Apple-Rechner mit M-Chips und NVIDIAs neue RTX-Spark-Plattform werden offenbar zum Standard für aktuelle KI-Workloads. AI-Labs sichern sich frühzeitig große Kontingente – mit Folgen für den Markt.
Apple hat mit Mac mini und Mac Studio offenbar einen Nerv im KI-Segment getroffen. Bereits Anfang des Jahres berichteten Branchenquellen, dass die Geräte reihenweise ausverkauft waren, insbesondere in Konfigurationen für anspruchsvolle Rechenaufgaben.
Ausschlaggebend ist die einheitliche Speicherarchitektur der aktuellen Apple-Chips. Sie erlaubt es CPU und GPU, auf denselben Speicher zuzugreifen, was für viele KI-Anwendungen von Vorteil ist. Hinzu kommt Thunderbolt 5 mit niedriger Latenz, das den herkömmlichen TCP/IP-Netzwerk-Stack umgeht und damit besonders schnelle, direkte Verbindungen zwischen Rechnern ermöglicht.
Ein neuer Bericht von The Information legt nun nahe, dass OpenAI allein in den vergangenen Monaten zehntausende Mac mini und Mac Studio gekauft hat. Die Systeme sollen vor allem für Verstärkungslernen und agentenbasierte Workloads zum Einsatz kommen. Auch Anthropic nutzt demnach Apple-Rechner, allerdings gemietet über Amazons Cloud-Dienst AWS.
Die Nachfrage könnte weiter steigen: Apple hat erst in der vergangenen Woche den neuen Mac mini mit M6-Chip sowie ein aktualisiertes Mac Studio mit M5 Ultra vorgestellt. Beobachter:innen rechnen damit, dass diese Modelle eine weitere Beschaffungswelle insbesondere bei KI-Laboren auslösen.
Parallel dazu zeichnet sich bei NVIDIAs neuer RTX-Spark-Plattform eine rasche Verknappung ab. Laut der taiwanischen Wirtschaftszeitung Economic Daily ist die erste Charge der RTX-Spark-Superchips bereits vergriffen.
Zu den Abnehmer:innen gehören Asus, MSI, Dell, HP, Lenovo und Microsoft, die vor allem Systeme auf Basis der leistungsstärkeren N1x-Variante geordert haben. RTX Spark in der Ausführung N1x setzt auf TSMCs 3-Nanometer-Fertigung und kombiniert mehrere Schlüsselkomponenten.
Herzstück ist ein 20‑kerniger Grace-Prozessor, der aus zehn ARM Cortex‑X925- und zehn ARM Cortex‑A725-Kernen besteht. Dazu kommt eine Blackwell-Grafikeinheit vom Typ GeForce RTX 5070 mit 6.144 CUDA-Kernen, die laut Herstellerangaben bis zu 1 PFLOPS FP4-KI-Leistung erreicht.
Das System bietet bis zu 128 GB einheitlichen LPDDR5X-Speicher und rund 600 GB/s NVLink‑C2C‑Bandbreite zwischen CPU und GPU. Unterstützt wird die komplette NVIDIA-Softwareumgebung, darunter CUDA, TensorRT, DLSS, Reflex, G‑SYNC und RTX-Raytracing.
Die N1-Variante der Plattform ist etwas abgespeckt: Sie verfügt über einen 12‑Kern‑Prozessor mit acht ARM Cortex‑X925- und vier ARM Cortex‑A725-Kernen, eine GeForce RTX 5050 sowie bis zu 64 GB einheitlichen Speicher.
RTX-Spark-PCs sollen im Herbst auf den Markt kommen. Für N1x-Systeme wird laut Branchenkreisen ein Preis von rund 110.000 Neue Taiwan-Dollar, also etwa 3.400 US‑Dollar (ca. 3.150 Euro), erwartet.
Dennoch ist die erste Produktionswelle bereits vergeben. ASUS und MSI haben ihre kompletten Kontingente der Anfangscharge verbraucht und fordern laut Bericht zusätzliche Lieferungen von NVIDIA an.
ASUS-Co-CEO Hu Shubin zufolge liegen die Vorbestellungen von Vertriebspartner:innen für die neuen RTX-Spark-Produkte über den Erwartungen. Das ist bemerkenswert, weil die Systeme im oberen Preissegment starten.
Kund:innen sehen die Geräte offenbar weniger als klassische PCs, sondern eher als knappe, klar definierte Modelle mit vollständigem NVIDIA-Softwarestapel in einem Notebook-Formfaktor.
Via: https://wccftech.com
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