Google hat überraschend bekannt gegeben, dass der Dateiübertragungsdienst “Quick Share” auf Pixel-10-Smartphones mit Apples AirDrop zusammenarbeitet. Die Umsetzung erfolgte offenbar eigenständig – Apple war an der Entwicklung nicht beteiligt.
Googles Quick Share funktioniert mit iPhones
Google hat angekündigt, dass Benutzer:innen von Pixel-10-Smartphones Dateien direkt an iPhones per AirDrop senden können – eine Neuheit im Bereich der plattformübergreifenden Datenübertragung. Das Unternehmen betont, dass diese Lösung komplett unabhängig von Apple entwickelt wurde. In einer Stellungnahme gegenüber Android Authority teilte Google mit, dass Quick Share zu AirDrop durch eine eigene Implementierung realisiert wurde. Diese wurde laut Google von internen Teams für Datenschutz und Sicherheit geprüft sowie zusätzlich von einem unabhängigen Sicherheitsunternehmen getestet.
Überraschung für Apple – keine Zusammenarbeit
Im Gegensatz zu früheren Kooperationen zwischen Apple und Google für Funktionen wie SMS-Nachrichtenstandard RCS oder Schutz vor unerkannten Trackern war Apple diesmal offenbar nicht eingebunden. Es gibt aktuell keine Hinweise, dass Apple die neue Funktion vorher kannte oder daran mitgearbeitet hat; das Unternehmen äußerte sich bislang nicht zu der Entwicklung. In der Vergangenheit hat Apple häufiger Drittanbieter-Lösungen für Schnittstellen zwischen iPhone und Android blockiert – so zum Beispiel den Versuch des Anbieters Beeper, iMessage-Nachrichten auch für Android verfügbar zu machen. Damals konnte Apple die Funktion über technische Maßnahmen abschalten.
Regulatorischer Druck könnte Apples Entscheidung beeinflussen
Google ist ein deutlich größeres Unternehmen als Beeper und hat die Funktion öffentlich und transparent vorgestellt. Aufgrund der aktuellen Debatte um Marktmacht und regulatorische Maßnahmen für Tech-Konzerne könnte Apple diesmal vorsichtiger agieren, um keine zusätzlichen Konflikte auszulösen. Zusätzlich hat Google technische Details bekannt gegeben: Die Schnittstelle zwischen Quick Share und AirDrop wurde in der Programmiersprache Rust entwickelt. Das von Google beauftragte Sicherheitsunternehmen hat den Übertragungsprozess geprüft; Details dazu veröffentlichte Google in einem eigenen Blogeintrag, während eine Stellungnahme von Apple weiterhin aussteht.
Trotz mehrfacher gemeinsamer Projekte zwischen den beiden Unternehmen – etwa bei der Nachrichtenübertragung über RCS, bei Warnungen vor unerkannten Trackern oder bei SIM-Übertragungen – ist noch unklar, wie Apple diesmal reagieren wird.