X setzt stärker auf eigene Videoinhalte und will sich damit besser gegen videofokussierte Plattformen wie TikTok positionieren. Dafür führt der Dienst einen neuen Video-Editor in seiner iOS-App ein.
Neuer Video-Editor direkt in der iOS-App
Der integrierte Editor soll Nutzer:innen dazu bringen, mehr originäre Videos zu erstellen, statt beliebte Clips von anderen Plattformen erneut zu veröffentlichen. Das Werkzeug ist direkt in die X-App für iOS eingebunden und erweitert die bestehenden Aufnahmefunktionen.
Nikita Bier, Produktchef von X, erklärt, dass der neue Editor und die Aufnahmefunktion eine Option für Überlagerungs-Untertitel in mehreren Sprachen bieten. Diese Untertitel lassen sich im Aussehen anpassen. Nutzer:innen können also Stil und Darstellung der Text-Einblendungen verändern, bevor sie ihr Video veröffentlichen.
Zusätzlich gibt es eine Grünbild-Funktion. Mit diesem Effekt lassen sich eigene Hintergründe einsetzen, etwa Beiträge von X oder Fotos aus der eigenen Mediathek. Auf diese Weise können Benutzer:innen Inhalte aus ihrem Feed oder persönliche Bilder als Kulisse in ihre Videos integrieren.
Fokus auf Creator-Werkzeuge und Originalinhalte
Bier betont in einem Beitrag auf X, eines der größten Ziele sei es, Creator:innen Werkzeuge zur Erstellung eigener Inhalte bereitzustellen und diese Personen zu belohnen. Er kündigt weitere Aktualisierungen für den Video-Editor in den kommenden Wochen an, ohne jedoch konkrete Funktionen zu nennen.
Nach Angaben von TechCrunch arbeitet X aktuell an einem grundlegenden Neuaufbau der Android-App. Es liegt daher nahe, dass der Video-Editor perspektivisch auch auf Android-Geräten verfügbar sein wird, auch wenn X dies noch nicht offiziell bestätigt hat.
Der neue Editor reiht sich in mehrere jüngere Funktionen ein, mit denen X den Abstand zu TikTok und anderen Video-Apps verringern möchte. Erst im Vormonat hat der Dienst eine Videoreaktions-Funktion eingeführt. Außerdem stellte X ein Budget von 1 Million US-Dollar (rund 920.000 Euro) für Auszahlungen an Live-Video-Streamer:innen bereit.
Algorithmus bevorzugt neue Videos
Bereits im April hatte Bier darauf hingewiesen, dass X die Sichtbarkeit von erneut geposteten Inhalten und Material anderer Plattformen reduziert. In einer Antwort an eine:n Nutzer:in empfahl er, eigene Videos mit eigener Stimme aufzunehmen. Ziel sei es, völlig neue Inhalte auf X zu fördern.
Die stärkere Ausrichtung auf originäre Videos hat noch einen weiteren Aspekt. Mehr eigenständige Inhalte liefern zusätzliche Daten für Grok, das KI-System von X. Grok trainiert sich auf öffentlich zugänglichen Beiträgen auf der Plattform und profitiert entsprechend von einem größeren Pool an aktuellen Video-Posts.
Mit dem integrierten Video-Editor in der iOS-App setzt X seinen Kurs fort, Video-Creator:innen direkt auf der Plattform mehr Werkzeuge zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig wiederverwendete Inhalte weniger sichtbar zu machen.
