Der US-Handelsminister Howard Lutnick hat Apple davor gewarnt, Mac-Arbeitsspeicher von chinesischen Herstellern zu beziehen. Hintergrund ist Apples Versuch, die anhaltende globale Chip-Knappheit mit Komponenten des umstrittenen Anbieters CXMT abzufedern.
Politischer Druck auf Apples Beschaffungspläne
Apple testet derzeit Speicherchips von CXMT, um Engpässe und hohe Preise auf dem weltweiten Speichermarkt zu umgehen. Dieser Schritt ist politisch brisant und hat nun eine deutliche Reaktion aus Washington ausgelöst.
Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ warnte Handelsminister Howard Lutnick nach einem Rundgang durch das neue Apple Advanced Manufacturing Center in Houston öffentlich vor dem Kauf chinesischer Speicherchips. Wörtlich sagte er: „Die Trump-Regierung ist nicht dafür.“
Lutnick betonte, es müsse andere Wege geben, das Problem zu lösen, und ergänzte: „Es sind nicht großartige amerikanische Unternehmen, die chinesischen Speicher verwenden.“ Auf die Frage, ob diese Botschaft Apple klar übermittelt worden sei, antwortete er kurz und eindeutig: „Eindeutig.“
Blacklist, Entity List und Risiken für die Lieferkette
Kern der Auseinandersetzung ist der Status von CXMT auf der sogenannten Chinese Military Company Blacklist, auch 1260H-Liste genannt. Auf dieser Liste führt das US-Verteidigungsministerium Unternehmen, denen Verbindungen zur Volksbefreiungsarmee und ein mögliches Risiko für die nationale Sicherheit der USA zugeschrieben werden.
Der Eintrag auf der 1260H-Liste verbietet Apple zwar nicht, Chips von CXMT zu kaufen, hätte aber Folgen für den Absatz. Das Verteidigungsministerium darf keine Verträge mit gelisteten Firmen schließen und auch keine Produkte oder Dienstleistungen von Drittanbietern nutzen, die Komponenten dieser Unternehmen enthalten.
Zusätzlich gibt es Spekulationen darüber, dass CXMT auf die „Entity List“ gesetzt werden könnte. Ein solcher Schritt würde den Handel mit dem Unternehmen vollständig blockieren. Selbst wenn Apple sich also jetzt für CXMT als Lieferant entschiede und die Konsequenzen der 1260H-Liste in Kauf nähme, könnte eine spätere Aufnahme auf die Entity List die Lieferkette abrupt kappen und Apple wieder an den Ausgangspunkt zurückwerfen.
Widerstand aus Politik und Industrie
Apple hatte am 27. Juni bei der Trump-Regierung beantragt, Mac-RAM-Chips von CXMT beziehen zu dürfen. Seitdem hat das Unternehmen Speicherbausteine gesichert und intensiv getestet. Parallel dazu wächst jedoch der Widerstand gegen dieses Vorhaben.
Der US-Speicherhersteller Micron lobbyierte im Juli im Weißen Haus gegen eine mögliche Ausnahmegenehmigung für Apple. Micron argumentierte, eine Freigabe für den Bezug von Komponenten von auf schwarzen Listen stehenden chinesischen Firmen wäre für die US-Tech-Fertigung äußerst schädlich und würde eine ähnliche Entwicklung wie beim Niedergang der US-Stahl- und anderen Industrien durch chinesische Konkurrenz befeuern.
Auch aus dem Kongress kommt Kritik. Der republikanische Vorsitzende des House China Committee, John Moolenaar, nannte es bereits im Juni einen „schweren Fehler“, wenn Apple einen entsprechenden Deal eingehen würde. Im Juli erhielt Apple zudem einen Brief von US-Senator:innen, die den Konzern aufforderten, sich von den Plänen zu distanzieren.
Auf Seiten von CXMT ist der Konflikt ebenfalls nicht beigelegt. Der Hersteller hat eine von Apple geforderte Preisreduktion abgelehnt und verlangt denselben Preis, den Apple für Speicher von Samsung zahlt. Damit schwindet für Apple ein möglicher Kostenvorteil einer neuen Bezugsquelle.
Gleichzeitig kann Apple auf eine aus Unternehmenssicht inkonsistente Behandlung durch die US-Regierung verweisen: Am 10. August wurde bekannt, dass die Konkurrenten HP und Acer bereits CXMT-Speicher in Geräten einsetzen, die außerhalb der USA verkauft werden – ohne erkennbare Strafmaßnahmen und ohne dass bekannt wäre, ob sie zuvor eine Genehmigung eingeholt haben.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine automatisch erstellte Zusammenfassung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Eine redaktionelle Prüfung fand nicht statt.
Via: appleinsider.com
