Gerüchte um ein Ende der Apple-Vision‑Pro‑Hardware machen die Runde. Ein aufgelöstes Team bedeutet aber nicht automatisch das Aus für eine Produktlinie.
Ein neuer Bericht stellt in den Raum, dass die Apple‑Vision‑Pro‑Hardware in ihrer aktuellen Form eingestellt sein könnte. Hintergrund ist ein anonymer Hinweis, wonach Apple das bisherige Vision‑Pro‑Team aufgelöst und auf andere Projekte, unter anderem Siri, verteilt haben soll.
Laut MacRumors habe Apple die Plattform nach dem M5‑Update wegen mangelnden Verbraucherinteresses im April 2026 weitgehend aufgegeben. Der Bericht stützt sich allein auf diese interne Umstrukturierung. Gleichzeitig ist Apple Vision Pro der Einstieg in das räumliche Computing, das Apple weiterhin als Zukunftsbereich betrachtet, auch wenn das Produkt selbst kein Massenhit ist.
Um die Gerüchte einzuordnen, hilft ein Blick auf Apples übliche Arbeitsweise. Dort ist es eher die Regel, dass Teams nicht strikt an ein bestimmtes Gerät gebunden sind, sondern plattformübergreifend an mehreren Produkten arbeiten.
Apple Vision Pro war von Beginn an ein Sonderfall. Anders als bei iPhone, HomePod, Apple TV oder iPad gab es für dieses Headset ein dediziertes Hardware-Team. Normalerweise arbeiten Chip‑Entwicklung, Design und Software gemeinsam an der nächsten Generation verschiedenster Apple-Produkte, ohne in starre Produktbereiche aufgeteilt zu sein.
Vision Pro erhielt zudem besondere Aufmerksamkeit von Tim Cook, der räumliches Computing als Zukunft von Apple sieht. Die frühere Technologieentwicklungsgruppe von Mike Rockwell wurde zur „Vision-Produkte-Gruppe“ umbenannt – bewusst nicht zur „Apple‑Vision‑Pro‑Gruppe“ –, als sie die Arbeit an dem Headset übernahm.
Das Betriebssystem visionOS bleibt weiterhin unter der Aufsicht von Rockwell. Selbst wenn es in naher Zukunft keine neue Hardwaregeneration von Apple Vision Pro gibt, soll das System weiter aktualisiert werden. Eine Umverteilung von Entwickler:innen bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass die gesamte Produktlinie beendet wird.
Ob Apple Vision Pro intern als Misserfolg gilt, ist unklar. Bekannt ist nur, dass in den ersten zwölf Monaten mehr als 600.000 Geräte verkauft wurden, zusätzlich zu weiteren Einheiten seitdem. Das Headset wird sowohl von privaten Nutzer:innen als auch in Unternehmen eingesetzt.
Nach dem M5‑Modell im Oktober gab es vermutlich wenig Bedarf, ein eigenes Team dauerhaft an genau diesem Formfaktor arbeiten zu lassen. Apple scheint sich in eine Wartestellung zu begeben, bis die Technik für eine echte zweite Generation oder ein Konzept für smarte Brillen ausgereift ist.
Schon Jony Ive hatte berichtet, dass die Apple Watch jahrelang in Entwicklung war, weil sie mit der damals verfügbaren Technik schlicht nicht umsetzbar war. Erst als Display, Akku und Gehäuse zusammenpassten, konnte das Produkt erscheinen. Ähnlich dürfte es bei einem Nachfolger von Apple Vision Pro sein: Ideen und Prototypen sind vorhanden, aber ein kleineres, leichteres und gleichzeitig gleich leistungsfähiges Gerät ist heute vermutlich noch nicht realistisch.
Prototypen entstehen bei Apple in eigenen Forschungsabteilungen. Ein großes, festes Team für ein Produkt, das womöglich erst in einem Jahr oder später marktreif ist, wäre daher wenig effizient.
Rockwell verantwortet inzwischen auch die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und Siri. Teile des Vision‑Pro‑Teams sind laut Berichten bereits seit April 2025 dorthin gewechselt. Seit der WWDC 2024 liegt Apples Fokus stark auf diesen Themen, deshalb werden entsprechende Fachkräfte dort gebündelt.
Parallel arbeitet Apple an smarten Brillen, die zunächst weniger mit visionOS und räumlichem Computing zu tun haben sollen. Eher lassen sie sich als AirPods mit Brillengestell einordnen. Langfristig könnten sich diese Entwicklungen mit Spatial Computing kreuzen und in den oft spekulierten „Apple Glass“ oder AR‑Brillen münden. Derzeit ist die notwendige Technik dafür aber noch nicht so weit.
Apple hält dennoch klar an AR und räumlichem Computing fest. Zahlreiche Stellenausschreibungen drehen sich um AR, VR und Vision – mehr als 200 davon beziehen sich direkt auf Headsets oder Brillen. Zudem ist davon auszugehen, dass visionOS 27 zur WWDC 2026 wieder eine eigene Bühne bekommt. Apple hat außerdem erheblich in eine Streaming‑ und Entertainment‑Plattform rund um Apple Immersive Video investiert.
Was Apple Vision Pro derzeit am meisten fehlt, ist Entwickler:innen-Unterstützung. Ob die WWDC hier neue Impulse bringt, bleibt abzuwarten. Klar ist: Apple gibt Apple Vision nicht auf, auch wenn Apple Vision Pro in seiner aktuellen Form möglicherweise ausläuft. Bis die Technik für den nächsten großen Schritt bereit ist, könnte es zwar eine längere Pause bei der Hardware geben, das Konzept selbst steht bei Apple aber weiterhin auf der Agenda.
Via: https://appleinsider.com
Titelbild: Apfeltalk / Michael Reimann
Den Beitrag in unserem Forum kommentieren
WhatsApp führt eine Funktion ein, die Euch beim Öffnen eines Chats aktuelle Fotos und Videos aus der Galerie vorschlägt. Der…
Mit Gym Strength bringt Apple Fitness+ ein neues Krafttrainingserlebnis ins Fitnessstudio. Die Funktion ist derzeit als Beta verfügbar und erstellt…
Mit der ersten Beta von iOS 27.3 erweitert Apple die überarbeitete StandBy-Ansicht des iPhone Duo auf weitere Modelle. Das Update…
Mit iOS 27.3 ergänzt Apple Music die Karaoke-Funktion um Selfie Sing. Damit könnt Ihr Euch beim Singen filmen, den Liedtext…
Mit der ersten Beta von macOS 27.3 lassen sich Markdown-Dateien direkt in Quick Look formatiert ansehen. Die Vorschau zeigt damit…
Das Hackerteam Calif hat ein iPhone 18 Pro im Sperrmodus jailbreakt. In einem Video zeigt die Gruppe außerdem, dass der…
Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
Mehr lesen