In der aktuellen Vorabversion von macOS 26.7 sind Hinweise auf zwei bislang unveröffentlichte Gamecontroller von Apple aufgetaucht. Die Funde stammen aus dem Code der sogenannten Release Candidate-Version.
Versteckte Gamecontroller-Profile im macOS-Code
Ein Leser des Portals MacRumors mit dem Alias Pdfu hat im Release Candidate von macOS Tahoe 26.7 Verweise auf zwei bisher unbekannte Hardwaregeräte entdeckt, die sich im Code klar als Apple-Geräte ausweisen. Die erste Vorabversion von macOS 26.7 war bereits Mitte August erschienen und enthielt zahlreiche Hinweise auf noch unveröffentlichte Apple-Produkte, darunter iPhones, Macs und neue Zubehörgeräte für den Haushalt. Pdfu hat diesen Code weiter analysiert und dabei Details gefunden, die zuvor übersehen wurden.
Konkret geht es um Gamecontroller-Profile für zwei Geräte mit den Kennzeichnungen T6502 und T1057. Nach Einschätzung von Pdfu könnten es sich dabei um Apple-Gamecontroller in der Entwicklung handeln. Beide Controller sind mit typischen Bedienelementen ausgestattet, darunter ein Steuerkreuz, zwei Analogsticks, Schultertasten, Home- und Menü-Tasten sowie analoge Auslöser. Die Haptik-Profile der beiden Geräte unterscheiden sich, was auf unterschiedliche Vibrations- oder Feedback-Systeme hindeutet.
Ein weiterer Unterschied: Der Controller mit der Kennung T1057 verfügt laut Code über einen Beschleunigungssensor und ein Gyroskop, während T6502 ohne diese Sensoren auskommt. Zusätzlich enthält der Code für jedes der beiden Geräte eigene Hardware-Plug-ins. Das spricht dafür, dass es sich um konkrete Geräte und nicht nur um Platzhalter im System handelt.
Prototypen oder echte Apple-Controller?
Gerüchte über einen möglichen Gamecontroller von Apple kursieren seit Jahren, ohne dass daraus ein Produkt entstanden wäre. Die nun entdeckten Einträge im ersten Release Candidate von macOS Tahoe 26.7 könnten daher auf einen Controller in der Entwicklung hindeuten. Genauso gut ist aber möglich, dass Apple damit ausschließlich interne Testhardware beschreibt, die nur für die Entwicklung und das Testen der Gamecontroller-Unterstützung gedacht ist.
Auffällig ist außerdem, dass Apple die betreffenden Code-Stellen in der zweiten Release Candidate-Version von macOS Tahoe 26.7 wieder entfernt hat. Welche Bedeutung die Funde letztlich haben, bleibt damit offen.
Apples zurückhaltende Controller-Strategie
Apple hätte in den vergangenen Jahren mehrfach die Gelegenheit gehabt, einen eigenen Gamecontroller auf den Markt zu bringen. Ein naheliegender Zeitpunkt wäre etwa eine der Apple-TV-Generationen gewesen, der Start von Apple Arcade oder die Einführung des Vision Pro. Dazu ist es bisher jedoch nicht gekommen. Stattdessen hat Apple die Unterstützung für Controller anderer Hersteller deutlich ausgebaut.
2015 verlangte Apple zunächst, dass Spiele für Apple TV zwingend die Siri-Fernbedienung als Gamecontroller unterstützen müssen. Diese Vorgabe wurde jedoch bereits nach einigen Monaten aufgegeben. Beim Vision Pro entschied sich Apple für eine Kooperation mit Sony und ergänzte Unterstützung für die PlayStation VR2 Sense-Controller, anstatt eigene Eingabegeräte zu entwickeln.
Hersteller von Spielekonsolen haben ihre Controller über Jahre hinweg weiterentwickelt, und viele Nutzer:innen besitzen bereits Eingabegeräte von Xbox, PlayStation oder Nintendo. Verbesserungen bei der Ergonomie sind daher begrenzt. Sollte Apple dennoch an einem eigenen Controller arbeiten, könnten Funktionen wie „Wo ist?“-Unterstützung oder besonders nahtloses Koppeln zwischen mehreren Apple-Geräten mögliche Unterscheidungsmerkmale sein.
Alle Code-Verweise lassen sich im GitHub-Projekt blacktop/ipsw-diffs einsehen. Die von Pdfu markierten Stellen sind zusätzlich in einem Forenbeitrag hervorgehoben.
