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Apple entfernt WLAN-Netzwerk-Synchronisation auf der Apple Watch in der EU

Das Ganze ist eine übliche Nebelkerze von Apple.

Die EU-Kommission hat überhaupt nicht gefordert, den WLAN-Verlauf zu teilen - das ist aber das Argument von Apple in der besagten Stellungnahme gegenüber Numera, wie dem (französischen) Bericht zu entnehmen ist.

Alles andere ist unscharf.

 
Ich kann kein Französisch und war daher auf die Übersetzungen angewiesen, die mir Safari lieferte.

Soweit ich das verstanden habe, geht es nicht um eine „Nebelkerze“, sondern darum, dass Apple auf die Vorgaben des DMA reagiert, hier auf mögliche Anforderungen rund um die Kommunikation zwischen Geräten.
Ob die EU nun explizit den WLAN-Verlauf oder nur technische Schnittstellen im Blick hatte, ändert für den Nutzer wenig. Fakt ist, dass Apple hier eine Funktion deaktiviert, weil die rechtliche Lage unklar oder riskant geworden ist, und natürlich auch, um ein wenig Unmut bei den Nutzern zu verbreiten, das streite ich gar nicht ab.

Und genau das zeigt doch das eigentliche Problem: Mit jeder neuen Regulierung verschieben sich die Grenzen, bis irgendwann Hersteller lieber Funktionen abschalten, statt sie noch anzupassen.
 
Ich habe hier aber ein gutes Beispiel. Ich sitze gerade an einem Arbeitsplatz: Rechts ein Mac, Links ein Windows-PC. Daten von dem einen auf den anderen zu bekommen ist hier "nur" über USB-Stick, irgendwelche Drittclouds oder per Mail möglich.
Das stimmt nicht. Wenn von Mail oder Clouds die Rede ist, sind beide Computer doch wohl mit einem Netzwerk verbunden.

Dann reicht es, mit wenigen Mausklicks "Systemeinstellungen > Teilen > Dateifreigabe" einzuschalten, um den SMB-Datei-Server des Mac zu aktivieren. Schon kann der PC darauf zugreifen. In die andere Richtung geht das ähnlich. Das ist übrigens wesentlich schneller und sicherer als AirDrop und erfordert auch kein WLAN und Bluetooth.

Und wenn beide Computer nicht mit einem Netzwerk verbunden sind, gäbe es den Industriestandard "Wi-Fi Direct". Das ist eigentlich genau die gleiche Technik, die Apple mit viel Show drumherum "AirDrop" genannt und dann absichtlich inkompatibel zum Rest der Welt gemacht hat.
 
Mag sein. Dann wäre Apples Interpretation in dem Fall schlicht übervorsichtig gewesen, was aber das Grundproblem nicht ändert: Firmen reagieren auf regulatorischen Druck, ob berechtigt oder nicht.
 
Fakt ist, dass Apple hier eine Funktion deaktiviert, weil die rechtliche Lage unklar oder riskant geworden ist, und natürlich auch, um ein wenig Unmut bei den Nutzern zu verbreiten, das streite ich gar nicht ab.
Nein, das ist eben nicht Fakt sondern wieder mal Stimmungmache von Apple.
Vernünftig wäre es, sich mit der entsprechenden Kommission an den Tisch zu setzen und die Dinge zu klären. Aber daran hat Apple eigenartigerweise kein Interesse. Warum auch, wenn man doch kostenlos Stimmung machen kann durch Aussagen wie die, dass man diese Funktion wegen der EU deaktivieren müsse.
 
tut mir leid, da werden wir uns nicht einig. Müssen wir aber auch gar nicht.
🤝

Und wenn beide Computer nicht mit einem Netzwerk verbunden sind, gäbe es den Industriestandard "Wi-Fi Direct". Das ist eigentlich genau die gleiche Technik, die Apple mit viel Show drumherum "AirDrop" genannt und dann absichtlich inkompatibel zum Rest der Welt gemacht hat.
Ich frage, weil ich das nicht kenne (als Apple only Nutzer): Das wird sonst von allen (Google, Samsung, Microsoft) unterstützt?
Das klingt jetzt nicht so geil.

