Aber ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die pessimistisch nach dem Motto "das und das könnte passieren" leben. Wäre mir meine Lebenszeit viel zu schade.
Du hast keine Kinder, oder?
Am Ende haben all diese Entwicklungen zwar ganze Berufsbilder verändert oder ersetzt, aber gleichzeitig völlig neue geschaffen.
Es gibt hier ein "paar" Unterschiede: Der Wesentlichste dürfte sein, das KI keine überwiegend manuellen und methodischen Tätigkeiten ersetzt, wie das in der Vergangenheit und bei allen deinen Beispielen der Fall war, sondern Inhalte erzeugt. D.h. die Berufsbilder, die "verändert oder ersetzt" werden, sind Wissensarbeiter. Welche neuen wissensbasierten Berufsbilder entstehen denn da? Und Prompt Engineering gilt nicht, da ja selbst das den KI.-Begeisterten zu mühselig ist und daher verschwindet dieses Berufsbild Dank MCP bereits wieder. Was bleibt sind KIs, die aus ihrem eigenen Code lernen, sich aus ihrem eigenen Code verbessern, an ihre eigene Datenbasis glauben...
Wir haben heute schon "Softwareentwickler" die sich auf vibe coding "spezialisieren". Die wissen (im besten Fall) noch was sie programmieren, aber längst nicht mehr wie. Da wird von Anforderungen über Implementation bis Fehlersuche alles der KI übertragen. Solche Systeme prüfen schon jetzt eure Steuererklärungen, eure Arztrechnungen usw. Da passiert ein Fehler? Dann viel Spaß, dem "Programmierer" (der genau weiss, dass er keine Ahnung hat, wie "seine" Software funktioniert) den Fehler nachzuweisen. Für Experten wie von
@quiddjes angeführt kein Problem sondern ein nützliches Hilfsmittel. Unter den Experten finden sich aber auch genügend kritische Nutzer (und im Bereich SW-Entwicklung sogar den einen oder anderen, der versteht, wie das alles funktioniert und was Mythos und was Technik ist trennen kann). Das Problem: Es gibt sehr viele weniger Experten als Nicht-Experten und letztere glauben halt, dass sie mitsamt KI zum Experten mutieren. Und so präsentieren sie sich (Beispiele reichen von Trumps Zoll-Liste über hanebüchene Rechtsgutachten bis zu sinnfreien "Fachartikeln" - man schaue sich nur mal die Zusammenfassungen hier im Magazin an. Und m.E. auch den einen oder anderen Artikel...) Da wird ja nun nichts hinterfrag und lieber 2x geprüft, was von der KI kommt... ganz im Gegenteil. U.a. die USA haben ja z.B. alle Regularien abgeschafft. Das ist so, als könnte jeder ein Flugzeug bauen, fliegen und an den Markt bringen - ohne das mal gelernt zu haben, einen Flugschein zu besitzen, eine Typzulassung zu haben oder sich um solche Details wie Luftfahrtgesetze zu kümmern. Unvorstellbar? Mit KI passiert gerade genau das, zumindest außerhalb der EU.
Dystopie? Dann empfehle ich mal
Weapons of Math Destruction zu lesen. Ein erschreckendes Bild, was allein mit Machine Learning ("KI light"

) heute schon im Einsatz ist - insb. in den USA.
Was KI vor allem bringt, sind neue Fehlerklassen. Das in Verbindung mit einer aus reiner Bequemlichkeit verdummenden Bevölkerung macht mir Angst (nicht die Technologie an sich - die ist toll).
Vielleicht sollte die Literaturempfehlung lieber der
Faust sein...
Ich sehe ca. 80 % der Bürojobs in den nächsten 10 Jahren durch die KI gefährdet.
2025: Weltweit sind dieses Jahr rd. 6% der SW-Jobs weggefallen. In Indien sind einschlägige Stellenanzeigen um rd. 70% zurückgegangen.
Bei "Bürojobs" ist die Frage, wie du sie definierst: Da erzeugt KI durchaus aktuell Mehrarbeit, i.W. aus den o.g. Gründen (Kontrolle + Überarbeitung negiert den (vermeintlichen) Produktivitätsgewinn oder übersteigt ihn sogar).