Der Oberste Gerichtshof der USA hat Apple in seinem Gebührenstreit mit Epic Games eine eintägige Atempause verschafft. In dieser Zeit muss Apple noch keine neuen App‑Store-Gebühren für Web-Verlinkungen vorlegen.
Ein‑Tages-Aufschub durch den Supreme Court
Die Richterin Elena Kagan gewährte Apple einen Aufschub von 24 Stunden. In diesem Zeitraum muss Apple nicht darlegen, welche Gebühren es Entwickler:innen bei Verlinkungen auf Kaufoptionen im Web erheben will.
Zuvor hatte das Bundesbezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien Apples Antrag auf Aufschub abgelehnt und dem Unternehmen 24 Stunden Zeit gegeben, seinen Gebührenvorschlag einzureichen. Apple reagierte mit einem Eilantrag an den Supreme Court und argumentierte, die Berechnung der Gebühren solle ruhen, bis die Richter:innen den Fall anhören und über das Missachtungsurteil entscheiden. Fiele dieses Urteil, wären weitere Gebührenverhandlungen überflüssig.
Laut Bloomberg dient der kurze Aufschub dazu, dem höchsten US-Gericht mehr Zeit für die Prüfung von Apples Antrag zu verschaffen. Ohne diese Pause hätte Apple seine Gebührentabellen bis Mittwoch, 17:00 Uhr Ostküstenzeit, beim Gericht einreichen müssen. Nun läuft die Frist bis Donnerstag, 17:00 Uhr, sofern der Supreme Court Apple keine längere Frist einräumt. Kagan hatte einen ähnlichen Antrag bereits Anfang des Jahres abgelehnt.
Hintergrund: Langjähriger Konflikt mit Epic Games
Der Streit über die Gebühren ist Teil eines laufenden Konflikts mit Epic Games, der 2020 begonnen hat. Apple gewann die erste Runde und wurde nicht als Monopolist eingestuft, musste aber seine sogenannten Anti-Steering-Regeln anpassen.
Die Gerichte verpflichteten Apple, Entwickler:innen zu erlauben, aus Apps heraus auf Kaufoptionen außerhalb des App Stores zu verlinken. Apple passte die Regeln an, führte jedoch Gebühren ein, die nahezu den üblichen App‑Store-Abgaben entsprachen.
Epic Games warf Apple daraufhin vor, die gerichtliche Verfügung zu verletzen. Das Gericht folgte dieser Sichtweise, stellte eine vorsätzliche Missachtung des ursprünglichen Urteils fest und untersagte Apple, in den USA Gebühren auf solche Links im App Store zu erheben.
Was der Supreme Court jetzt entscheiden soll
Ein Berufungsgericht bestätigte zwar die Missachtungsentscheidung, erklärte aber zugleich, Apple habe Anspruch auf angemessene Gebühren für sein geistiges Eigentum. Der Fall ging zurück an das Bezirksgericht, das nun bestimmen soll, wie hoch eine angemessene Gebühr sein könnte.
Apple legte dagegen Beschwerde beim Supreme Court ein, der sich zur Anhörung des Falls bereiterklärte. Apple möchte erreichen, dass das Missachtungsurteil aufgehoben wird. Damit würden sowohl das Verbot zur Gebührenerhebung als auch die darauf aufbauende Berufungsgerichtsentscheidung zur Ermittlung angemessener Gebühren hinfällig.
Das Unternehmen argumentiert, weltweit beobachteten Aufsichtsbehörden, welchen Satz ein US-Gericht als angemessen einstufe. Selbst wenn das Missachtungsurteil später aufgehoben würde, setzten die laufenden Gebührenermittlungen einen Referenzwert.
Apple erhebt seit April 2025 keine Gebühren mehr für aus Apps herausführende Links in den USA. Das Unternehmen nimmt derzeit lieber keine Einnahmen aus diesen Verlinkungen ein, als dass ein Gericht vor Abschluss aller Rechtsmittel einen verbindlichen Gebührensatz festlegt.
