via Apple Newsroom https://www.apple.com/de/newsroom/2022/08/apple-expands-self-service-repair-to-mac-notebooks/
Apple baut sein Programm zur Selbstreparatur weiter aus und bietet jetzt Originalteile für sieben zusätzliche Gerätegenerationen an. Gleichzeitig steigen Reparaturkosten und gesetzlicher Druck beim Recht auf Reparatur.
Apple hat das Programm zur Selbstreparatur im Jahr 2022 gestartet. Seitdem erhalten Nutzer:innen Zugang zu Originalersatzteilen, Spezialwerkzeugen und offiziellen Reparaturhandbüchern für ausgewählte iPhones, iPads, Macs, Studio Displays und Lautsprecher der Marke Beats.
Nun verkauft Apple auch Ersatzteile für sieben neue Geräte, die erst im vergangenen Monat vorgestellt wurden. Damit können Besitzer:innen aktueller Modelle diese Geräte grundsätzlich selbst mit Originalteilen reparieren. Apple betont weiterhin, dass sich das Angebot an Personen richtet, die Erfahrung mit komplexen Elektronikreparaturen haben.
Die Erweiterung deutet darauf hin, dass Apple das Programm nicht als einmaliges Experiment versteht, sondern als festen Bestandteil der eigenen Service-Strategie. Das Unternehmen reagiert damit auch auf wachsende Anforderungen durch Recht-auf-Reparatur-Gesetze in verschiedenen Ländern, die besseren Zugang zu Ersatzteilen und Reparaturinformationen verlangen.
Für Euch stellt sich die praktische Frage: Wann lohnt sich die Reparatur in Eigenregie mit Originalteilen wirklich? Eine Selbstreparatur kann günstiger sein als eine Reparatur über Apple oder autorisierte Servicepartner:innen, vor allem, wenn Ihr bereits geeignetes Werkzeug besitzt und mehrere Geräte im Haushalt warten wollt.
Allerdings müsst Ihr die Kosten für Ersatzteile, gegebenenfalls den Verleih von Spezialwerkzeugen sowie den Zeitaufwand einkalkulieren. Dem gegenüber stehen Angebote wie AppleCare, die Reparaturleistungen gegen eine vorab bezahlte Prämie bündeln, klassische Werkstattreparaturen oder der komplette Geräteaustausch beziehungsweise Neukauf.
Entscheidend ist der Gerätezustand: Bei aktuellen, hochpreisigen iPhones, iPads oder Macs mit klar abgrenzbarem Defekt kann eine gezielte Modulreparatur mit Originalteilen wirtschaftlich sein. Bei älteren Modellen mit mehreren Problemen oder verschleißbedingten Schäden kann ein Ersatzgerät oder der Gebrauchtkauf sinnvoller sein, besonders wenn absehbar weitere Komponenten ausfallen.
Apple schränkt das Self-Service-Programm bewusst ein und weist darauf hin, dass es sich an erfahrene Personen richtet. Ihr solltet in der Lage sein, technische Anleitungen präzise zu befolgen, sorgfältig zu arbeiten und mit sensiblen Komponenten umzugehen. Feinwerkzeuge, ein sicherer Arbeitsplatz und Grundwissen in Elektronikreparatur sind praktisch Pflicht.
Wer diese Voraussetzungen nicht mitbringt, riskiert zusätzliche Schäden oder sicherheitsrelevante Probleme, etwa bei Akkutausch oder Displayreparatur. In solchen Fällen ist eine professionelle Reparatur oft die verlässlichere Option, auch wenn die Kosten zunächst höher erscheinen.
Die Ausweitung des Angebots auf sieben neue Gerätegenerationen hat zudem Folgen für den Gebrauchtmarkt. Wenn Originalteile und offizielle Anleitungen verfügbar sind, steigt grundsätzlich die Chance, dass iPhones, iPads und Macs länger genutzt und repariert werden, statt direkt im Recycling oder auf dem Elektroschrott zu landen.
Gleichzeitig gewinnen Käufer:innen gebrauchter Geräte neue Argumente, genauer nach dem Reparaturstatus zu fragen: Wurden Originalteile verwendet, wurde nach Apple-Anleitung gearbeitet und sind alle Funktionen erhalten? Das Self-Service-Programm schafft hier mehr Transparenz, zwingt Euch als Käufer:innen aber auch, genauer hinzusehen.
Via: gizmodo.com · www.techradar.com · www.wired.com
Titelbild: Apple
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