WhatsApp arbeitet an mehreren neuen Funktionen für iOS und Android. Im Mittelpunkt steht aktuell die Möglichkeit, Nachrichten zeitgesteuert zu versenden.
Geplante Nachrichten und mehrere Konten auf einem iPhone
WhatsApp testet auf iOS eine Funktion für geplante Nachrichten. Damit könnt Ihr eine Nachricht im Voraus verfassen und ein konkretes Datum sowie eine Uhrzeit für den automatischen Versand festlegen. Durch längeres Drücken auf die Senden-Taste lassen sich diese Angaben einstellen. Geplant werden kann frühestens zehn Minuten in der Zukunft und höchstens zwei Wochen im Voraus.
Die Funktion soll sowohl in Einzelchats als auch in Gruppenchats funktionieren. In Gruppen erhalten nur diejenigen Mitglieder die Nachricht, die zum Zeitpunkt der Planung Teil der Gruppe sind. Die Möglichkeit, Nachrichten zu planen, wird zu einem späteren Zeitpunkt bereitgestellt.
Parallel dazu weitet WhatsApp mit der Version 26.22.76 für iOS den Zugriff auf mehrere Konten aus. Ihr könnt damit zwei verschiedene WhatsApp-Konten auf einem iPhone nutzen. So lasst sich Gespräche getrennt auf einem Gerät verwalten, ohne ein zweites Telefon oder WhatsApp Business zu benötigen. Ein zweites Konto kann direkt in den App-Einstellungen hinzugefügt oder per QR-Code als verknüpftes Gerät eingerichtet werden.
Neue Funktionen, Änderungen bei der Unterstützung von iOS-Versionen
WhatsApp führt außerdem ein Status-Archiv ein, um Eure Aktualisierungen zu sichern. Anstatt Statusmeldungen nach Ablauf der Zeit dauerhaft zu löschen, speichert die App sie automatisch in einem privaten Archiv auf dem Gerät. Ihr findet das Archiv im Tab „Aktuelles“ über den Menüpunkt „Status-Archiv“. Die Verwaltung der archivierten Statusmeldungen ist zusätzlich über den Bereich „Speicher verwalten“ möglich. Aktiviert wird das Feature in den Einstellungen unter „Speicher und Daten“, indem Ihr die Option für das Status-Archiv einschaltet. Das Archiv bleibt privat und ist nur für die Inhaber:innen des jeweiligen Kontos sichtbar.
Ab dem 30. November 2026 beendet WhatsApp die Unterstützung für iOS-Versionen älter als iOS 15.5. Geräte mit entsprechenden Systemversionen erhalten dann keine Updates mehr, darunter neue Funktionen und Sicherheitsverbesserungen. Um WhatsApp ohne Unterbrechung nutzen zu können, ist ein Update auf eine neuere iOS-Version erforderlich.
Weitere Änderungen bei Android, Abo-Pläne und Sicherheitsmaßnahmen
Auf Android führt WhatsApp ein neu gestaltetes Nachrichtenmenü ein. Nach drei Jahren Entwicklung ersetzt ein schwebendes Kontextmenü das bisherige Überlaufmenü in der oberen App-Leiste. Es erscheint direkt neben der ausgewählten Nachricht und orientiert sich an der Darstellung auf iOS. Das Menü lässt sich in Einzelchats und Gruppen identisch aufrufen, indem Ihr eine Nachricht antippst und gehalten haltet. Die Verteilung erfolgt schrittweise in den kommenden Wochen.
Ebenfalls auf Android testet WhatsApp die Integration von Meta-One-Abonnements direkt in die App. Meta One bündelt kostenpflichtige Zusatzfunktionen aller Meta-Plattformen, darunter WhatsApp, Instagram, Facebook und Meta KI, in einem Angebot. Es gibt zwei Stufen: Meta One Plus für 6,99 Euro (6,99 US-Dollar) pro Monat und Meta One Premium für 20,99 Euro (20,99 US-Dollar) pro Monat. Beide Pakete enthalten WhatsApp Plus, das somit nicht separat gekauft werden muss. Die Abos sind optional und verändern die grundlegende Messenger-Nutzung nicht.
Mit der Beta-Version 2.26.23.11 für Android führt WhatsApp neue Animationen beim Versenden von Nachrichten ein. Die App blendet dabei die Nachricht aus dem Eingabefeld in den Chatverlauf ein, sodass sich die Sprechblase sichtbar in die Unterhaltung einfügt. Über die Einstellungen im Bereich Barrierefreiheit lassen sich diese Animationen steuern.
Im Hintergrund geht WhatsApp weiterhin gegen Angriffe durch Spyware-Anbieter vor. Das Unternehmen stellte Verstöße der NSO Group gegen eine dauerhafte gerichtliche Verfügung fest. Die Angriffe nutzten Phishing-Links und gefälschte Konten auf der Plattform, wurden jedoch erkannt und unterbunden. WhatsApp beantragte, die NSO Group wegen Missachtung des Gerichts zu belangen und veröffentlichte Indikatoren, mit denen alle Nutzer:innen prüfen können, ob sie auf irgendeiner Plattform ins Visier geraten sind. Zudem kündigte Will Cathcart die erste Spende an die „Spyware Accountability Initiative“ an. WhatsApp bekräftigt, dass persönliche Nachrichten und Anrufe weiterhin durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt sind.
Auf regulierungsrechtlicher Ebene verpflichtet die Europäische Kommission Meta dazu, konkurrierenden KI-Assistenten kostenlosen Zugriff auf die WhatsApp-Business-Schnittstelle zu gewähren. Meta hatte die Nutzungsbedingungen für die WhatsApp-Business-Lösung im Oktober 2025 geändert und damit Drittanbieter-KI von der Programmierschnittstelle ausgeschlossen. Nach einem Kartellverfahren verhängte die Kommission einstweilige Maßnahmen. Meta muss innerhalb von fünf Arbeitstagen kostenlosen Zugang zur WhatsApp-Business-API gewähren. Die Behörde sieht einen möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung, wenn Wettbewerber für den Zugang zahlen sollen, während Meta KI ihn kostenfrei nutzen kann.
