In Los Angeles läuft ein Verfahren, das für große Online-Plattformen weitreichende Folgen haben könnte. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, Dienste wie Instagram und Youtube machten gezielt süchtig.
Adam Mosseri, Chef des Online-Dienstes Instagram, hat im Gerichtssaal das Suchtpotenzial sozialer Medien zurückgewiesen. Nutzer:innen könnten zwar ähnlich wie bei einer Fernsehserie stark gefesselt sein, seien aber nicht „klinisch süchtig“, zitierte ihn die „New York Times“ aus seiner Aussage vor Gericht in Los Angeles. Der Prozess dreht sich um die Frage, ob Online-Dienste wie Instagram und Youtube ihre Angebote so gestalten, dass Nutzer:innen abhängig werden.
Instagram ist eine Foto- und Video-App und gehört zum Facebook-Konzern Meta. Geklagt hat eine heute 20-jährige Frau, die im Verfahren nur unter den Initialen KGM auftritt. Sie wirft mehreren Online-Plattformen vor, ihre Dienste bewusst auf Suchtwirkung ausgelegt zu haben. Als Beispiel nennt die Klage Funktionen, mit denen sich Inhalte endlos weiterscrollen lassen.
Die Klägerin gibt an, bereits als Kind mit der Nutzung der Plattformen begonnen zu haben. Ihre Depressionen und Angstzustände führt sie auf den intensiven Gebrauch der Dienste zurück. Der Ausgang des Verfahrens könnte richtungsweisend für Hunderte weiterer ähnlicher Klagen in den USA werden.
Meta weist die Vorwürfe entschieden zurück. Die Geschworenen müssten klären, ob Instagram ein wesentlicher Faktor für die psychischen Probleme der Klägerin gewesen sei, erklärte der Konzern in einer Stellungnahme. Laut Meta werde das vorgelegte Beweismaterial zeigen, dass KGM schon lange vor der Nutzung sozialer Medien unter erheblichen und schwierigen Herausforderungen gelitten habe.
Bereits zum Prozessauftakt hatten Meta-Anwält:innen argumentiert, die psychischen Probleme der Klägerin seien vor allem auf Misshandlungen und instabile familiäre Verhältnisse zurückzuführen. Zugleich verweist der Konzern auf eine Reihe von Schutzfunktionen, die über die Jahre eingeführt wurden. Dazu zählen spezielle Konten für Teenager sowie Kontroll- und Aufsichtsmöglichkeiten für Eltern.
Für den kommenden Mittwoch ist die Aussage von Facebook-Gründer und Meta-Chef Mark Zuckerberg vor Gericht geplant. Seine Befragung dürfte eine zentrale Rolle für die weitere Bewertung der Verantwortung des Konzerns spielen.
Auch die Google-Tochter Youtube ist in das Verfahren einbezogen. Ein Anwalt der Videoplattform wies am Dienstag die Vorwürfe gegen den Dienst zurück. Die Klägerin sei nicht süchtig nach Youtube, zudem zähle die Plattform nicht zu den sozialen Netzwerken, sondern eher zu Streaming-Diensten wie Disney+ oder Netflix, zitierten Medien den Juristen.
Nach Angaben des Anwalts gebe es keine Hinweise auf einen exzessiven Konsum von Youtube-Inhalten durch KGM. Zwischen 2020 und 2024 habe sie die Plattform im Durchschnitt 29 Minuten pro Tag genutzt, berichtete die Website „Courthouse News Service“ unter Berufung auf seine Ausführungen.
Die Klägerin hatte ursprünglich auch gegen Snapchat und Tiktok geklagt. Die Betreiber der beiden Apps entschieden sich jedoch, noch vor Prozessbeginn einen Vergleich zu schließen. Finanzielle Details dieser Einigungen wurden nicht veröffentlicht.
Via: https://www.ad-hoc-news.de
Den Beitrag in unserem Forum kommentieren
Ein Flüssigkeitsschaden kann auch dann noch entstehen, wenn die Oberfläche längst trocken ist. Schaltet Euren Mac deshalb sofort aus und…
Apple hat mit dem Test von iOS 27.3 begonnen. Das Update ergänzt neue Funktionen für Safari, Siri und die Health-App…
Apple Fitness+ soll mit Gym Strength individuelle Kraftpläne fürs Fitnessstudio anbieten. Zugleich zeigen Gesundheitsberichte, dass gezielte Gewichtsabnahme das Risiko für…
Apple öffnet Siri AI für Entwickler:innen. Zugleich rücken neue KI-Funktionen für die Apple Watch in den Blick, weil sie auf…
Die 10 stärksten Apple-Angebote am 04.11.2026 im Überblick — darunter 3 neue Bestpreise.
WhatsApp führt eine Funktion ein, die Euch beim Öffnen eines Chats aktuelle Fotos und Videos aus der Galerie vorschlägt. Der…
Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
Mehr lesen