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Schnellere, flexiblere Datenbanken: Apple übernimmt Kuzu

Apple übernimmt Kuzu

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Apple hat das Unternehmen Kuzu übernommen, das sich auf schnelle, flexible Graphdatenbanken spezialisiert. Das könnte mit Blick auf FileMaker und iWork für Neuerungen sorgen.

Hintergrund: FileMaker, iWork und Kuzu

Apple besitzt seit Jahrzehnten die Datenbanklösung FileMaker, diese ist aber traditionell von iWork-Apps wie Pages, Keynote und Numbers getrennt. Im Gegensatz dazu bietet Microsoft mit Office auch ein integriertes Datenbank-Programm, Access, an. Nun geht Apple einen neuen Schritt: Laut einer Liste der Europäischen Union über bedeutende Unternehmensübernahmen hat Apple das in Ontario 2023 gegründete Startup Kuzu, Inc. erworben. Das Unternehmen beschäftigte zum Zeitpunkt der Übernahme etwa zehn Mitarbeitende. Die Webseite sowie das GitHub-Repository von Kuzu sind inzwischen abgeschaltet beziehungsweise archiviert. Die EU betrachtet Übernahmen als „bedeutend“, wenn sie die Bereitstellung von zentralen Plattformdiensten betreffen, nicht zwingend nach dem Umfang des Unternehmens.

Graphdatenbanken: Unterschiede zu relationalen Modellen

Kuzu arbeitete an einer eingebetteten Graphdatenbank mit Fokus auf Abfragegeschwindigkeit, Skalierbarkeit und einfacher Bedienung. Im Unterschied zu traditionellen relationalen Datenbanken wie FileMaker sind Graphdatenbanken darauf ausgelegt, Datenpunkte direkt miteinander zu verbinden. In relationalen Datenbanken werden Informationen in Tabellen organisiert und ihre Beziehungen bereits beim Aufbau definiert, ähnlich wie in einem Aktenladesystem mit verschiedenen Schubladen für unterschiedliche Informationstypen. Um beispielsweise alle Bestellungen einer Person in einer Kundentabelle zu finden, wird eine Verbindung zu einer separaten Bestelltabelle hergestellt. Weitere Verknüpfungen zu anderen Tabellen sind möglich, erhöhen aber die Abfragezeit. Graphdatenbanken hingegen gleichen eher einer Mindmap: Kund:innen sind direkt mit Bestellungen und anderen Kunden verbunden. Diese Struktur kann bei komplexen Verknüpfungen zu einer schnelleren Datenabfrage führen. Kuzu veröffentlichte vor der Übernahme eine Browser-basierte Anwendung namens Kuzu Explorer, bei der durch einen Klick auf einen Datenknoten alle verbundenen Datensätze sichtbar werden.

Apples Motivation hinter dem Zukauf

Apple ist verpflichtet, Übernahmen dieser Größenordnung an die EU zu melden, Details werden dort jedoch nicht öffentlich. Nach Angaben aus dem archivierten GitHub und einem Twitter-Beitrag eines früheren Kuzu-Mitarbeiters wurde Kuzu im Oktober 2025 übernommen. Dies fällt zeitlich mit der Akquisition von Prompt AI zusammen, dessen Technologie voraussichtlich in Apple Intelligence und HomeKit Secure Video integriert werden soll. Konkrete Informationen zu Apples Absichten gibt es bislang nicht. Da Graphdatenbanken sich grundlegend von relationalen Modellen unterscheiden, wäre eine Integration in FileMaker mit umfangreichen Änderungen verbunden. Denkbar ist auch ein Einsatz in iWork oder der App Freeform, deren Mindmap-ähnlicher Ansatz zu Graphdatenbanken passt. Zudem kommen Graphdatenbanken häufig in sozialen Netzwerken zum Einsatz, sodass auch Apples bestehende Community-Angebote wie Game Center oder geteilte Inhalte in Apple Music technisch profitieren könnten. Trotz bisher ausbaufähiger Erfolge in Sachen soziale Netzwerke verfügt Apple über eine aktive Nutzer:innenbasis, die Inhalte gemeinsam nutzen oder teilen.

Via: Appleinsider

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Tags: Apple, iWork, Übernahme, FileMaker, Datenbank, Kuzu, Graphdatenbank

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