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Wie OpenAI Apple in einen heiklen Konflikt mit Jony Ive bringen könnte

OpenAI Hardware

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Apple versucht in seiner Klage gegen OpenAI, Jony Ive möglichst aus dem Verfahren herauszuhalten. Das könnte jedoch schwierig werden und Apple in eine unangenehme Lage bringen.

OpenAIs Hardware-Partnerschaft mit Ive im Fokus

In der Klage wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen geht Apple auffällig behutsam mit der Nennung von Jony Ive um. Dessen Firma io Products arbeitet mit OpenAI an genau der Hardware, die im Zentrum der Vorwürfe steht.

Apple wirft OpenAI vor, „auf institutioneller Ebene ein koordiniertes Fehlverhalten“ zu betreiben. Dazu zählt der Konzern auch io, das in der Klageschrift lediglich als „ein von Herrn Tan und anderen ehemaligen Apple-Führungskräften mitgegründetes Unternehmen“ beschrieben wird. Namentlich genannt werden weder Ive noch Evans Hankey oder andere frühere Apple-Manager:innen, mit Ausnahme von Tang Tan und Chang Liu, denen Apple direkt Fehlverhalten vorwirft.

Ob Ive tatsächlich als Zeug:in aussagen muss, ist derzeit offen. Möglich wäre es aber, vor allem, wenn OpenAI ihn gezielt einsetzen sollte, um den Druck auf Apple zu erhöhen oder die Situation für den Konzern unangenehm zu machen.

Heikle Situation für eine lange gewachsene Beziehung

Eine Aussage von Ive würde Apple in eine ungewöhnlich sensible Position bringen. Seit seinem Abschied 2019 äußert sich Ive öffentlich respektvoll über Apple, seine Auftritte und Interviews wirken sorgfältig gesteuert und dosiert.

Dazu gehören auch gemeinsame Auftritte mit Laurene Powell Jobs sowie sein fortlaufendes Engagement für das Steve-Jobs-Archiv. Anfang dieses Jahres steuerte Ive einen persönlichen Brief zum Projekt „Briefe an eine:n junge:n Kreative:n“ des Archivs bei, in dem er über die Zusammenarbeit mit Steve Jobs reflektierte.

Apple wiederum scheint diesen Respekt zu erwidern. Das Unternehmen hat umstrittene Entscheidungen aus den späten Ive-Jahren, etwa die Butterfly-Tastatur des MacBook, zwar korrigiert, dies aber öffentlich vorsichtig formuliert. Die erkennbare Bemühung, Ive in der aktuellen Klage möglichst nicht direkt mit dem Vorwurf in Verbindung zu bringen, passt zu dieser Linie.

Sobald das Verfahren jedoch in die Beweisaufnahme geht, verliert Apple einen Teil dieser Kontrolle. Aufgrund Ives Rolle bei der Gründung von io Products und seiner Verantwortung für das Hardware-Programm im Zentrum des Streits könnte OpenAI argumentieren, dass er entscheidende Kenntnisse besitzt: über den Entwicklungsprozess, die genutzten Informationen und eine mögliche Rolle von Apples Geschäftsgeheimnissen.

Apple müsste sich dann womöglich darauf einstellen, Ive unter Eid zu befragen, seine Darstellung zu hinterfragen oder seine Aussagen anzuzweifeln – und das bei einer Person, die viele der ikonischsten Produkte des Unternehmens mitgeprägt hat.

Rückblick: Ive vor Gericht – diesmal auf der anderen Seite?

Für Ive wäre ein solcher Auftritt im Gerichtssaal nicht völlig neu. 2012 wurde er im Rahmen des Patentstreits zwischen Apple und Samsung vernommen und beantwortete damals Fragen zum Designprozess sowie zu frühen Prototypen von iPhone und iPad.

Eine Aussage auf der Gegenseite von Apple hätte jedoch eine andere Qualität. Sie könnte das über Jahre sorgfältig gepflegte Verhältnis zu Apple belasten und auch für Spannungen mit OpenAI sorgen, falls Ive den Eindruck gewinnt, sein Name werde nur genutzt, um Druck auf seine früheren Kolleg:innen auszuüben.

Ob Jony Ive letztlich in den Rechtsstreit hineingezogen wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Sollte es dazu kommen, stünde Apple vor einem besonders unangenehmen Kapitel in der eigenen Geschichte.

Via: https://9to5mac.com
Titelbild: X / @OpenAI

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Tags: Apple, Jony Ive, Patentstreit, OpenAI, Geschäftsgeheimnisse, Steve Jobs Archiv, io Products

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