Apple könnte seinen Status als wichtigster Kunde von TSMC verlieren, obwohl der Konzern angeblich mehr als die Hälfte der ersten 2‑nm-Kapazität gesichert hat. Laut einem Bericht soll der Chipfertiger Apple künftig keine bevorzugten Lieferungen mehr einräumen.
Apple verliert Spitzenposition bei TSMC an KI-Kund:innen
Apple wird voraussichtlich nicht länger der größte Umsatztreiber für TSMC sein. Ein großer Teil der 2‑nm-Wafer ist zwar angeblich für die Chips A20 und A20 Pro vorgesehen, die in der kommenden iPhone‑18‑Reihe zum Einsatz kommen sollen. Dennoch sorgt der KI-Boom dafür, dass andere Kund:innen wichtiger für den Foundry-Partner werden.
Bisher galt die Zusammenarbeit von Apple und TSMC als bevorzugte Partnerschaft. Apple hat wiederholt einen erheblichen Anteil zum Umsatz des Halbleiterunternehmens beigetragen. Berichte über eine geheime Vereinbarung, nach der Apple nur für „gute“ Wafer zahlt, wurden von Analyst Ming-Chi Kuo allerdings zurückgewiesen. Er stellte klar, dass TSMC die Kosten für fehlerhafte Wafer nicht für Apple übernimmt.
Trotzdem wird weiterhin vermutet, dass Apple bevorzugten Zugriff auf modernste Fertigungstechnologien von TSMC erhält. 2024 soll Apple noch für 24 Prozent des Jahresumsatzes von TSMC verantwortlich gewesen sein. Ab 2025 übernimmt jedoch NVIDIA diese Rolle und wird zum größten Kunden.
Bericht: TSMC-Chef fordert größte Preiserhöhung seit Jahren
Nach Angaben des Weibo-Tippers „Fixed-focus digital cameras“ soll TSMC-CEO C.C. Wei Apple in dessen Zentrale besucht haben. Bei diesem Treffen habe Wei die „größte Preiserhöhung der letzten Jahre“ gefordert. Hintergrund ist die stark gestiegene Nachfrage nach 2‑nm-Wafern, die zu einer angespannten Versorgungslage führt.
TSMC soll deshalb gezwungen sein, die Preise für seine fortschrittlichen Fertigungsprozesse ab 2026 vier Jahre in Folge anzuheben. Die Preiserhöhungen richten sich nicht ausschließlich an Apple. Dennoch deutet die Einschätzung, dass Apples A20-Systemchip auf rund 280 US‑Dollar (ca. 257 Euro) pro Stück kommen könnte, darauf hin, dass die neuen Preisstrukturen bereits greifen.
Zudem heißt es, der 2‑nm-Prozess weise 1,5‑mal so viele Tape-outs wie der 3‑nm-Knoten auf. Das zeigt, dass neben Apple auch andere große Kund:innen wie Qualcomm und MediaTek verstärkt auf diese Technologie setzen und den Druck auf die Kapazitäten erhöhen.
NVIDIA überholt Apple – KI treibt TSMC-Investitionen
Am Ende seines Beitrags schreibt der Weibo-Tipper, NVIDIA sei inzwischen der größte Kunde von TSMC und stehe für 13 Prozent des Gesamtumsatzes. Damit verlagert sich der Schwerpunkt der Einnahmen weg von Smartphone-SoCs hin zu KI-Hardware.
Sollte die KI-Blase in Zukunft platzen, könnte TSMC Apple möglicherweise wieder mehr entgegenkommen. Derzeit rechnet das Unternehmen jedoch offenbar nicht damit. Aufgrund des KI-Booms plant TSMC für dieses Jahr Kapitalausgaben in einer Größenordnung von 52 bis 56 Milliarden US‑Dollar (ca. 47 bis 51 Milliarden Euro), ein neuer Höchstwert.
Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, dass Apple seine bisherige bevorzugte Stellung bei TSMC verliert, während KI-Kund:innen wie NVIDIA an Bedeutung gewinnen.
Via: https://wccftech.com
Titelbild: KI (Zur Illustration)