AirDrop ist doch nicht nur ein umbenanntes Wifi Direct?
AirDrop geht doch auch über Cellular, Nutzt Bluetooth LE, ist E2E verschlüsselt, usw.
 
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Das wird sonst von allen (Google, Samsung, Microsoft) unterstützt?

AirDrop ist doch nicht nur ein umbenanntes Wifi Direct?
AirDrop geht doch auch über Cellular, Nutzt Bluetooth LE, ist E2E verschlüsselt, usw.
Natürlich.
Siehe hier: https://www.heise.de/tipps-tricks/Wi-Fi-Direct-was-ist-das-eigentlich-4611856.html

Es gibt für div. Apple Entwicklungen offene Standards. Miracast für Screen/Ton Übertragung zum Beispiel statt AirPlay.
Apple nutzt solche Ideen und Technologien gern mal und entwickelt auf der Basis etwas geschlossenes.
Oder liefert Inspiration für andere, die dann eine Technologie von Apple kopieren.

Siehe WIFI Direct. Im Heiseartikel steht, das iPhones das bis 2016 unterstützt haben zur Datenübertragung. Kann ich gerade nicht verifizieren, aber Heise schreibt in der Regel schon fachlich korrekt.
 
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Das wird sonst von allen (Google, Samsung, Microsoft) unterstützt?
Ja, das basiert im Wesentlichen auf einer Hardware-Funktion, die die Hersteller seit etwa 2008 nach und nach in die WLAN-Chips eingebaut haben.

AirDrop ist doch nicht nur ein umbenanntes Wifi Direct?
Jein. Apple verwendet die WiFi-Direct-Fähigkeiten der WLAN-Chips, hat aber wie gesagt absichtlich noch weitere Dinge dazugebaut, damit es nicht mehr mit dem normalen Wi-Fi Direct kompatibel ist.

AirDrop geht doch auch über Cellular
Nicht wirklich. AirDrop erfordert zwingend einen WLAN-Chip, der die Möglichkeit zur Direktkommunikation hat.

Nutzt Bluetooth LE
Es braucht zusätzlich Bluetooth, was eigentlich ein Nachteil gegenüber dem normalen Wi-Fi Direct ist.

ist E2E verschlüsselt
Verschlüsselung ist sowieso Teil des heute üblichen IPv6-Standards, und bei IPv4 kann das jeder mit VPN-Technik nachrüsten. Die ansonsten verschlüsselten Teile von AirDrop, insbesondere die, mit denen einen Identifizierung der beiden Kommunikationspartner möglich ist, sind inzwischen geknackt worden. Chinesische Sicherheitsforschungsinstitute machen Werbung damit, dass sie diesen Teil der Verschlüsselung gerichtsfest öffnen können.
 
Nicht wirklich. AirDrop erfordert zwingend einen WLAN-Chip, der die Möglichkeit zur Direktkommunikation hat.
Ja, aber es geht seit iOS17 über Cellular weiter. Eine Funktion, die Wifi Direct ja nicht bietet:

noch weitere Dinge dazugebaut
Ist doch super, wenn es erweitert wurde.

Mein Link oben zeigt aber ja auch, wie klasse es (nicht) funktionieren würde.. Das würde ja mehr abschrecken.
 
Mein Link oben zeigt aber ja auch, wie klasse es (nicht) funktionieren würde.. Das würde ja mehr abschrecken.
Nur stimmt der nicht.
Du klickst in Windows auf eine Datei, wählst Teilen aus und Windows sucht entsprechende Geräte in der Umgebung.
Das unterscheidet sich nicht von macOS.
Maximal muss man dazu einmalig die Option aktivieren, dass Windows in der Nähe suchen darf.
Bei Android ist es glaube ich ähnlich.

Aber zugegeben, die Funktion in Windows ist nicht wirklich bekannt. Selbst in meinem Umfeld (IT) kennen das echt Wenige und genutzt wird es noch weniger (macht in unserem beruflichen Kontext auch keinen Sinn, Daten liegen nicht lokal).
Miracast wird da schon deutlich häufiger genutzt in Meetings, um seinen Bildschirm auf einem Display zu teilen.

