16 statt 19 Prozent: Apple gibt Umsatzsteuersenkung nur teilweise an KundInnen weiter

Martin Wendel

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Martin Wendel
Um die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise abzudämpfen und die Konjunktur anzukurbeln, hat der Bundestag eine vorübergehende Senkung der Umsatzsteuer beschlossen. Seit 1. Juli fallen bis Jahresende statt 19 nur 16 Prozent Umsatzsteuer an, der ermäßigte Steuersatz – etwa für Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarf – fällt von sieben auf fünf Prozent. Den Unternehmen steht es frei, diese Senkung an die KonsumentInnen weiterzugeben. Apple macht das nur teilweise.
Günstigere, krumme Preise im Apple Store


Ein Blick in den Apple Online Store zeigt: Krumme Preise, wohin das Auge reicht. Ein iPhone SE kostet dort seit 1. Juli 466,90 Euro. Davor lag der Preis noch bei 479 Euro. Das MacBook Air kostet statt 1.199 momentan 1.168,75 Euro. Und so weiter. Apple gibt hier also die Umsatzsteuersenkung 1:1 an die KundInnen weiter. Diese krummen, verkaufspsychologisch nicht allzu sinnvollen, Preise ziehen sich durch das gesamte Sortiment im Apple Store.
Preise für digitale Produkte und Services unverändert


Anders bei digitalen Produkten und Services. Final Cut Pro kostet im Mac App Store weiterhin 329,99 Euro, für Apple Music fallen wie zuvor 9,99 Euro pro Monat an und auch ein iCloud-Speicherplan mit 200 Gigabyte Speicherplatz schlägt mit 2,99 Euro pro Monat zu Buche. Für digitale Produkte gibt Apple die Umsatzsteuersenkung also nicht an KundInnen weiter. Mit anderen Worten: Apple hat die Nettopreise für digitale Produkte erhöht, damit unter Berücksichtigung der geringeren Umsatzsteuer letztendlich derselbe Bruttopreis als Endbetrag auf der Rechnung und in den Angeboten steht.
Viele Länder, viele Steuersätze


Eine mögliche Erklärung: Digitale Produkte und Apple-Services sind im Euroraum überall gleich bepreist, obwohl es in den einzelnen Ländern teilweise deutliche Unterschiede in den Umsatzsteuersätzen gibt. Denn der Normalsteuersatz liegt innerhalb der EU zwischen 16 und 27 Prozent. Apple – und die App-Store-Entwickler – verdienen also heute schon unterschiedlich viel am Verkauf von digitalen Produkten in unterschiedlichen Ländern. Zudem gibt es im App Store eine fixe Preisstaffelung. Bei Hardware-Produkten fallen in der EU hingegen schon jetzt teilweise unterschiedliche Bruttopreise an. So kostet das iPhone SE in Österreich etwa 479 Euro, obwohl der Umsatzsteuersatz dort mit 20 Prozent ein wenig über dem normalen Steuersatz in Deutschland liegt. In Finnland wiederum kostet ein iPhone SE 499 Euro – der Umsatzsteuersatz beträgt dort 24 Prozent.
Unternehmen zahlen wegen höherer Nettopreise mehr


Die Erhöhung der Nettopreise für digitale Produkte und Services hat noch einen Nebeneffekt, der für einige Unternehmen relevant ist. Denn während die genannten Angebote für EndverbraucherInnen gleich viel kosten wie bisher – sie sind eben nicht günstiger geworden –, wurden sie für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen teurer. Denn für sie stellt die Umsatzsteuer als Vorsteuer nur einen Durchlaufposten dar – Geld, das man vom Finanzamt zurückbekommt. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen haben also bisher letztendlich z. B. einen Nettopreis von 277,30 Euro für Final Cut Pro bezahlt. Momentan beträgt der Nettopreis für die Schnittsoftware aber 284,74 Euro.

Apfeltalk hat Apple Deutschland heute kontaktiert und um eine Stellungnahme gebeten, weshalb die Umsatzsteuersenkung nur für Hardwareverkäufe an KundInnen weitergegeben wird. Apple wollte sich nicht näher dazu äußern.

Den Artikel im Magazin lesen.
 
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NorbertM

Goldrenette von Peasgood
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weshalb die Umsatzsteuersenkung nur für Hardwareverkäufe an KundInnen weitergegeben wird. Apple wollte sich nicht näher dazu äußern.
Das hast du doch schon sehr gut erklärt. Bei Hardware gibt es aufgrund der verschiedenen Steuersätze unterschiedliche Preise, bei Software und Services ist es eine Mischkalkulation.
 
