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Volkswagen stoppt ID.4-Produktion in den USA und setzt wieder stärker auf Benzin-SUVs

Volkswagen stellt die Produktion des vollelektrischen ID.4 im US-Werk Chattanooga ein und verlagert Kapazitäten auf volumenstarke Modelle wie den kommenden benzinbetriebenen Atlas-SUV. Für Euch in den USA bleibt der ID.4 vorerst noch verfügbar, solange Restbestände reichen.

ID.4 läuft aus, Atlas rückt in den Fokus

Volkswagen erklärte, dass Kund:innen in den USA den ID.4 weiter kaufen können, bis die vorhandenen Lagerbestände abverkauft sind. Der Konzern rechnet damit, dass diese Vorräte noch bis ins Jahr 2027 reichen. Parallel bereitet VW den Start des komplett neuen Atlas der zweiten Generation für das Modelljahr 2027 vor, der in Chattanooga gebaut werden soll.

Die Produktion des neuen Atlas soll bereits im Sommer anlaufen, die Auslieferung in den US-Autohäusern ist für den Herbst geplant. Der Fokus liegt laut Volkswagen auf Fahrzeugen mit hohen Stückzahlen, zu denen der Atlas gezählt wird. Damit verschiebt sich die Rolle des Werks Chattanooga innerhalb der US-Strategie weg von der Elektromobilität hin zu klassischen Verbrenner-SUVs.

Gemischte Bilanz für den ID.4 in den USA

Volkswagen gehört zu den etablierten Hersteller:innen, die ihre zuvor ambitionierten Pläne zur Umstellung von Verbrennern auf batterieelektrische Autos, Pick-ups und SUVs wieder zurückfahren. Zwar gab es einzelne Erfolgsmodelle, doch die Nachfrage blieb hinter den Prognosen der Branche zurück. Zusätzlich hat der Wegfall der staatlichen Steuergutschrift von 7.500 US‑Dollar (rund 6.900 Euro) im vergangenen Jahr die Nachfrage weiter geschwächt, insbesondere bei teureren Modellen.

Der ID.4 wurde seit 2020 als mittelpreisiges Elektro-SUV angeboten, mit einem Listenpreis von etwa 45.000 US‑Dollar (rund 41.400 Euro). Das Modell startete solide, kämpfte jedoch vor allem mit Softwareproblemen. Eine Modellüberarbeitung im Jahr 2023 brachte dem ID.4 einen spürbaren Aufschwung und steigende Verkaufszahlen.

Unterm Strich blieb die Bilanz aber durchwachsen: 2023 setzte VW in den USA mehr als 37.000 ID.4 ab, im Folgejahr brachen die Verkäufe dann um 55 Prozent ein. 2025 erholten sie sich wieder um 31 Prozent auf 22.373 Fahrzeuge, erreichten damit aber nicht das Niveau von zwei Jahren zuvor.

Weltweit meldete Volkswagen Anfang des Jahres, dass die Nachfrage nach Elektroautos stabil sei. 2025 lieferte der Konzern rund 382.000 vollelektrische Fahrzeuge aus, ein Rückgang von 0,2 Prozent. Diese globale Entwicklung reichte dennoch nicht aus, um die ID.4-Produktion im US-Werk aufrechtzuerhalten.

Werk Chattanooga bleibt strategisch wichtig

Volkswagen betonte, dass das Werk Chattanooga weiterhin eine zentrale Rolle in der US-Strategie spiele. Der Präsident und Geschäftsführer der Volkswagen Group of America, Kjell Gruner, bezeichnete den Standort als Eckpfeiler der Pläne des Konzerns in den Vereinigten Staaten. Künftig sollen dort neue Modelle entstehen, die speziell auf die Bedürfnisse US-amerikanischer Kund:innen zugeschnitten sind und zum neuen Fokus auf Fahrzeuge mit hohen Stückzahlen passen.

Eine Konzernsprecher:in erklärte gegenüber TechCrunch, dass es im Atlas-Bereich ausreichend Arbeitsplätze gibt, um Beschäftigte aus der ID.4-spezifischen Produktion zu übernehmen. Zusätzlich bietet das Unternehmen einigen Mitarbeitenden eine Frühverrentung mit Abfindung an.

Volkswagen kündigte an, eine zukünftige Version des ID.4 nach Nordamerika bringen zu wollen, nannte dazu aber weder einen Zeitplan noch Details. Sollte VW erneut ein Elektroauto für den US-Markt anbieten, wird es nach jetziger Lage wohl preislich attraktiv positioniert sein müssen. Aktuell konzentriert sich der Konzern in den USA jedoch auf konventionelle SUV-Modelle.

Via: https://techcrunch.com
Titelbild: Unsplash

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Michael Reimann

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