Die Leistung Apples ist hier, einerseits die Technologie so einfach wie möglich zu gestalten und sie vor allem in die Köpfe der User zu bekommen. AirDrop kennt und nutzt ja wirklich jeder Apple User.
 
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Das ist eine zutreffende Bemerkung. Und deswegen ist es doch hanebüchen, wenn Apple sich abschottet.

Der Kunde soll wählen, ob er Produkt A oder B oder Anwendung A oder B wählt.

Mit diesen ganzen vorgeschobenen Sicherheitsbedenken oder vermeintlichen Sorgen Apples um den Kunden bei EU-Regularien hat das alles nichts zu tun.
 
Ich sehe das anders. Ich finde, die Wahl ist da, der Kunde kann noch mehr wählen und sehe den Punkt der Überregulierung weiterhin. Am Ende darf ein Hersteller sein System so bauen, wie er es für richtig hält. Wer das nicht möchte, hat Alternativen und genau das ist doch der Kern von Wahlfreiheit.
Ich habe zum Beispiel ganz bewusst Apple gewählt, weil ich will, dass die Dinge genau so funktionieren, wie sie es tun.

Damit ist es für mich jetzt auch durch. Ich finde es aber zukünftig schade & mühsam, dass ich in Hotels oder AirBNBs meine Uhr separat connecten muss. Meine Konsequenz wird dann wohl sein, dass ich alles auf US umswitche.
 
1.
Nein, ein Hersteller darf das nur im Rahmen Gesetze.

2.
Das ist schade - aber Apple ist wie dargelegt nicht gezwungen, diesen Unsinn zu tun.

Von Ewigkeit wird das eh nicht sein. Genauso wenig, wie die Übersetzung von Dauer nicht auf neue AirPods kam.

Und in den USA gibt es schon in den ersten Staaten weitgehende Überlegungen, Apple zur Öffnung zu zwingen. Indien fängt schon an.

EU ist nur Vorreiter. Alles eine Frage der Zeit. Apple hat solange es geht, sich monopolistisch oder vielleicht richtiger, abschottend verhalten, aber alles nur eine Frage der Zeit.
 
Ich frage mich manchmal ehrlich, warum sich manche so darüber freuen, wenn Apple Gegenwind bekommt. Mir fällt oft auf, dass es fast eine gewisse Genugtuung auslöst, sobald Apple etwas verliert oder eingeschränkt wird.
Ich verstehe Kritik an großen Konzernen völlig, aber hier wirkt es manchmal eher wie der Wunsch, dass es „endlich auch mal die Großen trifft“.
Vielleicht ist es auch einfach das Bedürfnis, vermeintliche Macht zu bremsen. Am Ende schadet es oft genau den Nutzern, die das System bewusst gewählt haben, weil es so funktioniert, wie es funktioniert.
 
Es freut sich soweit ich es sehe hier niemand darüber.

Es bedauern hingegen viele, dass Apple das, was sogar hier gesetzlich geschuldet ist, torpediert.
 
Bin gespannt, wie es dann mit der Umsetzung läuft, wenn Apple sich öffnet.

Da wird im Vorfeld so viel Geld für irgendwelchen Rechtsstreit ausgegeben - und dann einigt man sich, es passiert aber dann wenig und es wird schnell still um das ganze. Siehe die alternativen AppStores. Nutzt die jemand hier?
 
Ich sehe das so: Apple hat über Jahre einen klaren USP aufgebaut, mit einem geschlossenen System, das genau dadurch funktioniert, wie es funktioniert.
Und irgendwann kommt die EU und sagt, dass es jetzt bitte anders gemacht werden soll. Das mag juristisch alles richtig sein, aber faktisch greift man damit in ein funktionierendes Konzept ein, das viele, zumindest ich, genau so wollten.

Aber wir drehen uns im Kreis. Ich stehe auf dem Standpunkt, erfreue ich über das geschlossene System, andere wollen offensichtlich die Öffnung.