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ChavezDing

Ingol
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Blöde Frage: Bei Apple Care+ wird doch keine Umsatzsteuer, sondern eine Versicherungssteuer ausgewiesen und deshalb auch keine Anpassung vorgenommen.

Bei den Preisen für die Reparaturen selbst wird die Senkung offenbar weitergegeben.
 
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DaMikstar

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Blöde Frage: Bei Apple Care+ wird doch keine Umsatzsteuer, sondern eine Versicherungssteuer ausgewiesen und deshalb auch keine Anpassung vorgenommen.

Bei den Preisen für die Reparaturen selbst wird die Senkung offenbar weitergegeben.
Jap, ist eine Versicherung und dementsprechend zahlt man dort die Versicherungssteuer i.H.v. 19%.


EDIT: Apple Care für den ATV 4K kostet aktuell aber auch 28,25€, wurde also gesenkt.
 
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saw

Graue Herbstrenette
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Das hast du doch schon sehr gut erklärt. Bei Hardware gibt es aufgrund der verschiedenen Steuersätze unterschiedliche Preise, bei Software und Services ist es eine Mischkalkulation.
Krass, wie geil ist das denn?
Apple hat damals bei der Kalkulation von meinem iCloudspeicherplan der seit 4 Jahren läuft,
schon die jetzige, unerwartete MwSt. Senkung mit ein kalkuliert.
Respekt Apple :D

Was muss man für ein Apple-Fan sein, sich selbst das jetzt noch glücklich zu reden,
da die Senkung bei der Kalkulation der Preise nicht abzusehen war,
kann diese auch nicht einkalkuliert worden sein. Weder National, noch international.

Apple hat die Preise so kalkuliert, wie diese bisher waren,
die unerwartete Senkung der MwSt kann Apple daher kalkulatorisch nicht nötig haben,
man "nimmt es nur gerne noch mit" wenn man dem Kunden gerade in die Tasche greift.
Auf Hartware reicht man die Senkung werbewirksam weiter,
bei laufenden Posten wie den Onlinediensten, wo der Vertrag ja zum allergrößten Teil schon läuft und Neuveträge in der Relation fast vernachlässigbar sind, greift man zu.

Marktbegleiter wie Spotify oder Netflix, unsere Energieversorger und die Telekom, alle schaffen es die Senkung weiter zu geben,
Apple aber gehört (teilweise) zu den schwarzen Schafen, die die Senkung nicht weiter geben,
wodurch immer wieder Teile des erhofften Effektes verpuffen.
 

Cohni

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Apple ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, das nach Gusto oder welchen mischkalkulatorischen Gründen auch immer eine Steuersenkung weiter gibt oder auch nicht.

Bin ich jetzt ein Apple-Fan, wenn mich das nicht im geringsten aufregt? Dieses Wirtschaftssystem ist nunmal ein kapitalistisches, bei dem das Fairness-Gefühl des einzelnen Menschen nicht im geringsten eine Rolle spielt, solange es kein + in der Kasse bedeutet. Das Fairness-Gefühl wird erst wichtig, wenn es den umgekehrten Effekt bedeutet. Das Motiv dahinter bleibt immer noch die Kasse und niemals irgendein Gemeinwohlgedanke. Jener ist eher Mittel zum Zweck.

Manchmal zeigen sie mit irgendwelchen Spenden bei bestimmten Ereignissen eine gewisse Wohltätigkeit und manchmal nicht. Wenn sie sich mal wohltätig zeigen kann man sich darüber freuen, andererseits muss man sich immer fragen, ob dies nicht auch kalkuliertes Handeln im Sinne der Kasse ist. Das hat nichts mit Verschwörungstheorie zu tun, sondern ist einfach dem systemimmanenten und zentralen Element der Kasse geschuldet.

PR-mäßig könnte es allerdings mal wieder die typische Apple-Story werden, wo sie sich ins eigene Knie schießen. Mit Großkaliber...

Aber bin ich jetzt als Kunde entsetzt? Ehrlich gesagt nein. Das Thema ist mir persönlich vollkommen Wurst. Das mag etwas seltsam klingen, aber moralisch einwandfrei handelnden Welt-Konzerne sind mir persönlich ehrlich gesagt unbekannt.

