Südkorea plant einen massiven Ausbau seiner Speicherchip-Industrie. Ein neues Bündnis aus Staat und Wirtschaft soll die Produktion innerhalb von fünf Jahren verdoppeln.
Öffentlich-private Partnerschaft mit gigantischem Investitionsvolumen
Das südkoreanische Ministerium für Handel, Industrie und Energie hat eine öffentlich-private Initiative angekündigt, die den Bau neuer Speicherchip-Fabriken im Südwesten des Landes vorsieht. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, sollen dafür 520 Milliarden US‑Dollar (rund 485 Milliarden Euro) bereitgestellt werden.
In einer gemeinsamen Erklärung gaben die Spitzen von Samsung und Hynix zusammen mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung bekannt, dass das Land seine Speicherproduktion in den kommenden fünf Jahren verdoppeln will. Die Unternehmen planen, in der Region Gwangju vier bis fünf neue Fabriken zu errichten.
Samsung will darüber hinaus Chip-Gehäuse- und Verpackungswerke in der Provinz Süd-Chungcheong aufbauen. Hynix beabsichtigt, seine NAND-Werke in der Provinz Nord-Chungcheong zu erweitern. Laut der Zeitung The Korea Economic Daily sollen die Unternehmen zudem zehnjährige Investitionspläne im Umfang von 1,4 Billionen US‑Dollar (rund 1,3 Billionen Euro) vorstellen.
Drei Großprojekte für einen „großen Sprung nach vorn“
Das Büro von Präsident Lee bezeichnet die Initiative als „Drei Megaprojekte für den großen Sprung nach vorn“. In einem Beitrag auf der Plattform X ordnete Lee das Vorhaben in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ein. Er sprach von einer Geschichte „strahlender Erfolge“, die zugleich von „schweren Ungleichgewichten und Diskriminierungen“ begleitet worden sei.
Nun sei es an der Zeit, dass alle Kräfte zusammenarbeiten und „ihre Weisheit in großem Maßstab bündeln“, um nationale Überlebensziele zu erreichen. Dazu zählt Lee insbesondere den Abbau der starken Konzentration im Hauptstadtgebiet sowie die Förderung einer ausgewogeneren nationalen Entwicklung.
Einordnung und Hintergründe zur Halbleiterbranche
Die nun vorgestellten Pläne unterstreichen die Rolle Südkoreas als zentralen Standort der globalen Speicherchip-Industrie. Samsung und Hynix gehören zu den größten Speicherherstellern der Welt und sind wichtige Zulieferer für zahlreiche Elektronikunternehmen, darunter auch Hersteller von Smartphones, Computern und Servern.
Die neue Initiative zielt darauf ab, die Fertigungskapazitäten regional breiter zu verteilen und zugleich langfristige Investitionssicherheit für die Branche zu schaffen. Konkrete technische Details zu den geplanten Werken, etwa zu Prozessknoten oder Produktionsvolumina, wurden in der Ankündigung nicht genannt.
Die Tatsache, dass die Investitionszusagen über einen Zeitraum von zehn Jahren geplant sind, deutet auf einen langfristig angelegten Ausbau der Infrastruktur für die Speicherproduktion hin. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl der Aufbau neuer Fabs als auch die Erweiterung bestehender Standorte in verschiedenen Provinzen.
