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Weltweiter Speichermangel: Smartphones und Macs bis 2027 unter Druck

Der weltweite Mangel an Speicherchips treibt seit Monaten die Preise für Smartphones und Laptops nach oben und dürfte laut einem Bericht von Nikkei bis 2027 anhalten. Der Ausbau von Produktionskapazitäten kommt nicht schnell genug voran, während die Nachfrage durch Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz stark steigt.

Speicherproduzenten verlagern Kapazitäten auf KI-Server

Große Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron konzentrieren sich zunehmend auf Hochbandbreitenspeicher für KI‑Server. Dadurch sinkt die Verfügbarkeit klassischer Speicherbausteine, die in Consumer‑Geräten wie Smartphones, Laptops und Desktop‑Rechnern eingesetzt werden. Laut dem Bericht decken die geplanten Produktionssteigerungen der führenden Hersteller nur rund 60 Prozent der Marktnachfrage.

Nach Berechnungen von Counterpoint Research müsste die Branche ihre Kapazitäten jährlich um etwa 12 Prozent ausbauen, um die Engpässe zu beseitigen. Aktuell liegen die Ausbaupläne aber nur bei rund 7,5 Prozent pro Jahr. Entsprechend ist nicht damit zu rechnen, dass sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage vor 2028 wieder einpendelt.

Hinzu kommen geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die Energie- und Materialkosten steigen lassen und damit zusätzliche Reibung in die Lieferketten bringen. Die drei führenden Speicheranbieter kontrollieren rund 90 Prozent des DRAM‑Marktes und priorisieren immer stärker Hochbandbreitenspeicher, um die wachsende Nachfrage aus KI‑Rechenzentren zu bedienen.

Deutliche Preissteigerungen bei Smartphones und PCs

Die Folge dieser Verlagerung sind deutlich gestiegene Preise für universell einsetzbaren Arbeitsspeicher, der in Smartphones und PCs genutzt wird. Bereits für das erste Quartal 2026 liegen die Vertragspreise laut Bericht etwa 90 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Das sorgt für ein schwieriges Umfeld im Markt für Endkundengeräte.

Speicher macht bislang rund 20 Prozent der Herstellungskosten eines Einstiegs‑Smartphones aus. Dieser Anteil soll bis Mitte 2026 auf nahezu 40 Prozent steigen. Das Marktforschungsunternehmen IDC erwartet deshalb in diesem Jahr einen Rückgang der weltweiten Smartphone‑Verkäufe um 13 Prozent, da die Profitabilität insbesondere für Marken im unteren Preissegment sinkt.

Auch der PC‑Markt steht unter Druck. Es gibt Warnungen, dass die Preise für Laptops deutlich steigen könnten, um die höheren Hardwarekosten auszugleichen. Hersteller geraten damit zusätzlich unter Zugzwang, ihre Modellpaletten und Preisstrategien anzupassen.

Apple profitiert von Marktmacht, Ausbau der Kapazitäten dauert

Apple scheint die Engpässe aus einer relativ starken Position heraus zu bewältigen. Der Konzern hat Samsung jüngst als größten Smartphone‑Anbieter der Welt abgelöst und profitiert von erheblicher Einkaufsmacht. Analyst:innen gehen davon aus, dass Apple bereit ist, niedrigere Bruttomargen in Kauf zu nehmen und die Preise für die kommende iPhone‑18‑Reihe stabil zu halten.

Ähnlich agiert Apple im Mac‑Bereich: Das Unternehmen hat kürzlich das MacBook Neo für 699 Euro vorgestellt, das auf wiederverwendeten A‑Serie‑Chips basiert. So lässt sich ein aggressiver Einstiegspreis in einem angespannten Komponentenmarkt realisieren.

Der Ausbau der Fertigungskapazitäten benötigt Zeit. Samsungs neuestes Werk in Südkorea soll 2026 den Betrieb aufnehmen, mit voller Massenproduktion aber frühestens 2027. SK Hynix beschleunigt den Bau einer neuen Fabrik, während Micron seine Werke in den USA, Japan und Taiwan erweitert. Ein großer Teil der zusätzlichen Produktion wird erst in der zweiten Hälfte 2027 oder später im Markt ankommen, zumal nach dem Start neuer Werke zunächst Ausbeute und Effizienz optimiert werden müssen.

Führungskräfte der Branche warnen zudem, dass die Engpässe bei KI‑fokussiertem Speicher bis zum Ende des Jahrzehnts anhalten könnten, weil die Nachfrage weiter schneller wächst als das Angebot.

Via: https://www.iClarified.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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