Was folgt aus dieser Haltung? Absolut keine Erwartung, also auch keine Enttäuschung (die hier sehr wohl, sehr deutlich lesbar ist....da fragt man sich, wer ist der eigentliche Fanboy?), es spielt für mich keine Rolle,.

Ja...sie geben bei den Online-Diensten die Senkung nicht weiter...sorry...die Welt hat meiner Meinung nach ganz andere Probleme...😉.

Bevor jetzt wieder das Argument kommt..."Wozu haben wir das Forum, dann brauchen wir überhaupt nicht zu diskutieren...bla bla bla"

Völlig falsch. Das ist nur mein eigener persönlicher Gedanke dazu und ich lasse mich gern durch andere Gedanken bereichern. 😉
 

Mure77

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Es geht um die Signalwirkung dieser Geschichte. Mir ist das Geld „egal“ wenn es um die 9,99 für die Cloud oder die 14,99 für Musik geht, sonst würde ich diese Dienste nicht nutzen.

Was Apple hier macht ist bzw. war nicht gut. Viele viele andere Anbieter bekommen das hin, sogar Sky macht bei der Nummer mit und senkte den Preis.

Apple hätte nichts verloren, dennoch erhöhen sie den Nettobetrag damit die Preise gleich bleiben. Das gehört sich nicht, aber wie man halt sieht kann Apple sich sehr viel rausnehmen.

Für mich bedeutet das ein kleines Umdenken, das wir bzgl der Musik wieder zu Spotify gehen war klar, sobald Apple Spotify einen guten Zutritt zum HomePod verschafft.

Was jetzt aktuell in der Überlegung ist, ist die Cloud. Da werde ich mich mal in Microsoft reinarbeiten wie das dort alles funktioniert mit den Konten und dem 1 TB für jeden User.

Zahle ich sowieso mit bei dem Office Abo, also schaue ich mich hier mal um. Hatte das Thema eigentlich so gut wie verworfen weil ich die Ruhe und die Einfachheit der Dinge ganz gerne mag. Es geht mir nicht um die paar Cent, es geht um die Art und Weise wie Apple die Dinge angeht.

Schöne Keynotes, tolle Videos, tolle Produkte, beim Thema Geld hört bei Apple der Spaß dort auf wo er aufhören kann. Bei mir dann auch.

Auch die Familienfreigabe ist ja auch so ein kleiner Fake, ich kann die Cloud teilen und ich kann Musik teilen. Wenn es darum geht Apps zu teilen hört es bei den in App Käufen auch direkt auf. Beispiel WetterOnline App. Kann ich über die Familienfreigabe teilen (kann sich eh jeder laden) aber die in App Käufe nicht.

Wie gesagt ich bin entspannt und will meine Ruhe haben, manchmal sind es aber nur mm die eine Grenze überschreiten lassen und in Bezug auf die Dienste hat Apple das jetzt erreicht, leider.
 
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Martin Wendel

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Auch die Familienfreigabe ist ja auch so ein kleiner Fake, ich kann die Cloud teilen und ich kann Musik teilen. Wenn es darum geht Apps zu teilen hört es bei den in App Käufen auch direkt auf. Beispiel WetterOnline App. Kann ich über die Familienfreigabe teilen (kann sich eh jeder laden) aber die in App Käufe nicht.
Mit den neuen Betriebssystemen ab Herbst können Entwickler entscheiden, ob sich In-App-Käufe oder -Abos auch über die Familienfreigabe teilen lassen. Bislang gab es diese Option tatsächlich nicht.
 
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@Cohni, auch wenn du mit deinen Post eigentlich den Nagel ziemlich genau auf den Kopf getroffen hast. So ist es wie @Mure77 auch schon sagte, einfach die Signalwirkung, welche Apple da so abgibt.

Das Wertvollste Unternehmen der Welt, gibt diese paar wenigen Cent nicht weiter und erhöht die Nettopreise, um einen gleichbleibenden Endbetrag zu haben und das ganze mit keiner wirklichen Stellungnahme bis jetzt. Vielleicht gibt es hier einen Logischen Grund? Denn könnte Apple aber mitteilen.

So aktuell ist es aber einfach so, Apple erhöht die Nettopreise und steigert somit seine Marge. Erstmal gut, wenn nicht das riesige Problem bestehen würde, dass es an unsren Fiskus vorbei geht und Apple die Steuervorteile über Irland nutzen würde.
 

