schwacher Intel-Hardware. Gleichzeitig schwärmen viele frühere Besitzer:innen noch immer von Größe und Gewicht. Während das neue MacBook Neo sich gut verkauft, wünschen sich manche ein noch leichteres Gerät. Ein überarbeitetes, sehr dünnes 12‑Zoll‑Notebook könnte als Schulrechner im Rucksack kaum auffallen und die Mac-Palette sinnvoll ergänzen.
Am anderen Ende der Skala stand 2003 das PowerBook G4 mit bis zu 17 Zoll Display, eine Größe, die Apple bis 2012 im MacBook Pro beibehielt. Heute endet die Skala bei 16 Zoll. Ein 18‑Zoll‑MacBook Pro hätte Platz für ein großes Display, einen möglichen Ultra-Chip im Stil eines Mac Studio und eine Tastatur mit vollwertigem Block für Navigationstasten sowie Doppelbelegung der Befehlstasten rechts und links der Leertaste. Ein solches „Tablett-Notebook“ ließe sich entsprechend teuer positionieren.
Mit dem Smartphone-Boom verschwand der iPod aus dem Programm, doch in Schulen erlebt er ein kleines Revival: Viele Einrichtungen verbieten Smartphones, während ältere iPods von 2001 bis 2014 Musik und Podcasts ohne Internet und Nachrichtenfunktionen abspielen. Apple könnte den iPod Classic für diesen Markt neu auflegen. Ältere Modelle unterstützen den kopiergeschützten Dienst Apple Musik nicht; ein neues Gerät mit entsprechender DRM-Unterstützung und begrenzter Konnektivität zum Streamen von Musik, Hörbüchern und Podcasts, aber ohne Touchscreen und offenen Webzugang, könnte wieder schulkompatibel werden.
Apple fertigte früher vielgelobte Tastaturen. Das Apple Extended Keyboard (1987–1994) ist für seine mechanischen Alps-Schalter bekannt, wirkt heute aber riesig und optisch veraltet. Aktuelle Mac-Nutzer:innen stehen vor der Wahl zwischen mechanischen Drittanbieter-Tastaturen mit besonderem Tippgefühl und dem Magic Keyboard mit Touch ID, das schnelles Anmelden ermöglicht. Eine moderne Apple-Mechaniktastatur mit Touch ID und Mac-Integration könnte diese Lücke schließen.
Optische Laufwerke sind zwar aus Macs verschwunden, aber nicht aus dem Markt. Das externe SuperDrive, das DVDs per USB abspielte, lief bis 2024 aus. Während Streaming dominiert, legen wieder mehr Menschen Wert auf gekaufte Blu‑ray‑Discs, nicht zuletzt wegen unübersichtlicher Dienste und steigender Abo-Preise. Eine neue SuperDrive-Generation mit Blu‑ray-Unterstützung für Mac und Apple TV könnte hochwertige Bildqualität liefern und physische Medien langfristig sichern.
Auf der Apple TV ist FaceTime heute ziemlich komfortabel, besonders für Familienrunden oder Spieleabende über das Netz. Apple setzt dafür auf Continuity-Kamera mit einem iPhone, was zwar gut funktioniert, aber ein Telefon blockiert und gelegentlich fummelig einzurichten ist. Eine neue iSight-Kamera, optimiert für den Fernseher, mit Weitwinkelobjektiv und Mikrofon für den ganzen Raum, könnte hier Abhilfe schaffen – und zugleich als bessere externe Kamera für Macs dienen.
Zwischen 1994 und 1997 experimentierte Apple mit der Digitalkamera-Reihe QuickTake. Angesichts der heute beeindruckenden iPhone-Bildqualität stellt sich die Frage, was ein Vollformat-Sensor mit mechanischer Optik und derselben rechnerischen Fototechnik leisten könnte. Eine solche Kamera könnte bei schlechten Lichtverhältnissen glänzen und Fotos sowie Videos auf höchstem Niveau liefern. Geräte wie die Aluminium-Kamera Sigma BF zeigen, wie ein minimalistisches Design aussehen könnte, doch ihnen fehlt die nahtlose Integration eines A‑Chips, automatische Mediatheksynchronisation und Geotagging. Eine vollwertige Digitalkamera von Apple würde genau diese Lücke schließen.
Via: https://www.cultofmac.com
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