Apples neue KI-Funktionen lassen sich nicht auf jedem Gerät problemlos nutzen. Entscheidend ist dabei weniger der Prozessor – vielmehr spielt der Arbeitsspeicher (RAM) eine zentrale Rolle.
Apple Intelligence und RAM – was ist los?
Auf der US-Website von Apple war kürzlich fälschlicherweise zu lesen, dass Apple Intelligence nur auf Macs mit M2-Chip oder neuer läuft. Inzwischen wurde das korrigiert: Auch Macs und iPads mit M1 sind offiziell unterstützt. Trotzdem zeigt die Praxis, dass es Einschränkungen gibt. In einem Test lief die App „Draw Things“, die KI-generierte Bilder lokal erzeugt, nur auf einem iPad Pro mit M5 und 12 GB RAM stabil. Auf einem älteren Gerät mit M1 und 8 GB RAM stürzte die App unmittelbar ab.
Solche Fehler deuten häufig auf zu wenig verfügbaren Arbeitsspeicher hin. Wenn eine App ohne Fehlermeldung verschwindet, liegt das oft daran, dass iPadOS oder macOS die Anwendung beendet, um RAM freizugeben. Klar ist: KI-Anwendungen beanspruchen den Arbeitsspeicher stärker als klassische Aufgaben.
Unified Memory: Fluch und Segen
Seit dem Wechsel zu Apple Silicon lässt sich der RAM bei Macs nicht mehr aufrüsten. Arbeitsspeicher ist fest mit dem Chip verbunden – Apple nennt das Unified Memory. Alle Recheneinheiten, einschließlich der GPU, greifen gemeinsam darauf zu. Das erhöht die Geschwindigkeit und Sicherheit. Nachteil: Die Ausstattung muss beim Kauf stimmen, spätere Anpassungen sind nicht möglich.
Mittlerweile liefert Apple fast alle Macs standardmäßig mit 16 GB RAM aus. Geräte wie das MacBook Air mit M2 und M3 gibt es nun nur noch mit dieser Mindestgröße. Das hängt mit Apple Intelligence zusammen, denn Sprachmodelle verbrauchen viel Speicher. Auf iPhones sollen 8 GB ausreichend sein – bei Macs und iPads scheint das nicht zu gelten.
Besonders rechenintensive KI-Anwendungen wie „Image Playground“ laufen lokal auf dem Gerät. Dort werden etwa Bilder direkt erzeugt – ein Prozess, der klar vom Arbeitsspeicher abhängt. Funktionen wie das Umformulieren von Texten laufen dagegen über „Private Cloud Compute“ und belasten den RAM weniger.
Zukunftssicherheit: Lieber mehr RAM einplanen
Auf neuen Chips wie dem M5 hat Apple zusätzliche neuronale Beschleuniger integriert. Diese NPU-Einheiten erhöhen die Rechenleistung bei KI-Aufgaben. Gleichzeitig steigen damit auch die Anforderungen an Speicher. Wer heute einen neuen Mac kauft, sollte das berücksichtigen.
Ein Mac Studio mit M3 Ultra lässt sich mit bis zu 512 GB Unified Memory konfigurieren. Solche Geräte sind in der Lage, große Modelle wie DeepSeek lokal auszuführen. Das zeigt klar: Mehr RAM ermöglicht komplexe Aufgaben – und das lokal auf dem Gerät.
Für die meisten Nutzer:innen reichen 16 oder 24 GB aus, etwa für Büroaufgaben, Medienkonsum oder gelegentliche Bildbearbeitung. Wer jedoch KI-Tools regelmäßig nutzt, komplexe Audio- oder Videoproduktionen erstellt oder im kreativen Bereich arbeitet, profitiert klar von mehr Speicher. 32 oder 64 GB bieten spürbar mehr Spielraum – besonders dann, wenn das Gerät mehrere Jahre genutzt werden soll.
Applikationen werden in Zukunft nicht kleiner, sondern umfangreicher. Die Integration von KI dürfte zunehmen und damit auch der Speicherbedarf. Da RAM bei Apple-Geräten nicht nachgerüstet werden kann, gilt: Lieber jetzt etwas mehr investieren, als schon bald mit einer zu schwachen Konfiguration dazustehen.
Ein letzter Punkt betrifft ältere Geräte mit 8 GB RAM. Es ist denkbar, dass Apple in Zukunft Apple Intelligence so tief ins System integriert, dass bestimmte Funktionen nur noch mit ausreichend Speicher laufen. Zwar ist macOS 15 (Tahoe) derzeit noch auf allen Macs mit M1 lauffähig – aber wie lange noch, ist offen. Bisher läuft alles, aber angesichts der Entwicklung bleibt ein gewisses Risiko.
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