NorbertM

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So aktuell ist es aber einfach so, Apple erhöht die Nettopreise und steigert somit seine Marge. Erstmal gut, wenn nicht das riesige Problem bestehen würde, dass es an unsren Fiskus vorbei geht und Apple die Steuervorteile über Irland nutzen würde.
Wie viele Stellen hinter dem Komma muss man bemühen um die Auswirkung auf die Marge zu beziffern? Und wenn die Nettopreise erhöht werden, fällt auch eine höhere Mehrwertsteuer an - was geht da aufgrund der aktuellen Diskussion am Fiskus vorbei?
 

Mure77

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Wie viele Stellen hinter dem Komma muss man bemühen um die Auswirkung auf die Marge zu beziffern? Und wenn die Nettopreise erhöht werden, fällt auch eine höhere Mehrwertsteuer an - was geht da aufgrund der aktuellen Diskussion am Fiskus vorbei?
Um bei der Cloud zu bleiben und einem Preis von 9,99 ist der Unterschied hier 22 Cent. Apple hat hier also keinen Vorteil bei der Erhöhung des Nettopreises?
Wir sollten nicht zu sehr abdriften um eine Diskussion künstlich zu befeuern.
 

m4d-maNu

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Wie viele Stellen hinter dem Komma muss man bemühen um die Auswirkung auf die Marge zu beziffern? Und wenn die Nettopreise erhöht werden, fällt auch eine höhere Mehrwertsteuer an - was geht da aufgrund der aktuellen Diskussion am Fiskus vorbei?
Kann ganz leicht ausgerechnet werden und solltest auch du gelernt irgendwann mal gelernt haben. Bei der 99cent iCloud ist es fast garnichts, bei den Speicherplan für 9,99€ ist es schon wieder mehr und dazu macht es die Masse.

Auch solltest du mitbekommen haben, das Apple den größten Anteil, für die EU, in Irland versteuert und somit eben auch an unseren Fiskus vorbei schleust.
 

Verlon

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Wie viele Stellen hinter dem Komma muss man bemühen um die Auswirkung auf die Marge zu beziffern?
hö? Wenn die Nettopreise um 2,6% erhöht werden, steigt die Marge des Produktes um 2,6 Prozentpunkte. Die prozentuale Änderung der Marge liegt höher, aber ohne Kenntnis der Bezugsgröße Kosten lässt sich diese logischerweise nicht errechnen.

Auch solltest du mitbekommen haben, das Apple den größten Anteil, für die EU, in Irland versteuert und somit eben auch an unseren Fiskus vorbei schleust.
Nur ein kleiner Teil wird in Irland versteuert, das meiste wird unversteuert weitertransferiert.
 
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Cohni

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@Mure77 und @m4d-maNu
Die Signalwirkung ist mies, da bin ich bei Euch.

Die Frage ist eben, wie dieses Signal bei einem persönlich ankommt, ob es eben eine Wirkung hat. Und da bin ich ehrlich gesagt und wie schon beschreiben vollkommen emotionslos.

Apple macht nichts anderes, als Profit aus der Krise zu ziehen. Verwerflich? Mag sein, aber dann müssen wir das System ändern.

Ein System, das wir gut finden, wenn es uns füttert, aber welches wir verfluchen, wenn es uns mehr oder weniger benachteiligt.

Und in diesem Fall ist die Benachteiligung nicht der Rede wert, also nicht meiner Rede wert besser gesagt.

Manche Firmen versuchen zu überleben, manche Firmen ziehen den Vorteil aus der Krise.

Ob sie das nun tun, indem sie die Steuersenkung weitergeben, um damit mehr Umsatz zu generieren oder gleich den Vorteil direkt einstreichen, spielt beim Ziel keine Rolle.

Bei der ersteren Variante sind wir nur Mittel zum Zweck, sollen mehr konsumieren. Ist das für uns ein Vorteil? Ein bisschen schon, klar. Das Ziel bleibt aber der Vorteil aus der Krise und nicht wir als glückliche und fair behandelte Menschen.

Bei der zweiten Variante, der direkten Steuerweitergabe verlieren wir unseren persönlichen Vorteil...

Ich denke so emotionslos ausschließlich bezüglich der großen Player, die ohnehin als Sieger aus der Geschichte hervorgehen.

Die kleinen Krauter, die Kunst, die Kultur, die wirklich ums überleben kämpfen, die haben unsere Emotion verdient.

Aber Apple, weil sie sind wie sie sein müssen, nämlich grundsätzlich geldgierig? Nee, das ist mir keinen zusätzlichen Herzschlag wert. 😉
 

ChavezDing

Ingol
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Ich werde Apple Music nun auch erstmal kündigen und wieder zu Spotify gehen. Dieses LMAA Mentalität geht mir einfach auf den Senkel.

