Auch ohne Apple Intelligence können Millionen iPhone-Nutzer:innen Siri und ChatGPT gemeinsam nutzen. Wir zeigen euch, wie das auf älteren iPhones unter iOS 18 funktioniert.
Apple Intelligence nur auf neueren Pro-iPhones
Mit iOS 18 hat Apple die neue Funktion Apple Intelligence eingeführt. Sie steht aber nur auf leistungsstarken Geräten wie dem iPhone 15 Pro und iPhone 16 bereit. Viele iPhones bleiben deshalb ausgeschlossen und profitieren nicht von der offiziellen ChatGPT-Integration in Siri. Ausschlaggebend ist der verbaute Chip: Apple Intelligence benötigt mindestens einen A17 Pro Prozessor. Apple begründet das mit den Anforderungen an die On-Device-Verarbeitung. Modelle wie iPhone 16e oder iPhone 14 Pro bleiben damit außen vor, auch wenn viele Nutzer:innen sich eine breitere Unterstützung wünschen. Die enge Bindung von Siri an ChatGPT über Apple Intelligence betrifft also nur High-End-Geräte.
Siri und ChatGPT auf älteren iPhones: Apps und Kurzbefehle
Trotz fehlender offizieller Unterstützung könnt ihr ChatGPT auch auf älteren iPhones nutzen. Dafür eignet sich die offizielle ChatGPT-App für iOS. Nach Installation erkennt Siri den Befehl „ChatGPT fragen“ und leitet eure Frage direkt an die App weiter. ChatGPT erstellt eine Antwort, die Siri dann vorliest. Ihr könnt diesen Befehl auch eintippen, falls ihr Siri lieber schriftlich steuert. Allerdings klappt diese Methode nicht immer zuverlässig – Siri kann sich bei Sprachbefehlen manchmal verhören oder Verbindungen nicht zustande bringen.
Zur besseren Steuerung lässt sich ein eigener Kurzbefehl (Shortcut) mit der Kurzbefehle-App von Apple erstellen. Damit kann Siri gezielt Eingaben an ChatGPT weiterleiten. Der Ablauf entspricht im Prinzip dem, was Apple Intelligence auf unterstützten Geräten nativ erledigt. Jede:r mit iOS 18 – unabhängig vom iPhone-Modell – kann so ChatGPT hinter Siri verwenden.
Beachtet: Bei all diesen Varianten gelten nicht die Datenschutzregeln von Apple Intelligence. Während Apple bei der offiziellen Lösung persönliche Daten vor dem Versand an OpenAI entfernt, wird bei selbstgebauten Workarounds eure Sprache direkt an ChatGPT weitergegeben.
ChatGPT-API nutzen: Flexibel, aber kostenpflichtig
Eine erweiterte Lösung ist die Nutzung der OpenAI API. Ihr benötigt dafür einen OpenAI-Account und einen API-Schlüssel. Im Kurzbefehl gebt ihr den API-Key ein, damit Siri eure Eingabe an die ChatGPT-Server sendet und die Antwort ausliest oder anzeigt. Diese Methode ist flexibel und kann oft schneller sein als die App, aber jeder Aufruf verbraucht ein kleines Kontingent. Die aktuelle Gratis-Nutzung ist begrenzt; danach rechnen sich die Kosten pro Anfrage schnell zusammen.
Die Preise unterscheiden sich je Modell deutlich: GPT-5 kostet ungefähr 1,25 US-Dollar (ca. 1,16 Euro) pro eine Million eingegebene Tokens und 10 US-Dollar (ca. 9,28 Euro) pro eine Million ausgegebener Tokens. Kleinere Modelle wie GPT-5 mini oder nano sind günstiger. Multimodale Modelle wie GPT-4o mini starten schon bei 0,15 US-Dollar (etwa 0,14 Euro) pro Million Input-Tokens, während GPT-4o mit 2,50 US-Dollar (ca. 2,32 Euro) pro Million zunimmt. Sehr leistungsfähige Modelle wie o1-pro können mit bis zu 150 US-Dollar (ca. 139 Euro) pro Million Input und 600 US-Dollar (ca. 557 Euro) pro Million Output zu Buche schlagen. Für normale Nutzer:innen entstehen hier seltener hohe Kosten, weil OpenAI tägliche Limits für Anfragen und Tokens setzt. Die ChatGPT-App selbst bleibt kostenlos. Nur API-Nutzung ist gebührenpflichtig.
Mit iOS 26 erweitert Apple die Kurzbefehle-App direkt um eine neue „Modell verwenden“-Funktion. Dort ist ChatGPT einfach auswählbar, ohne externen Schlüssel oder Umwege. Diese Methode bleibt aber auf Geräte mit Apple Intelligence beschränkt. Geräte wie das iPhone 15 können weiterhin nur die oben erklärten Workarounds nutzen.
So bekommen alle iPhone-Nutzer:innen wenigstens eine Möglichkeit, Siri und ChatGPT zu verbinden – mit ein paar Abstrichen beim Komfort und Datenschutz. Auf neueren Geräten ist die Integration durch Apple Intelligence einfacher, aber für alle anderen funktioniert ChatGPT über Siri mit Alternativlösungen weiterhin alltagstauglich.
