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So viele Passwörter verwaltet eine Person im Durchschnitt wirklich

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Wie viele Passwörter verwaltet Ihr im Alltag – und wie viele davon sind wirklich noch nötig? Eine aktuelle Untersuchung von NordPass zeigt eine überraschende Entwicklung.

Von 80 auf 170 Passwörter – und dann der Rückgang

NordPass hat im Februar 2020 erstmals untersucht, wie viele Passwörter Nutzer:innen im Schnitt verwenden. Damals kam die Studie kurz vor Beginn der COVID‑19‑Pandemie auf rund 80 Passwörter pro Person. Eine Nachbefragung im Oktober 2020, also acht Monate nach Pandemiebeginn, zeigte bereits mehr Passwort‑Wiederverwendung. Viele Menschen blieben zu Hause und verlagerten Einkäufe, Freizeit und Arzttermine ins Netz. Der Durchschnitt stieg um 25 Prozent auf 100 Passwörter, ein Wert, der lange als Referenz diente.

Im Jahr 2024 erreichte die Zahl dann einen Höchststand: durchschnittlich fast 170 Passwörter pro Person. In derselben Untersuchung wurde erstmals getrennt erfasst, wie viele Passwörter beruflich genutzt werden. Hier ergab sich ein Mittelwert von 87 geschäftlichen Zugangsdaten.

2026 kam es zu einer unerwarteten Kehrtwende. Statt weiter anzusteigen, gingen die Zahlen deutlich zurück. Laut den aktuellen Daten verwaltet eine durchschnittliche Person heute etwa 120 private und 67 berufliche Passwörter. Die quantitative Erhebung von NordPass fand vom 4. bis 15. April 2026 statt und umfasste 1.509 NordPass‑Nutzer:innen.

Bequemlichkeit, neue Login‑Methoden und veränderte Gewohnheiten

Cybersecurity‑Expert:innen überraschte das Ergebnis, dennoch gibt es Erklärungsansätze. Laut Karolis Arbaciauskas, Leiter Produkt bei NordPass, setzen Nutzer:innen bei neuen Diensten verstärkt auf Bequemlichkeit. Viele greifen beim Anmelden auf Einmalanmeldung mit Google‑, Apple‑ oder Facebook‑Konten zurück und müssen dadurch keine zusätzlichen Passwörter mehr anlegen.

Ein weiterer Grund für den Rückgang ist die zunehmende Nutzung und Bewerbung von Passwort‑Alternativen. Immer mehr Nutzer:innen setzen auf Zugangsschlüssel, Gesichtserkennung und WebAuthn, insbesondere auf mobilen Geräten. Das deutet auf ein wachsendes Bewusstsein für sichere Alternativen hin. Statt für jeden Dienst ein neues Passwort zu erstellen, entscheiden sich viele für biometrische Verfahren, um ihre Identität beim Login zu bestätigen und den Anmeldeprozess zu vereinfachen, ohne auf Kontosicherheit zu verzichten.

Der Rückgang der Passwortanzahl wird von NordPass positiv bewertet. Ziel ist es, Nutzer:innen über passwortlose Anmeldemethoden aufzuklären, die ein Sicherheitsniveau wie klassische Passwörter bieten, ohne dass Ihr Euch diese merken oder auseinanderhalten müsst.

Risiken durch zu viele Konten – und wie Ihr sie besser verwaltet

Wer sehr viele Passwörter verwaltet, neigt zur Wiederverwendung oder zu nur leicht abgewandelten Varianten, etwa durch das Austauschen einzelner Zeichen. Das ist riskant: Wird ein Konto kompromittiert, geraten andere mit demselben oder ähnlichen Passwort ebenfalls in Gefahr. Passwortmanager lösen dieses Problem, indem sie Anmeldedaten erzeugen, speichern und automatisch ausfüllen, sodass alle Passwörter stark und einzigartig bleiben.

Auch ruhende, verlassene oder vergessene Konten auf selten genutzten Plattformen mit schwächerer Sicherheit sind ein Problem. Sie sind ein lohnendes Ziel für Cyberkriminelle, und Betroffene übersehen mögliche Datenleck‑Benachrichtigungen leicht. Hier setzen Werkzeuge wie der Datenleck‑Scanner an. Sie durchsuchen Internet und Darknet nach Euren Zugangsdaten und warnen Euch, wenn diese in einem Datenleck auftauchen, sodass Ihr auch vergessene Konten besser absichern könnt.

Arbaciauskas empfiehlt persönlich, Passwörter durch Zugangsschlüssel (Passkeys) zu ersetzen. Aus seiner Sicht sind sie derzeit das sicherste und komfortabelste Authentifizierungs‑ und Login‑Werkzeug am Markt. Gleichzeitig mahnt er zur Vorsicht bei der Interpretation der Zahlen. Zwar sinkt die durchschnittliche Zahl individueller Passwörter, doch die Gesamtzahl der Konten und Anmeldedaten wächst weiter.

Was könnt Ihr konkret tun, um Konten einfacher zu handhaben? Deaktiviert ungenutzte Konten, wenn Ihr sicher seid, dass Ihr sie nicht mehr braucht, und reduziert so Euren Passwortbestand. Richtet einen Passwortmanager ein, um verbleibende Konten komfortabel und sicher zu verwalten, starke Passwörter zu generieren und sie automatisch ausfüllen zu lassen. Aktualisiert Eure Zugangsdaten regelmäßig, um das Risiko durch alte Passwörter zu verringern, und achtet darauf, dass alle Passwörter lang und komplex sind.

Darüber hinaus solltet Ihr Datenleck‑Scanner nutzen, um bei kompromittierten Zugangsdaten frühzeitig gewarnt zu werden, und Zwei‑Faktor‑Authentifizierung aktivieren, um ein zusätzliches Schutzschild vor unbefugtem Zugriff aufzubauen. Wo immer es möglich ist, lohnt sich der Umstieg auf passwortlose Lösungen wie Passkeys, die kryptografische Schlüssel mit biometrischer Verifizierung kombinieren. Apfeltalk bietet in seinem Forum auch die Möglichkeit der Passkey-Nutzung an.

Via: https://nordpass.com

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Tags: Zwei-Faktor-Authentifizierung, Datensicherheit, Passwörter, Passwortmanager, Cybersecurity, NordPass, Zugangsschlüssel

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