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OpenAI stoppt britisches Stargate-Rechenzentrum wegen Energiepreisen und Regulierung

OpenAI legt sein britisches Rechenzentrumsprojekt Stargate UK vorerst auf Eis. Als Gründe nennt das Unternehmen hohe Energiekosten und regulatorische Unsicherheiten im Vereinigten Königreich.

Stargate UK: Ambitioniertes KI-Infrastrukturprojekt auf Pause

Stargate UK ist ein KI-Infrastrukturvorhaben von OpenAI, das gemeinsam mit Nvidia und dem Rechenzentrumsentwickler Nscale aufgebaut werden sollte. Das Projekt wurde im September angekündigt und sollte der britischen Regierung ermöglichen, führende KI-Modelle lokal in Rechenzentren im Land zu betreiben, insbesondere für Anwendungsfälle, in denen die Rechtszuständigkeit eine Rolle spielt. Geplant war der Einsatz von bis zu 8.000 Grafikprozessoren in Großbritannien. OpenAI hatte im Vorfeld bereits eine strategische Partnerschaft mit der britischen Regierung vereinbart, um die souveränen KI-Fähigkeiten des Landes auszubauen.

Nun bestätigt das Unternehmen, dass Stargate UK vorerst ausgesetzt wird. OpenAI verweist auf die hohen Energiekosten im Vereinigten Königreich und auf die aktuelle Regulierungslage als ausschlaggebende Faktoren. Das Unternehmen betont zugleich, dass es weiterhin eines „großen Potenzials für die KI-Zukunft des Vereinigten Königreichs“ sehe und dass Rechenkapazität dafür eine grundlegende Rolle spiele. Man werde Stargate UK weiter prüfen und das Projekt wieder aufnehmen, wenn Rahmenbedingungen wie Regulierung und Energiekosten langfristige Infrastrukturinvestitionen ermöglichten.

Milliardenprojekt Stargate unter Druck

Stargate ist ein auf 500 Milliarden US‑Dollar (rund 463 Milliarden Euro) veranschlagtes Rechenzentrumsbauprogramm, das im September im Weißen Haus vorgestellt wurde. Angekündigt wurde es gemeinsam mit dem damaligen US‑Präsidenten, Oracle‑Gründer Larry Ellison, Softbank‑Chef Masayoshi Son und OpenAI‑Chef Sam Altman. Elon Musk äußerte damals, dass nicht genügend finanzielle Mittel für ein Vorhaben dieser Größenordnung vorhanden seien. Oracle hat inzwischen eine geplante Erweiterung des Hauptstandorts im texanischen Abilene aus Finanzierungsgründen gestoppt.

Berichten zufolge prüft OpenAI inzwischen grundsätzlich, ob das Unternehmen künftig noch eigene Rechenzentren bauen oder stattdessen Kapazitäten in bestehenden Einrichtungen anmieten will. Offiziell bestätigt ist diese strategische Neuausrichtung jedoch nicht. Das britische Stargate-Rechenzentrum sollte von Nscale errichtet werden, einem sogenannten Neocloud-Startup, das Rechenzentren baut, um durch den Verkauf von Rechenleistung Erträge zu erzielen. Auf dem Nscale-Verwaltungsrat sitzt unter anderem der ehemalige Vorsitzende der Liberal Democrats, Nick Clegg.

OpenAI setzt weiter auf Großbritannien und internationale KI-Initiativen

Trotz der Pause bei Stargate UK bekennt sich OpenAI klar zum Standort Großbritannien. London ist Sitz des größten internationalen Forschungszentrums des Unternehmens. OpenAI unterstützt nach eigenen Angaben das Ziel der britischen Regierung, eine führende Rolle im Bereich Künstliche Intelligenz einzunehmen. Während das Infrastrukturprojekt ruht, investiert OpenAI nach eigener Aussage in Fachkräfte, baut die Präsenz vor Ort aus und arbeitet an den Verpflichtungen aus einer gemeinsamen Absichtserklärung mit der Regierung, um fortgeschrittene KI in öffentlichen Diensten des Vereinigten Königreichs einzusetzen.

Parallel zu Stargate UK betreibt OpenAI die Initiative „OpenAI for Countries“, über die ähnliche Angebote für Staaten geschaffen werden sollen, die ihre souveränen KI-Fähigkeiten ausbauen möchten. Neben Großbritannien arbeitet die Organisation dabei unter anderem mit Australien, Griechenland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Slowakei und Kasachstan zusammen. Ob die Pause in Großbritannien Auswirkungen auf diese weiteren Länderprojekte hat, ist bislang offen.

Via: www.engadget.com · www.electronicsweekly.com · www.cnbc.com

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Michael Reimann

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