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So prüft ihr, was ChatGPT über euch weiß – und schützt eure Daten

Wer ChatGPT regelmäßig nutzt, teilt dabei oft mehr Persönliches, als geplant war. Mit ein paar Einstellungen könnt ihr kontrollieren, wie viele Daten der Dienst über euch speichert.

Warum ihr eure ChatGPT-Daten im Blick behalten solltet

Schätzungsweise 900 Millionen Menschen nutzen ChatGPT jede Woche. Für viele gehört der Chatbot zum Alltag, etwa für die Arbeit, fürs Kochen oder bei Konflikten mit Freund:innen und Familie.

Je mehr Themen ihr mit ChatGPT besprecht, desto wichtiger wird die Frage, welche persönlichen Informationen ihr dabei preisgebt. Sensible Finanzdaten solltet ihr ohnehin nicht teilen, aber auch andere Angaben über euch können schützenswert sein.

Fachleute für Datenschutz warnen davor, zu offen mit Chatbots zu sprechen. Unklar ist, wie persönliche Daten künftig verwendet werden könnten, egal ob sie sensibel oder scheinbar harmlos sind. Manche befürchten etwa Einsatzszenarien in umfassenden Überwachungssystemen oder andere Nutzungen, die euch später benachteiligen könnten. Diese Unsicherheit gilt vielen schon als Grund, vorsichtig zu sein.

Die folgenden fünf Schritte helfen euch, die Menge an persönlichen Informationen zu begrenzen, die ChatGPT über euren privaten Account verwaltet.

Einstellungen für Training, Chats und Erinnerungen

Ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit: Ihr könnt verhindern, dass OpenAI eure Inhalte zum Trainieren seiner Modelle nutzt. Sicherheitsexpert:innen sehen das Risiko, dass in Modellen gespeicherte Daten später auf unvorhersehbare Weise eingesetzt werden.

Dazu geht ihr in die Einstellungen und wählt „Datenkontrollen“ und dann „Modell für alle verbessern“. Dort schaltet ihr die Schalter aus und bestätigt mit „Fertig“.

Alternativ nutzt ihr das Datenschutz-Portal von OpenAI unter „Datenschutzanfrage stellen“. Wählt „Ich habe ein privates ChatGPT-Konto“ und danach „Meine Inhalte nicht zum Training verwenden“. Eventuell müsst ihr euch anmelden, anschließend könnt ihr die Anfrage absenden. Diese Einstellung gilt nur für künftige Daten in ChatGPT.

Ihr könnt außerdem alte Chats löschen, um bereits geteilte Informationen zu reduzieren. Entweder entfernt ihr alle Unterhaltungen über Einstellungen > Datenkontrollen > Alle Chats löschen. Oder ihr löscht einzelne Chats in der linken Seitenleiste über das Dreipunkt-Menü neben dem jeweiligen Titel.

Laut OpenAI verschwinden die Unterhaltungen sofort aus eurer Ansicht, können aber bis zu 30 Tage im System verbleiben. Ausnahmen gelten, wenn Daten aus Sicherheits- oder Rechtsgründen aufbewahrt werden müssen oder bereits anonymisiert und von eurem Konto getrennt wurden.

Wenn ihr nicht ständig manuell löschen möchtet, könnt ihr temporäre Chats verwenden. Diese tauchen nicht im Verlauf auf, greifen nicht auf frühere Unterhaltungen oder Erinnerungen zu und werden nicht fürs Training genutzt. Laut OpenAI kann eine Kopie aber ebenfalls bis zu 30 Tage gespeichert werden. Einen temporären Chat startet ihr über die Schaltfläche „Temporär“ unten rechts in einem neuen Chatfenster. Die Nutzung kann das Erlebnis weniger personalisiert machen, da ChatGPT keine neuen, langfristig nutzbaren Informationen über euch erhält.

Zusätzlich lassen sich Erinnerungen verwalten, in denen ChatGPT bestimmte Details über euch dauerhaft speichert, etwa Haustiere oder Ernährungsweisen. Ihr findet die Optionen unter Einstellungen > Personalisierung und klickt dort auf „Verwalten“ neben „Erinnerung“. In der Liste könnt ihr einzelne Einträge oder alle Erinnerungen löschen. Außerdem lassen sich die Schalter für „Gespeicherte Erinnerungen verwenden“ und „Chatverlauf verwenden“ deaktivieren. OpenAI kann Protokolle dieser Erinnerungen bis zu 30 Tage aufbewahren.

Account löschen und Wissen von ChatGPT abfragen

Als radikale Maßnahme könnt ihr euer Konto komplett löschen. Diese Entscheidung ist dauerhaft, ihr solltet sie also gut abwägen. Im Datenschutz-Portal von OpenAI wählt ihr dafür „Datenschutzanfrage stellen“, anschließend „Ich habe ein privates ChatGPT-Konto“ und dann „Mein ChatGPT-Konto löschen“.

Alternativ löscht ihr den Account direkt in ChatGPT über Einstellungen > Konto und dort „Löschen“ unter „Konto löschen“. Laut OpenAI müsst ihr euch dafür innerhalb der letzten zehn Minuten angemeldet haben, sonst ist eine erneute Anmeldung nötig. Danach gebt ihr eure E-Mail-Adresse und das Wort „LÖSCHEN“ ein, um die Schaltfläche „Mein Konto dauerhaft löschen“ freizuschalten und den Vorgang zu bestätigen.

Wenn ihr wissen wollt, wie viele Informationen ihr bisher preisgegeben habt, könnt ihr ChatGPT direkt danach fragen. Eine Redakteurin hat den Chatbot gebeten, aufzuschlüsseln, was er über sie weiß. Er lieferte eine ausführliche Liste der persönlichen Details, die sie im Laufe der Zeit geteilt hatte.

Sie bat ChatGPT anschließend, einen Eingabetext zu formulieren, mit dem es alle bekannten Informationen in einem übersichtlichen Profil darstellen sollte, und nutzte diesen Text erneut. Ihr könnt diese Vorgehensweise ebenfalls testen und euch so einen Eindruck verschaffen, was und wie viel der Dienst über euch gespeichert hat.

Via: https://www.zdnet.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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