AirTags sollen euch helfen, Dinge wie Schlüssel, Taschen oder Gepäck im Blick zu behalten. Weil AirTags und andere Bluetooth-Tracker aber klein und unauffällig sind, gibt es berechtigte Sorgen vor unerwünschtem Tracking.
Apple hat deshalb über Jahre Schutzmechanismen für AirTag und das „Wo ist?“-Netzwerk entwickelt. Sie sollen Missbrauch erschweren und euch warnen, wenn ein fremder Tracker sich mit euch mitbewegt.
Wie Warnhinweise bei AirTag-Tracking funktionieren
AirTags, kompatible „Wo ist?“-Zubehörteile und bestimmte AirPods-Modelle nutzen Apples „Wo ist?“-Netzwerk. Dieses greift auf Bluetooth-Signale und umliegende Geräte zurück, um den Standort zu aktualisieren. Um Missbrauch zu verhindern, hat Apple Funktionen integriert, die Personen warnen sollen, wenn ein nicht mit ihrem Apple-Konto verknüpfter Tracker mit ihnen unterwegs ist.
Wird ein AirTag oder ein anderes kompatibles Gerät von seiner Besitzer:in getrennt und über längere Zeit in eurer Nähe erkannt, kann euer Gerät eine Mitteilung anzeigen oder der Tracker selbst einen Ton abspielen. Diese Hinweise sollen heimliches Verfolgen ohne Wissen der betroffenen Person erschweren. Apple arbeitet zudem mit Google an einem plattformübergreifenden Standard, damit solche Warnungen sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten auftauchen.
So stellt ihr Tracking-Warnungen auf dem iPhone ein
Auf iPhone und iPad sind Tracking-Mitteilungen standardmäßig aktiviert, ihr könnt die Einstellungen aber prüfen. Ihr solltet sicherstellen, dass euer Gerät mit iOS 17.5 oder neuer (bzw. iPadOS 17.5 oder neuer) läuft. Frühere Versionen ab iOS 14.5 unterstützen grundlegende AirTag-Warnungen, neuere Versionen bieten breitere Unterstützung für weitere Tracker.
Außerdem müssen Bluetooth, Ortungsdienste und Mitteilungen für Tracking-Hinweise aktiviert sein, und der Flugmodus darf nicht eingeschaltet sein. Diese Optionen findet ihr in den Einstellungen unter Datenschutz & Sicherheit, Ortungsdienste und Mitteilungen. Apple empfiehlt zusätzlich, in den Systemdiensten die „Wichtigen Orte“ zu aktivieren, damit euer Gerät erkennt, wenn ein unbekannter Tracker euch etwa nach Hause begleitet hat.
Geht dazu in Einstellungen, tippt auf Datenschutz & Sicherheit, dann auf Ortungsdienste und schaltet diese ein. Scrollt zu Systemdienste und aktiviert „Wichtige Orte“. Sind diese Funktionen deaktiviert, kann euer iPhone euch möglicherweise nicht vor einem nahe befindlichen AirTag oder ähnlichen Geräten warnen.
So sehen Warnmeldungen aus – und was ihr dann tun könnt
Erkennt euer iPhone einen fremden Tracker, der sich mit euch bewegt, kann eine Mitteilung erscheinen, etwa „AirTag bewegt sich mit dir“, „AirPods erkannt“, „‚Produktname‘ bewegt sich mit dir“ oder „Unbekanntes Zubehör erkannt“. Wenn ihr auf die Warnung tippt, öffnet sich die „Wo ist?“-App und zeigt auf einer Karte, wo das Objekt in eurer Nähe bemerkt wurde. Punkte markieren die Orte, an denen der Tracker in eurer Nähe erkannt wurde. Das bedeutet nicht, dass die Besitzer:in euch dort aktiv verfolgt hat, sondern nur, dass der Tracker in der Nähe war.
Manchmal gibt es eine harmlose Erklärung, etwa wenn ihr Schlüssel, eine Tasche oder AirPods von jemand anderem nutzt. Gehört der Gegenstand einer Person aus eurer Familienfreigabe, könnt ihr Warnungen für diesen Artikel vorübergehend aussetzen. Tippt dafür auf die Mitteilung und wählt, ob ihr Hinweise für diesen Gegenstand für einen Tag oder dauerhaft deaktivieren möchtet.
Wenn ein AirTag oder kompatibler Tracker längere Zeit von seiner Besitzer:in getrennt und bewegt wird, kann er selbstständig einen Ton abspielen. Das ist ein zusätzlicher Schutzmechanismus, um auf das Gerät aufmerksam zu machen. Hört ihr ein unbekanntes Piepen oder Zirpen, etwa aus einer Tasche, Jacke oder einem Fahrzeug, solltet ihr eure Sachen gezielt auf einen AirTag oder ähnlichen Tracker prüfen.
