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AirPods Pro 3: Herzfrequenz-Messung fast so genau wie die Apple Watch

Mit den AirPods Pro 3 verlagert Apple die Herzfrequenz-Messung vom Handgelenk ins Ohr. Erste Labortests und eine Studie zeigen, wie nah die In-Ears an die Apple Watch herankommen.

AirPods Pro 3 im Labor: Fast auf Apple-Watch-Niveau

CNET Labs hat die Herzfrequenzmessung der AirPods Pro 3 gegen einen Polar-H10-Brustgurt als Referenz getestet. Im Schnitt lagen die AirPods bei einem Fehler von 1,67 Prozent, während die Apple Watch Series 11 auf 0,98 Prozent kam. Damit sind die AirPods Pro 3 laut CNET das zweitgenauste von Verbraucher:innen erhältliche Gerät zur Herzfrequenzmessung, nur die Apple Watch schnitt besser ab.

Das Testprotokoll folgte einem standardisierten Vier-Runden-Lauf auf einer Leichtathletikbahn, wie er auch in der Sportphysiologie üblich ist. Der Polar H10 diente als Goldstandard, weil er die elektrischen Signale des Herzens misst, während AirPods und Apple Watch optische Sensoren nutzen. CNET weist jedoch darauf hin, dass mit den AirPods Pro 3 nur zwei vollständige Läufe durchgeführt wurden, weniger als sonst bei Smartwatch-Tests, und dass die Rangliste der Genauigkeit ausschließlich auf diesen eigenen Messreihen basiert.

In den AirPods Pro 3 arbeitet ein optischer Sensor auf Basis von Photoplethysmographie, der mit Infrarotlicht 256-mal pro Sekunde Veränderungen des Blutvolumens im Gehörgang erfasst. Apple gibt an, diesen Sensor mit mehr als 50 Millionen Stunden Daten aus der Apple-Health-Studie trainiert zu haben und bezeichnet ihn als den kleinsten Herzfrequenzsensor des Unternehmens.

Studie bestätigt Messgenauigkeit im Ohr

Eine im April 2026 in PLOS Digital Health veröffentlichte, begutachtete Studie stützt die Ergebnisse. Forschende testeten 40 Erwachsene und werteten 16.735 gepaarte Herzfrequenzmessungen aus. Die AirPods Pro 3 wichen im Durchschnitt um 2,02 Prozent von einem Referenzgerät ab. Die Studie betont, dass der Gehörgang für optische Messungen günstiger ist als das Handgelenk, weil dort weniger Umgebungslicht eindringt und während des Trainings weniger Bewegung auftritt.

Allerdings stellten die Forschenden bei hoher Trainingsintensität stärkere Schwankungen von Messwert zu Messwert fest. Einzelne Werte wurden weniger konsistent, obwohl der Durchschnitt nah an der Referenz blieb. Dieses Verhalten ist eine bekannte Einschränkung optischer Sensoren, auch am Handgelenk, und bedeutet, dass die AirPods sich eher für gleichmäßige Belastung als für Intervalltraining mit schnellen Pulswechseln eignen.

Apple ist nicht das erste Unternehmen, das das Ohr für biometrische Messungen nutzt, bringt die Technik aber als Massenprodukt in Form von Ohrhörern in den Markt. Der Gehörgang liegt gefäßreich und nah an der Hautoberfläche, wodurch optische Sensoren dort mit kleinerer Bauform eine Genauigkeit erreichen können, die mit dem Handgelenk vergleichbar oder besser ist.

Preis, Funktionsumfang und Einordnung im Wearable-Markt

Mit einem Preis von 249 Euro sind die AirPods Pro 3 etwa 150 Euro günstiger als die Apple Watch Series 11 für 399 Euro. Gleichzeitig bleiben sie in erster Linie Ohrhörer. Für Nutzer:innen, die ihre Herzfrequenz beim Training erfassen möchten, aber keine Smartwatch tragen wollen, ist der geringe Genauigkeitsabstand zur Apple Watch daher relevant.

Wichtig: Apple positioniert die AirPods Pro 3 nicht als Medizingerät, und die Herzfrequenzfunktion ist nicht für klinische Zwecke zugelassen. Die Apple Watch besitzt hingegen eine Freigabe der US-Arzneimittelbehörde für EKG- und Unregelmäßige-Rhythmus-Benachrichtigungen, die die AirPods nicht bieten. Die Ohrhörer messen ausschließlich den Puls und erkennen weder Herzrhythmusstörungen noch Sauerstoffsättigung oder weitere klinische Parameter.

Im Markt der Gesundheits-Wearables zeigt sich zugleich ein klarer Trend zu kleineren und vielfältigeren Formfaktoren. Neben klassischen Uhren gibt es Ringe wie den Oura Ring, Armbänder wie Whoop oder Tracker von Google Fitbit. Apple deckt nun mit Apple Watch und AirPods Pro 3 zwei Körperstellen mit Herzfrequenzsensoren ab. Für andere Anbieter wie Samsung, Google oder Xiaomi steigt der Druck, da deren Ohrhörer aktuell keine vergleichbare Genauigkeit bei der Herzfrequenzmessung erreichen.

Via: thenextweb.com · www.cnet.com

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Michael Reimann

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