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Vier Jahrzehnte Apple und Intel: Vom Gegenspieler zum möglichen Partner

Intel iPhone Chips

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Apple und Intel verbindet weit mehr als ein paar spöttische Werbespots und der Prozessorwechsel von 2006. Über mehr als 40 Jahre war die Beziehung von Annäherung, Distanz und Neuaufbruch geprägt.

Mit Apple Silicon setzt Apple heute konsequent auf eigene Chips. Trotzdem könnte Intel erneut eine wichtige Rolle in der Mac-Welt spielen – wenn auch in ganz anderer Form als früher.

Frühe Experimente und gescheiterte Anläufe

Die Geschichte beginnt 1985, kurz nach dem Abgang von Steve Jobs. Damals gab es den Vorschlag, Apple vom Motorola-68000-Prozessor auf Intel-Chips umzustellen. Das Management lehnte ab, die Idee blieb jedoch im Hintergrund bestehen. Ein neuer Anlauf folgte bereits 1992, ausgelöst durch den Erfolg von Microsoft Windows 3.1, das für Apple und Novell zur ernsten Gefahr wurde.

Windows-Rechner waren für Unternehmen und Privatkund:innen günstiger als Macs und boten eine grafische WYSIWYG-Oberfläche, die den Umstieg von Setzmaschinen und Schreibmaschinen erleichterte. Novell wollte zunächst das grafische System GEM zu einem Windows-Konkurrenten ausbauen, stoppte das Projekt aber aus Angst vor Klagen durch Apple.

Daraufhin schlug Novell-Marketingchef Darrell Miller Apple-CEO John Sculley vor, das Mac-Betriebssystem auf Intels Architektur zu portieren. Sculley griff die Idee auf, da ein stärkeres Softwaregeschäft mit weniger teurer Hardware attraktiv klang. Am 14. Februar 1992 startete Apple das Projekt „Star Trek“ mit dem Ziel, das Mac-Betriebssystem auf Intels 486-Prozessor zu bringen. Selbst Intel-Chef Andy Grove zeigte Interesse, weil dies Microsofts Dominanz brechen könnte.

Die Entwickler:innen mussten große Teile des in 680×0-Assembler geschriebenen Systems neu umsetzen und das Mac-ROM softwareseitig nachbilden, um die hohen Kosten echter ROMs im PC-Bereich zu vermeiden. Bis Dezember 1992 lief eine funktionierende Demo, inklusive QuickDraw GX und QuickTime. Trotz des Erfolgs legte Apple das Projekt auf Eis, nachdem Michael Spindler Sculley als CEO abgelöst hatte und die Priorität auf System 7 legte. „Star Trek“ funktionierte – die Apple-Führung entschied sich trotzdem dagegen.

Vom PowerPC-Wechsel zum Intel-Mac

Mit der Übernahme von NeXT 1997 kehrte Steve Jobs zurück und Apple bekam NeXTSTEP als Basis für ein neues Betriebssystem. Jobs schlug Dell vor, Intel-PCs mit Mac-Betriebssystem zu verkaufen. Dell war bereit, eine Lizenzgebühr pro verkauftem Rechner zu zahlen, lehnte aber Jobs’ Forderung ab, für jeden PC sowohl Windows- als auch Mac-Lizenzen zu kaufen. Die Absage und das Ende der Clone-Programme führten zu einer Neuausrichtung des Mac-Portfolios, die 1998 in den farbigen iMacs mündete.

Parallel dazu arbeitete Apple weiter an Intel-Unterstützung. 2002 begannen Entwickler:innen mit Projekt „Marklar“, internen Mac-OS-X-Versionen für die x86-Architektur. Gleichzeitig verschärfte Intel seine Werbung, etwa mit den „Bunny People“ im Schutzanzug, die die Pentium-Reihe priesen. Apple konterte 1998 mit dem Spot „Toasted Bunny“ und dem „Intel-Schnecke“-Werbespot, in denen der Power Mac G3 als deutlich schneller als der Pentium II dargestellt wurde.

Im Juni 2005 folgte dann der offizielle Umschwung: Auf der WWDC kündigte Steve Jobs den Wechsel von PowerPC zu Intel an. Er begründete den Schritt mit Zweifeln an der PowerPC-Roadmap und lobte Intels zukünftige Produktplanung. Apple startete mit einem Entwickler-Übergangskit auf Intel-Basis und Mac OS X Tiger sowie der Übersetzungslösung Rosetta, mit der PowerPC-Programme ohne Neukompilierung auf Intel-Macs liefen.

