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Selbstgebauter USB‑Speicher mit Apollo‑Technik: Bastler reaktiviert Magnetkernspeicher

Magnetkernspeicher USB-Stick

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Während ihr über hohe RAM‑Preise und knappe Komponenten klagt, greifen manche Maker zu ungewöhnlichen Lösungen. Ein aktuelles Projekt zeigt, wie sich ein USB‑Speicher auf Basis von Magnetkernspeicher bauen lässt.

USB‑Stick mit 64 Bit Speicher aus Eisenringen

Der Maker und Videoersteller Polymatt hat ein USB‑Speichergerät entwickelt, das nur 64 Bit Speicherplatz bietet. Gemeint sind tatsächlich Bits, also nicht einmal ganze Bytes, Kilobytes, Megabytes oder gar Terabytes. Trotzdem liefert das Projekt einen anschaulichen Einblick in die Funktionsweise von historischem Magnetkernspeicher.

Polymatt beschreibt das fertige USB‑Speichermodul als Gerät mit „64 Eisenringen, von Hand aufgefädelt und in Silikonöl getaucht“. Jeder Ring speichert genau ein Bit, insgesamt also 64 Bit beziehungsweise 8 Byte. Diese Technologie wirkt heute extrem altmodisch, war aber ausreichend für die Steuerrechner der Apollo‑Raumfahrzeuge.

Russische Altteile und viel Handarbeit

Für das Projekt hat Polymatt einen wesentlichen Bestandteil aus einem alten russischen Computer gewonnen: die winzigen magnetischen Ringe. Anschließend zeigt das Video, wie der Technik‑YouTuber alle Komponenten des Magnetkernspeichers Stück für Stück herstellt – per Hand, mit Lötkolben, CNC‑Maschine und einem 3D‑Drucker vom Typ Bambu Lab A2L.

Polymatt bezeichnet das Ergebnis selbstironisch als „schlechtesten USB‑Stick der Welt“. Das trifft allerdings vor allem auf das Verhältnis von Speicherkapazität zu Gewicht zu. Optisch macht das Gerät auf dem Schreibtisch durchaus etwas her. Zudem gleicht es den geringen Speicherplatz teilweise dadurch aus, dass es sich um einen persistenten, also stromlos stabilen Speicher handelt. Der Magnetkernspeicher übersteht sogar Strahlungsstöße, die die meisten modernen Speicherbausteine zerstören würden.

Im rund 20‑minütigen Video sind alle Schritte des Bauprozesses zu sehen. Im Vergleich zu einem deutlich größeren USB‑Magnetkernspeicher mit 128 Byte, den ein japanischer Technik‑Enthusiast Anfang des Jahres gebaut hat, wirkt Polymatts Version sauberer ausgeführt. Die Silikonöl‑Füllung war nach eigener Aussage vermutlich technisch nicht nötig, gefiel ihm aber optisch. Eine geplante LED‑Anzeige für jedes einzelne Bit hat er wieder verworfen.

Ein einziges Textdokument als Speicherinhalt

Im letzten Abschnitt des Videos testet Polymatt den DIY‑Speicher. Anders als übliche USB‑Sticks speichert das Gerät keine separaten Dateien vom Computer. Stattdessen lässt sich eine einzige persistente Datei mit dem Namen core.txt bearbeiten, die direkt im Magnetkernspeicher gehalten wird.

Polymatt überprüft außerdem die Stromlos‑Beständigkeit des Aufbaus. Durch Ab- und Anstecken der Stromversorgung des USB‑Geräts zeigt sich, dass die Daten erhalten bleiben und der Speicher tatsächlich nichtflüchtig arbeitet.

In verwandten DIY‑Speicherprojekten wartet die Community indes noch auf das angekündigte „PC‑taugliche“ Folgevideo von Dr. Semiconductor. Er hatte zuvor bereits demonstriert, wie sich RAM in einem provisorischen Reinraum im Gartenschuppen herstellen lässt.

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Mehr Informationen

Via: https://www.tomshardware.com
Titelbild: Polymatt / Youtube

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Tags: USB-Stick, Retro-Computing, DIY-Projekt, Speichertechnik, Magnetkernspeicher

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