Unbekannten AirTag finden, Infos auslesen und deaktivieren
Erhaltet ihr eine Warnung und vermutet, dass der Tracker noch bei euch ist, könnt ihr ihn über die „Wo ist?“-App aufspüren. Aus der Mitteilung heraus lässt sich ein Ton auf dem Gerät abspielen, um es zu lokalisieren. Tippt dazu auf die Warnung, dann auf „Fortfahren“ und anschließend auf „Ton abspielen“. Hört nach dem Signal oder wiederholt die Wiedergabe, um mehr Zeit zum Suchen zu haben.
Handelt es sich um einen AirTag und ihr nutzt ein kompatibles iPhone mit Ultrabreitband, kann außerdem „In der Nähe suchen“ erscheinen. Diese Präzisionssuche führt euch mit Entfernungs- und Richtungsangaben zum AirTag. Tippt erneut auf die Warnung, dann auf „Fortfahren“ und „In der Nähe suchen“ und folgt den Anweisungen. Ihr müsst euch eventuell bewegen, bis euer iPhone den unbekannten AirTag findet. Befindet sich der AirTag in Bluetooth-Reichweite, könnt ihr zusätzlich einen Ton abspielen oder die Taschenlampe direkt einschalten.
Falls weder Ton noch Präzisionssuche verfügbar sind oder ihr den Tracker elektronisch nicht findet, bleibt die manuelle Suche: Kontrolliert Taschen, Jacken, Kleidung und euer Fahrzeug. Fühlt ihr euch unsicher und könnt das Gerät nicht aufspüren, empfiehlt Apple, euch an einen sicheren öffentlichen Ort zu begeben und die örtlichen Behörden zu kontaktieren.
Habt ihr einen fremden AirTag gefunden, könnt ihr Informationen dazu abrufen, ohne ihn zu entsperren oder euch anzumelden. Haltet die Oberseite eures iPhones oder eines beliebigen NFC-fähigen Smartphones an die weiße Seite des AirTag. Es sollte eine Mitteilung erscheinen, über die ihr eine Webseite mit Details öffnen könnt. Diese enthält die Seriennummer und die letzten vier Ziffern der Telefonnummer, die mit dem Apple-Konto der Besitzer:in verknüpft ist. Ist der AirTag als verloren markiert, kann zusätzlich eine Nachricht der Besitzer:in mit Kontakthinweisen eingeblendet werden, was hilft, zwischen Versehen und Absicht zu unterscheiden.
Stellt ihr fest, dass ein AirTag euch verfolgt und euch nicht gehört, könnt ihr ihn deaktivieren. Über die „Wo ist?“-Warnung oder die Infoseite wählt ihr „Anleitung zum Deaktivieren“ und folgt den Schritten. Beim AirTag bedeutet das in der Regel, die Batterie zu entfernen, wodurch Standortdaten sofort gestoppt werden. Das Deaktivieren von Bluetooth oder Ortungsdiensten auf eurem Smartphone verhindert dagegen nicht, dass der AirTag seine Position meldet – nur das Gerät selbst zu deaktivieren hilft.
Vermutet ihr eine böswillige Nutzung, solltet ihr den AirTag aufbewahren und seine Details dokumentieren, bevor ihr die Strafverfolgungsbehörden einschaltet. Apple gibt an, bei rechtlicher Verpflichtung Informationen an Behörden weitergeben zu können.
Android-Geräte mit Android 6.0 oder neuer können ebenfalls Warnungen anzeigen, wenn ein kompatibler Bluetooth-Tracker, einschließlich AirTag, sich mit euch bewegt. Diese Hinweise sind auf unterstützten Android-Versionen automatisch aktiviert. Zusätzlich können Android-Nutzer:innen jederzeit manuell nach unbekannten Trackern suchen. Apple bietet außerdem die kostenlose App „Tracker Detect“ im Google Play Store an. Damit könnt ihr AirTags und „Wo ist?“-Zubehör in Bluetooth-Reichweite scannen, die von ihrer Besitzer:in getrennt sind. Findet die App einen AirTag, der euch seit mindestens zehn Minuten begleitet, könnt ihr einen Ton abspielen, um ihn leichter zu finden.
Apple hat mehrere Schutzebenen in AirTag und das „Wo ist?“-Netzwerk integriert, um das Risiko unerwünschten Trackings zu verringern. Mit Warnmeldungen, akustischen Hinweisen und plattformübergreifender Erkennung auf iOS und Android werden die meisten Personen benachrichtigt, wenn ein fremder Tracker sich mit ihnen bewegt. Wenn ihr wisst, wie diese Hinweise aussehen und wie ihr reagieren könnt, behaltet ihr die Kontrolle und könnt angemessen handeln, falls euch etwas verdächtig vorkommt.