Bis 2006 ersetzte Apple schrittweise seine Produktlinie durch Intel-Modelle, darunter iMac, MacBook Pro und Mac mini. Mit Boot Camp konnten Nutzer:innen ab April 2006 Windows auf Intel-Macs installieren. 2009 erschien Mac OS X Snow Leopard nur noch für Intel-Macs, 2011 entfernte Apple mit Mac OS X Lion Rosetta und zwang damit alle aktuellen Nutzer:innen endgültig auf die neue Architektur.

Krisen, Ablösung – und eine mögliche Rückkehr

In den folgenden Jahren profitierte Intel von Apples Mac-Portfolio und wurde durch Übernahmen wie die 1,4-Milliarden-US-Dollar- (rund 1,3 Milliarden Euro) Akquisition von Infineons Mobilfunksparte auch Zulieferer für das iPhone. Parallel traten aber Probleme bei Intel auf: Lieferprobleme bei Sandy-Bridge-Chips, hohe Leistungsaufnahme und Hitzeentwicklung sowie Verzögerungen bei 10-Nanometer-Prozessoren wie Cannon Lake, die Apples Mac-Pläne ausbremsten.

Ab 2011 kursierten erste Gerüchte, Apple könne langfristig von Intel zu ARM-basierten Prozessoren wechseln. Apples eigene A-Serie im iPhone beeindruckte, während Intel im Mobilbereich unter Druck geriet. Tim Cook deutete öffentlich an, dass ARM-Chips aus iPad und iPhone auch im Mac denkbar seien. Analyst:innen stuften einen Wechsel als langfristig unvermeidlich ein.

Intel versuchte zu beschwichtigen, sprach von einer starken Beziehung zu Apple und versprach Innovationen, wechselte aber von einer „Tick-Tock“- zu einer verlängerten „Tick-Tock-Tock“-Strategie. Verzögerungen, Sicherheitslücken in Prozessoren und Leistungseinbußen durch Betriebssystem-Patches ließen die Kritik wachsen. 2019 zeichnete sich der Wechsel zu ARM-Macs deutlich ab, Intel rechnete intern bereits mit Apple-Silicon-Macs ab 2020.

Gleichzeitig verkaufte Intel 2019 seine Modemsparte für 1 Milliarde US-Dollar (rund 920 Millionen Euro) an Apple, nachdem sich die eigenen Modems im iPhone nicht durchsetzen konnten. Apple stärkte damit seine Strategie, Schlüsselkomponenten selbst zu entwickeln. Auf der WWDC 2020 kündigte Apple schließlich Apple Silicon und eine zweijährige Umstellung an, inklusive Entwickler-Übergangskit mit A12Z-Chip und Rosetta 2 zur Ausführung von Intel-Software auf den neuen Macs. Der Mac Pro blieb der letzte Intel-Mac und wurde später durch ein kurzes Apple-Silicon-Modell ersetzt.

Intel reagierte unter CEO Pat Gelsinger offensiv, forderte intern bessere Chips als die eines „Lifestyle-Unternehmens in Cupertino“ und griff Apple Silicon in Werbematerial und Spots wie „Du bist nicht auf einem Mac“ an – unter anderem mit Justin Long. Gleichzeitig baute Intel ab 2021 mit Intel Foundry Services ein Fertigungsgeschäft für Fremdaufträge auf und investierte 20 Milliarden US-Dollar (rund 18,4 Milliarden Euro), um etwa Aufträge von Qualcomm und Amazon zu gewinnen. Öffentliche Sticheleien gingen mit der Bekundung einher, Apple als Kund:in zurückzugewinnen.

Ab 2025 tauchten Berichte über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen TSMC und Intel in den USA auf, inklusive Spekulationen, Intel könne künftig M‑7‑Chips für Macs oder A‑Serie-Chips fürs iPhone fertigen. Hintergrund ist die hohe Auslastung von Fertigern wie TSMC durch KI-Chip-Nachfrage, die Apples Produktionskapazitäten begrenzt. Anfang 2026 verdichteten sich die Hinweise, dass Apple ernsthaft prüft, eigene Chipdesigns von Intel in den USA herstellen zu lassen – unterstützt durch eine stärkere politische Förderung in den Vereinigten Staaten und eine 10‑Prozent-Beteiligung der US-Regierung an Intel für 9 Milliarden US-Dollar (rund 8,3 Milliarden Euro).

Damit steht Apple vor der Möglichkeit, wieder Intel-gefertigte Chips in Macs einzusetzen. Anders als früher würden sie diesmal jedoch nicht von Intel entworfen, sondern von Apple selbst.

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Mehr Informationen

Via: https://appleinsider.com

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Tags: PowerPC, Arm, Apple Silicon, Foundry, Prozessorwechsel, Apple, Mac, Intel, TSMC, Geschichte

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