Als ich vor kurzem Sportkleidung bestellen wollte ist mir beim Shop aufgefallen, dass sie die Senkung direkt mit einstreichen und habe nachgefragt. Begründung: Höhere Kosten durch Hygienemaßnahmen. Ob man das jetzt glaubt oder nicht, anderes Thema. Solange ein Unternehmen das aber nicht ohne Nachfrage transparent nach außen kommuniziert ist es für die sechs Monate einfach mal weg von meinem Radar.
 

saw

Graue Herbstrenette
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Eine zickt in der Familienfreigabe noch herum, ist die überzeugt, dann gehts auch bei uns wieder zu Spotify.
 

Cohni

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Dieses LMAA Mentalität geht mir einfach auf den Senkel...
Wie gesagt, ich kann das sehr gut nachvollziehen, auch wenn ich die Gedanken nicht ganz teilen kann.

Ein Grund hierfür ist auch, dass ich den durchaus guten moralischen Vorsatz nicht im Ansatz durchziehen könnte.
Wenn man konsequent wäre, dann müsste man das in allen Lebenslagen beachten.
Natürlich auch bei Dingen, wo man einen eigenen persönlichen Vorteil herausziehen kann.

Ein kleines Beispiel, ohne jemanden persönlich angreifen zu wollen bzw. gar nicht zu können, weil ich es schlicht nicht weiß.

Die Kunstszene liegt am Boden. Die staatlich geförderte wird überleben, viele der freien Künstler nicht. Viele Menschen genießen derzeit freien Zugang zu künstlerischen Angeboten über YouTube oder andere Kanäle. Wie viele dieser Menschen ignorieren dabei die Aufrufe der Künstler nach Spenden?

Dabei wollen die prominenten Künstler meistens noch nicht einmal für sich selber Einahmen generieren, weil sie entweder noch durch staatliche Engagements in Lohn und Brot stehen oder eben über genügend Reserven verfügen, weil eben in der Vergangenheit sehr erfolgreich. Sie werben z.B. für einen Corona-Fond.

Nun kann sich jeder fragen, der sich beispielsweise über Apple aufregt, ob er denn an anderer Stelle entsprechend moralisch sauber handelt. Nämlich wo es darum geht, einen persönlichen Vorteil des kostenlosen Kunstgenusses aufzugeben und in einen entsprechenden Fond einzuzahlen? Ist nur ein kleines Beispiel.

Zu dem ganzen Klattererdatsch kommt hinzu...es geht nur um die Onlinedienste. Bei allen anderen Dingen gibt Apple die Senkung weiter...also mir fehlt da ebenso wie meine bisherigen dargelegten Gedanken in moralischer Hinsicht der Ansatz, einfach auch die Verhältnismäßigkeit einer angemessenen Erregung. 😊
 

ChavezDing

Ingol
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Nun kann sich jeder fragen, der sich beispielsweise über Apple aufregt, ob er denn an anderer Stelle entsprechend moralisch sauber handelt. Nämlich wo es darum geht, einen persönlichen Vorteil des kostenlosen Kunstgenusses aufzugeben und in einen entsprechenden Fond einzuzahlen? Ist nur ein kleines Beispiel.

Zu dem ganzen Klattererdatsch kommt hinzu...es geht nur um die Onlinedienste. Bei allen anderen Dingen gibt Apple die Senkung weiter...also mir fehlt da ebenso wie meine bisherigen dargelegten Gedanken in moralischer Hinsicht der Ansatz, einfach auch die Verhältnismäßigkeit einer angemessenen Erregung. 😊
Das Beispiel ist okay, auch wenn es auf meinen persönlichen Kontext nicht ganz passt, kann den Ansatz aber verstehen.
Mein Fitness-Abo habe ich bspw. auch weiterbezahlt und wenn man ehrlich ist, diese drei Monate die man am Ende quasi geschenkt bekommt, nutzt man ohnehin nicht. Wann kündigt man denn sein Fitness Abo? Selten so geplant, dass man bis auf den letzten Tag trainieren kann.

Genau, es geht nur um die Onlinedienste, wo man quasi übers Hintertürchen abkassieren kann. Bei den Preisen, die nirgendwo groß vermerkt werden und bei vielen unter ferner liefen auf der KK Abrechnung auftauchen. Das find ich das eigentlich schlimme an der Sache.