Seit rund zwei Jahren tauchen vermehrt Smartringe neben den Smartwatches auf. Grund genug ein iPhone-kompatibles Exemplar genauer auszuprobieren. Der RingConn Gen 2 also die bereits zweite Generation weckte als Kickstarter Projekt unser Interesse.
Vor etwa einem Jahr erwarben wir den RingConn Gen 2 via Kickstarter. Zuerst schickte man uns ein Kit mit den verfügbaren 9 Ringgrößen um unsere Größe herauszufinden. Empfohlen wird den Ring am Zeigefinger zu tragen, aber auch der Ringfinger eignet sich, um die Sensoren des Smartrings bestens zu nutzen. Nach Auswahl der Ringgröße und einer der vier verfügbaren Finishes gold, silber, rosa oder mattschwarz kam dann der Ring
RingConn Gen 2 – ausgepackt
In der Verpackung finden sich -neben dem üblichen Papierkram- drei Dinge: der Ring als solches, ein Ladeetui und ein textilummanteltes Ladekabel.
RingConn verspricht, dass der Ring bis zu 12 Tagen mit einer Akkuladung durchhält. Das Ladeetui besitzt einen eigenen Akku, mit dem sich der Ring bis zu zehn Mal aufladen lässt.
Im Alltag kommen wir auf rund sechs bis sieben Tage beim Ring und acht Wiederbeladungen beim Etui. Das ist zwar weniger als versprochen, im Vergleich zu den Wettbewerbern wie Oura, Ultrahuman oder dem Samsung Ring mehr als die doppelte Akkulaufzeit!
Zusätzlich ist der RingConn Gen 2 nach IP68 bis 10 ATM wasserdicht, aus Titan gefertigt und mit zwei bis drei Gramm Gewicht -je nach Ringgröße, der leichteste Ring am Markt. Zur Datenübertragung nutzt der Ring Bluetooth 5.0.
Der RingConn Gen 2 kostet auf der Homepage 397,86 Dollar. Bei Amazon ist der Ring für 339 Euro zu haben.
RingConn – Die App ohne Abos!
Zunächst das wichtigste: Bei RingConn gibt es keine Abos! Die App lässt sich voll umfänglich ohne regelmäßig Folgekosten nutzen. Ein -wie wir meinen- riesiger Vorteil gegenüber Oura und anderen.
Ohne die zugehörige RingConn App wäre der Ring wenig smart. Die App gibt es sowohl für iOS als auch Android. Wir nutzen die App nur auf dem iPhone, wobei Darstellung und Funktionalität identisch sind.
Die App wird sowohl zur Ersteinrichtung, als auch Darstellung und Auswertung der gesammelten Gesundheitsdaten benötigt. Hierbei unterstützt die App mit Übersichtlichkeit. Vier Reiter unterteilen sich in Einblicke, Planen, Trends und Profil.
Unter Einblicke finden wir alle Daten zu Dauer und Qualität des Schlafs, zu unseren Aktivitäten, zur Entwicklung unseres Stresslevel und den Vitalwerten.
Planen nutzt einen KI-Assistenten, mit dem wir einen Gesundheitsplan erstellen und überwachen könnten. Im Bereich Trends fasst die App alle relevanten Daten längerfristig zusammen. Unter Profil schließlich lassen sich alle Einstellungen, Ziele, die Akkulaufzeit und die Firmwareupdates verwalten.
Natürlich lassen sich die erhobenen Daten auch mit Apple Health automatisch synchronisieren und dort in einem Hub speichern.
Im Alltag – Datenqualität und Komfort
Zunächst sei gesagt, dass wir den Ring nicht medizinisch präzise überprüfen können. Jedoch nutzen wir parallel immer auch unsere Apple Watch, die hinsichtlich Pulsfrequenz, EKG und Schrittmessung den Goldstandard darstellt. Sprich: Wir vergleichen die Messgenauigkeiten des RingConn Gen 2 mit unserer Apple Watch Series 10.
Die Pulsmessung des Rings erfolgt, je nach Einstellung in der App, alle fünf oder 30 Minuten.
Entscheidend ist für alle Messungen, dass der Ring recht fest am Finger sitzt und kein spürbares Spiel hat. Im Vergleich zu unsere Apple Watch treten geringe Abweichungen auf. Diese liegen irgendwo im Bereich von fünf bis maximal 10 Prozent.
Da der Ring im Vergleich zu den Wettbewerbern sehr dünn ist, trägt er nicht auf. Es gibt zwar einen Gummischutz, den man darüber ziehen könnte, was diesen Schlankheitsvorteil zunichte machen würde.
Jedoch zeigt sich, dass die Aufzeichnung von Sport, konkret Indoor-Radfahren, eher problematisch ist. Während die Apple Watch zuverlässig aufzeichnet, schwanken die Werte des RingConn hierbei deutlich. Wir denken, dass dies bauartbedingt ist: Wir nutzen die Handmuskeln beim Sport, was eine Pulsmessung mehr als erschwert.
Zwar existieren Sportprofile, jedoch zu wenige. So gibt es Kategorien wie Laufen und Radfahren im Freien oder in Innenräumen, auch Wandern lässt sich wählen, aber hierin sehen wir wenig Nutzen.
Krafttraining wäre zwar denkbar, aber wie schon erwähnt, werden hier die Handmuskeln sehr genutzt und der Ring scheuert auf Metall. Hierbei ziehen wir den Ring lieber aus. In Summe eignet sich der Ring wenig für Sporttracking wie wir es von der Apple Watch kennen.
Ein wesentlicher USP des RingConn Gen 2 ist das Schlaftracking inklusive der Apnoe Erkennung. Die App differenziert zwischen Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf, kombiniert diese Werte mit Sauerstoffsättigung und Puls, um Aussagen über Schlafqualität und Wachphasen zu treffen. Auch hier erkennen wir eine leichte Abweichung zu Apple Watch von maximal 15 Prozent.
Diese vergrößert sich beim Thema Apnoe. Hier liegt der Ring teils bis zu 20 Prozent neben den Daten der Apple Watch. Redlicherweise sind all diese Daten Berechnungen auf Basis von Algorithmen, sodass wir diese nur als allerersten Anhalt sehen.
Zuletzt lässt sich unser Stresslevel und auch der weibliche Zyklus überwachen. Einblicke in unseren -Teils gar nicht wahrgenommenen- Stress, sind immer mal erhellend!
Ein Wort zum Verschleiß! Nach rund einem Jahr sieht man an den Kanten des Rings recht deulich, dass er getragen und intensiv genutzt wurde.
Wir finden das nicht weiter tragisch, aber das Leben geht nicht spurlos an ihm vorbei. Ist das ein Qualitätsminus? Blicken wir auf die Kratzer und Gebrauchsspuren unsere Apple Watch, nehmen wir diese ja auch hin. Insofern nein! Aber diese Wahrnehmung ist sehr individuell!
Fazit
Wir empfinden den RingConn Gen 2 als dünnen und ausdauernden Smartring, als sehr überzeugend. Gerade die Kombination aus Preis, relativ guter Aufzeichnung und Abofreiheit ist bislang einzigartig am Markt.
Ersetzt ein Ring unsere Apple Watch? Ganz sicher nicht! Jedoch gibt es genügend Situationen, in denen ein Ring deutlich unauffälliger ist als eine Uhr. Sollte Apple ins Ringsegment einsteigen, wäre der RingConn Gen 2 ein valider Maßstab.
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Bildquelle RingConn und Autor
